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Brustkrebs: Infos für Ärzte |
Senologie-Update 2010 |
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Satellitensymposium Orion: Wie weiter nach 2 - 5 Jahren antihormoneller Therapie?
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Antihormonelle Therapie: wie lange? 5 Jahre, 10 Jahre, lebenslang? Prof. Christoph Rochlitz
Der Nutzen einer adjuvanten Tamoxifen (TAM)-Therapie des Mammakarzinoms scheint mit zunehmender Dauer dieser Therapie anzuwachsen. So haben vergleichende Studien vor mehreren Jahrzehnten gezeigt, dass 1 Jahr TAM besser als keine Therapie ist, dass 2 Jahre TAM besser als eines, 3 Jahre besser als 2 und schliesslich, dass 5 Jahre besser als 3 Jahre wirken. Eine Verlängerung über diesen Zeitraum hinaus, konkret: der Vergleich zwischen 5 und 10 Jahren adjuvant Tamoxifen, hatte zumindest in den ersten Jahren dieser Analysen keinen zusätzlichen Benefit mehr zeigen können. Im Gegenteil, die längere Therapie schien zunächst sogar einen Nachteil gegenüber 5 Jahren zu bewirken, ein Befund, der in späteren Analysen allerdings nicht bestätigt wurde, und die letzte Metaanalyse der EBCTG zeigte wiederum einen Trend hin zum höheren Nutzen der 10-Jahres-Therapie, der bei noch längerer Nachbeobachtung evt. sogar statistisch signifikant werden könnte.
Seit Einführung der Aromatasehemmer (AI) in die adjuvante Situation ist das Interesse an der Frage der optimalen Dauer einer adjuvanten TAM-Therapie allerdings stark abgeflacht und wurde von der Frage nach einer möglichst sinnvollen Integration dieser Substanzklasse in die adjuvante Hormontherapie des Mammakarzinoms abgelöst. Der ganz überwiegende Teil der AI-Studien verwendete allerdings eine Gesamtdauer von 5 Jahren Hormontherapie, sodass sich in Bezug auf die hier gestellte Frage allenfalls indirekt Schlussfolgerungen ziehen lassen. Die einzige publizierte Studie, die eine längere vs. eine kürzere Therapiedauer verglichen hat, ist MA-17 ("Late Letrozole"), bei der die Patientinnen nach 5 Jahren Tamoxifen für weitere 5 Jahre mit entweder Letrozol oder Placebo behandelt wurden, und bei der ein kleiner, aber statistisch hochsignifikanter Vorteil für die längere Behandlung gesehen wurde. Aus diesen Daten lässt sich aber natürlich nicht schliessen, dass nach initialen 2 - 3 Jahren Tamoxifen die bisherige "Standarddauer" einer AI-Therapie in den "Switch-Studien" von wiederum 2 - 3 Jahren zu kurz sei. Völlig unklar ist auch die Antwort auf die Frage nach der optimalen Gesamtdauer einer Al-Therapie. Indirekte Argumente ("carry-over" Effekt; Nutzen trotz verzögertem Beginn; Analyse von nicht-randomisiert länger als 5 Jahre behandelten Patientinnen etc.) machen es zumindest plausibel, dass eine Verlängerung gegenüber dem jetzigen Standard nützlich sein könnte.
All diesen Fragen wird in grossen internationalen Phase III Studien nachgegangen. So vergleicht die LEAD (Letrozole Adjuvant Therapy Duration) Studie 2.5 vs. 5 Jahre Letrozole nach vorangegangenen 2.5 Jahren Tamoxifen und die DATA (Different Durations of Adjuvant Anastrozole) Studie randomisiert 3 vs. 6 Jahre Anastrozol nach 2.5 Jahren Tamoxifen. SOLE (Study of Letrozole Extension) untersucht 10 Jahre Hormontherapie, wobei in den letzten 5 Jahren Letrozole entweder kontinuierlich oder intermittierend gegeben wird. Weitere Studien randomisieren 5 vs. mehr Jahre AI-Therapie adjuvant.
Bis zum Vorliegen dieser Daten müssen Therapieentscheide, die die Gesamtdauer der adjuvanten Hormontherapie betreffen, individuell getroffen werden und bedürfen einer ausführlichen Beratung der betroffenen Patientinnen. In Anbetracht der sehr unklaren Datenlage erscheinen derzeit verschiedene Optionen möglich und medizinisch vertretbar, und Patientinnenwunsch, bisheriges Nebenwirkunsprofil und individuelle Risikosituation dürfen in die Entscheidung mit einbezogen werden.
Sieht man von der immer seltener werdenden Patientin mit Z.n. 5 Jahren TAM ab (s.o., MA-17), bleibt aber zum jetzigen Zeitpunkt die Gesamtdauer von 5 Jahren Hormontherapie in der adjuvanten Behandlung des Rezeptor-positiven Mammakarzinoms der "Standard".
Zum Vortrag "Antihormonelle Therapie: wie lange? 5 Jahre, 10 Jahre, lebenslang?" (16 Bildtafeln mit Vergleichen/Studien): (Anmerkung: durch die Verkleinerung auf Bildschirmgrösse sind leider nicht alle eingefügten Aufstellungen gut lesbar geblieben)
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Prof. Dr. med. Christoph Rochlitz Behandlungszentrum Brust, Universitätsspital, 4031 Basel www.brustzentrum-universitaetsspital-basel.ch |
Herzlichen Dank für den Vortrag! Erika Rusterholz |
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