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Präsentation

(26 Bilder/englisch)

 

von

PD Dr. med.

Günther Gruber

vom 7. Mai 2009:

 

Intraoperative Radiotherapie

(IORT)

bei Brustkrebs

HOME: brustkrebsverlauf.info

 

Herzlichen Dank

für den Vortrag!

Erika Rusterholz

siehe auch untenstehenden Text:

 

 

 

 

 

"Erfahrungen mit der IORT " von PD Dr. med. Günther Gruber

 

Die intraoperative Radiotherapie (IORT) des Tumorbettes beim Mammakarzinom ist ein neuartiges Verfahren der akzelerierten Teilbrustbestrahlung. Mögliche Vorteile sind die Verkürzung der gesamten Radiotherapiedauer, die Applikation der Dosis direkt im Tumorbett und der schnellstmögliche Einsatz der adjuvanten Bestrahlung, nämlich kurz nach Tumorentfernung. Noch nicht abschliessend geklärt ist die Langzeittoxizität der verwendeten hohen Einzeldosis und ob auf die zusätzliche Ganzbrustbestrahlung im Anschluss verzichtet werden darf.

 

Wir unterscheiden zwei Anwendungsgebiete:

 

IORT als vorgezogener "Boost" (= Dosisaufsättigung im Tumorbett zusätzlich zur Ganzbrustbestrahlung) bei Brusterhaltung:

Dieses Vorgehen wird in Salzburg seit 1998 routinemässig angewendet. Die Elektronenbestrahlung mit 9 Gy erfolgt dabei an einem im Operationssaal installierten Linearbeschleuniger. Bei 190 Patientinnen (Stadium I/II) wurde bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 51 Monaten kein Lokalrezidiv festgestellt. Bei der (nicht-randomisierten) Vergleichsgruppe mit einem herkömmlichen Elektronenboost (insgesamt 12 Gy) traten hingegen bei 188 Patientinnen 12 Inbrustrezidive auf bei allerdings längerer medianer Nachbeobachtung (median 81 Monate). Aktuarisch betrug die Inbrustrezidivrate nach 5 Jahren 4.3 % vs 0 % in der IORT Gruppe (p=0.0018). Als Ganzbrustbestrahlungsdosis wählte man 51 – 56.1 Gy mit einer Einzeldosis von 1.7 Gy.

Ähnlich gute Ergebnisse lieferte eine vor kurzem publizierte Arbeit der TARGIT Studiengruppe, bei der 301 Patientinnen zusätzlich zur IORT noch eine Ganzbrustbestrahlung erhalten haben. Bei einer Nachbeobachtungszeit von 3 bis 80 Monaten betrug die 5-Jahres-Lokalrezidivrate lediglich 2.6 %. Dabei wurde das INTRABEAM ® System (50 kV Orthovolt-Photonen) der Firma Zeiss verwendet. Bei hoher Applikatoroberflächendosis (20 Gy) besteht bei diesem System ein steiler Dosisabfall (noch ca. 5-7 Gy in 1 cm Entfernung).

 

IORT ohne anschliessende Ganzbrustbestrahlung bei Brusterhaltung:

Die Äquivalenz der IORT unter Verzicht auf die Nachbestrahlung der ganzen Mamma wird derzeit bei einem selektionierten Patientengut in randomisierten Studien geprüft. Mit Spannung werden die Ergebnisse aus Mailand erwartet, wo ein mobiler Linearbeschleuniger zum Einsatz kommt (ELIOT) und von 2000 bis 2007 1306 Patientinnen randomisiert wurden (herkömmliche Nachbestrahlung vs. einmalige IORT mit 21 Gy). Die mediane Nachbeobachtung beträgt 33.8 Monate. Der primäre Endpunkt ist die lokale Kontrollrate nach 5 Jahren.

Das INTRABEAM® wird im Rahmen der laufenden TARGIT Studie evaluiert. Von den 2232 geplanten Patientinnen wurden bereits 1565 Patientinnen an 23 Zentren randomisiert (Stand: 28.2.2009).

 

IORT ohne anschliessende Bestrahlung bei Nipple-Sparing-Mastektomie:

Die weitaus grösste Serie auf diesem Gebiet stammt aus Mailand: Petit et al (Epub 2009) haben von 3/2002 bis 11/2007 bei 1001 Fällen mit Nipple-Sparing-Mastektomie eine Einmalbestrahlung des Nipple-Areola-Komplexes (NAK) vorgenommen, 800 davon mittels IORT. Lokalrezidive traten in 14 Fällen auf (1.4 %), kein einziges davon im NAK Bereich.

 

Eigene Erfahrungen:

In einem Gemeinschaftsprojekt haben das UniversitätsSpital und die Klinik Hirslanden/Brustzentrum Seefeld, Zürich, im Dezember 2007 das INTRABEAM® installiert.

Bis anhin wurden an der Klinik Hirslanden in enger Zusammenarbeit mit dem Brustzentrum 76 IORTs durchgeführt, meist als vorgezogener 'Boost'. Bei 7 Patientinnen erfolgte die IORT im Rahmen der TARGIT Studie, bei 5 Patientinnen im Rahmen einer Nipple-Sparing-Mastektomie mit IORT des Nipple-Areola-Komplex.

Die IORT stellt den Radio-Onkologen vor neue Herausforderungen. Elementar sind dabei eine gute Zusammenarbeit mit dem Brustchirurgen und geregelte Abläufe zwischen OPS-Team, Medizinphysiker und Strahlentherapeut.

 

 

PD Dr. med. Günther Gruber

Klinik Hirslanden, Witellikerstr. 40, 8008 Zürich

www.bestrahlung.ch