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Senologie-Update 2011

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Eigenfett-Injektion (Micro Lipo Grafting)

Dr. med. Hans Peter Kern, Zürich

 

Seit den ersten erfolgreich durchgeführten klinischen Micro Lipo Grafts mit der von Coleman beschriebenen standardisierten Technik (1994ff.) hat sich die Eigenfett-Transplantation weit über die Grenzen der rein kosmetischen Anwendungen hinaus verbreitet und wird zur Zeit erfolgreich auch im Bereich der Brust angewendet.

Das besondere beim Micro Lipo Grafting ist, dass es nicht nur verlorenes Volumen wiederherstellen kann, sondern auch dramatische Verbesserungen im Bereich der Hautqualität über dem transplantierten Fettgewebe zur Folge hat aufgrund der Aktivität der Fettgewebe-Stammzellen. Dies ist vor allem bei radiotherapierten Brüsten von Bedeutung, aber auch nach exzessiv durchgeführten "Skin Sparing" Mastektomietechniken. Die Methode ist einfach und nachvollziehbar, kann in Lokalanästhesie durchgeführt werden und hat das Potential, eine Geweberegeneration und -reparatur zu induzieren.

 

Da wir im Bereich der Brust immer noch in der Anfangszeit des Lipo Graftings stehen, werden einige Punkte noch kontrovers diskutiert. Die Meinung der 80er Jahre, eine Brust könne nach Fat Grafting nicht mehr hinsichtlich einer späteren Karzinombildung diagnostiziert werden, ist heute weitgehend wiederlegt.

So können z.B. Microkalzifikationen nach Fat Grafting von einem geübten Radiologen von malignitätsverdächtigen Kalzifikationen unterschieden werden. Auch konnte bis heute weder ein positiver, noch ein negativer Einfluss auf das spätere Auftreten eines Brustkrebses, resp. eines Rezidives, festgestellt werden. Es liegen aber diverse Studien vor, die zeigen, dass z.B. nach TRAM-Flaps keine erhöhte Rückfallrate von Brustkrebs festgestellt werden konnte (TRAM Flaps machen ebenfalls Fettnekrosen, entsprechen einem Fettgewebetransfer und zeigen oft auch Mikrokalzifikationen).

 

Es hat sich gezeigt, dass eine sorgfältige Gewinnung und Aufbereitung der vitalen Fettzellen und die korrekte Platzierung einzelner Zellen für den Erfolg massgeblich von Bedeutung sind. Auch könnte eine Anreicherung von Stammzellen das Outcome weiter verbessern.

 

Micro Lipo Grafting wird im Bereich der rekonstruierten Brust zunehmend bei folgenden Indikationen angewendet:

 

- nach Lumpektomie/Quadrantektomie mit zusätzlicher externer Radiotherapie (kleinere Defektkorrekturen, Hautregeneration, ästhetische Verbesserung der Narben)

 

- nach Implantatrekonstruktionen (Verdickung der Gewebedeckung, Reduktion des Implantat-"Ripplings", Korrektur des Ausschnitts, Ausgleich von Irregularitäten

 

- nach Lappenrekonstruktionen (Verbesserungen des inferioren Pols, Ausfüllung von Irregularitäten und kleinen Defekten)

 

 

Literatur:

• Coleman SR. Fat grafting to the breast revisited: safety and efficacy. Plast Reconstr Surg 119:775-786; discussion 786-787, 2007.

• Rigotti G, Marchi A, Galiè M, et al. Clinical treatment of radiotherapy tissue damages bylipoaspirates transplant: a healing process mediated by adipose derived   stem cells (ASCs). PlastReconstr Surg 119:1409-1422; discussion 1423-1424, 2007,

• Spear SL, Wilson HB, Lockwood MD. Fat injection to correct contour deformities in the reconstructed breast. Plast Reconstr Surg 116:1300-1305, 2005.

• Bircoll M. Cosmetic breast augmentation utilizing autologous fat and liposuction techniques. Plast Reconstr Surg 79:267-271, 1987.

• Pierrefeu-Lagrange AC, Delay E, Guerin N, et al. [Radiological evaluation of breasts reconstructed with lipomodeling] Ann Chir Plast Esthet 51:18-28, 2005.

• Gloeckler Ries LA, Reichman ME, Lewis DR, et al. Cancer survival and incidence from the Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER) program. Oncologist   8:541-552, 2003.

• Kim SM, Park JM. Mammographic and ultrasonographic features alter autogenous myocutaneous flap reconstruction mammoplasty. I Ultrasound Med 23:275-282,   2004.

• Kneeshaw PJ, Lowry M, Manton D, et al Differentiation of benign from malignant breast disease associated with screening detected microcalcifications using   dynamic contrast enhanced magnetic resonance imaging. Breast 15:29-38, 2006.

 

 

Dr. med. Hans Peter Kern

FMH für Plastische, Rekonstruktive und Aesthetische Chirurgie

Praxis Dufourstr. 31, 8008 Zürich

Herzlichen Dank für den Vortrag!

Erika Rusterholz