Ein Brustkrebs und sein Verlauf

 

My Breast Cancer and its History

 

Brustkrebs: Infos für Ärzte

Senologie-Update 2009

MR-gesteuerte Punktionen

Dr. med. Teelke Beck, Zürich

Indikationen: Das MR der Mamma zeichnet sich durch eine hohe Sensitivität von bis zu 99 % aus bei einer leider geringen Spezifität von 50 – 70 %. Es ist wichtig, die Indikation für eine MR-Untersuchung präzise zu stellen. Die geringe Spezifität hat zur Folge, dass MR-suspekte Befunde abgeklärt werden sollten, da benigne Befunde (Fibroadenome, Papillome, Mastopathie) eine suspekte Anreicherung von Kontrastmittel zeigen können. Sind die auffälligen Befunde weder in einer erneuten Analyse der Mammografie, noch mittels einer gezielten Ultraschalluntersuchung aufzufinden, ist die Indikation für eine MR-gesteuerte Biopsie gegeben.

 

Durchführung: Die Brust der Patientin liegt in einer Spule, die speziell für die Punktion, das heisst für die Lokalisation des Befundes geeignet ist. Es wird ein erneutes MR mit Kontrastmittel gefahren und mit Hilfe dieser Spule der Herdbefund lokalisiert. Anschliessend fährt die Patientin aus dem MR-Tunnel, und unter Lokalanästhesie wird der Befund markiert. Jetzt erfolgt zur Lagekontrolle ein erneutes MR, und bei korrekter Lage kann jetzt – wiederum ausserhalb des Tunnels - die Vakuumbiopsie durchgeführt werden. Wenn irgend möglich wird die Punktionsstelle clip-markiert, damit der Befund später wieder gefunden werden kann.

Nach der Punktion erfolgt zumeist die erneute MR-Kontrolle der Punktionsstelle.

 

Probleme: Die MR-gesteuerte Vakuumbiopsie ist die aufwändigste, schwierigste und ungenaueste der Punktionstechniken. Da die präzise Lokalisation im MR-Tunnel erfolgt, die Biopsie danach aber ausserhalb, ist in dieser Zeit eine Verschiebung des Befundes (z.B. durch Bewegung der Patientin) möglich. Das wird dadurch ausgeglichen, dass mehr Material gewonnen wird (grossvolumige Vakuumbiopsienadel, mehr Gewebezylinder).

Befunde, die subkutan gelegen sind oder nahe an der Thoraxwand oder im axillären Ausläufer, können technisch bedingt nicht punktiert werden. Subkutane Befunde können dann stanzbiopsiert werden nach MR-Lokalisation, das Ergebnis ist dadurch jedoch ungenauer (geringes Biopsievolumen).

Unterschiedliche MR-Geräte (Basis-MR und das MR für die Punktion) erschweren unter Umständen das Auffinden der Läsion, insbesondere bei kleinen Läsionen.

Befunde werden im MR zur Punktion nicht aufgefunden: das kann geschehen, wenn die Punktion zum falschen Zykluszeitpunkt bei prämenopausalen Patientinnen durchgeführt wird oder aber eine benigne Läsion inzwischen verschwunden ist. Auch eine zu starke Kompression der Brust erschwert die Perfusion der Befunde und kann zu falsch negativem MR führen.

 

Zusammenfassung

Suspekte MR-Befunde, die weder in der Mammografie, noch im Ultraschall bei einer Reevaluation gefunden werden, können MR-gesteuert biopsiert werden. Bestimmte Lokalisationen sind der Punktion jedoch nicht zugängig, hier sind neue Spulen in der Entwicklung. Wir haben jedoch mit der Möglichkeit der diagnostischen Abklärung die geringe Spezifität des MR auszugleichen und damit die hohe Sensitivität zu nutzen.

Unsere eigenen Erfahrungen werden anhand ausgesuchter Fallbeispiele dargestellt.

 

 

Frau Dr. med. Teelke Beck

Brust-Zentrum Zürich, Seefeldstr. 214, 8008 Zürich

www.brust-zentrum.ch

Herzlichen Dank für den Vortrag!

Erika Rusterholz