Ein Brustkrebs und sein Verlauf

 

My Breast Cancer and its History

 

Brustkrebs: Infos für Ärzte

Senologie-Update 2009

Fettmetabolismus und Sport - neue Erkenntnisse

Dr. med. Eliane Sarasin, Zürich

Nebst genetischen Faktoren sowie der langjährigen Exposition weiblicher Geschlechtshormone spielt auch das Körperfett eine massgebende Rolle bei der Brustkrebsentstehung und insbesondere im Verlauf der Erkrankung.

Epidemiologische Beobachtungen (unterschiedliche Inzidenz und Verlauf von Brustkrebs in verschiedenen Kulturen) liessen einen Zusammenhang vermuten und aktuelle Kohorten-, resp. Fall-Kontrollstudien konnten diesen bestätigen.

 

Insbesondere lässt sich eine negative Beziehung zwischen Uebergewicht und Brustkrebsverlauf in der Prä- sowie deutlicher in der Postmenopause zeigen. Dies gilt ebenso für einen Gewichtsanstieg nach Brustkrebsdiagnose, ein häufiges Phänomen insbesondere bei jüngeren Frauen und bei Verabreichung einer adjuvanten Chemotherapie.

Das erhöhte Rückfall- sowie Mortalitätsrisiko ist unabhängig einer antihormonellen Therapie nachweisbar, sodass nebst dem erhöhten Oestrogen-/Testosteron-Spiegel bei der Adipositas nach weiteren Faktoren gesucht wird.

In den letzten 10 Jahren rückte Insulin und seine Rolle bei der Brustkrebserkrankung in den Fokus des Interesses. Uebergewicht ist häufig assoziiert mit hohem Insulinspiegel im Rahmen der Insulinresistenz. In vivo wie in vitro konnte man die proliferative und anti-apoptotische Aktivität von Insulin auf Brustkrebszellen nachweisen. Nicht erstaunlich ist es dementsprechend, dass Typ 11- Diabetikerinnen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko aufweisen.

In der heutigen Zeit, in der die Adipositas und das metabolische Syndrom als die Jahrhundertkrankheiten gelten,haben diese neuen Erkenntnisse eine massgebliche Bedeutung in der Primär- wie auch Tertiärprävention der Brustkrebserkrankung.

 

Die Motivation von gesunden nicht brustkrebserkrankten Frauen, ihren Lifestyle und insbesondere ihre Ernährungsgewohnheiten zu verändern, ist oft mässig, insbesondere über einen langen Zeitraum.

Dass dies jedoch bei Brustkrebsbetroffenen möglich und auch erfolgreich sein kann, zeigt die Women's Intervention Nutrition Study (WINS). Durch eine Reduktion des Fettanteils in der Ernährung mit konsekutivem Gewichtsverlust kam es zu erhöhtem krankheitsfreiem Ueberleben, insbesondere bei hormon-negativen Tumoren.

 

Die neuen Erkenntnisse über Insulin als "Target" bei der Brustkrebsbehandlung erlauben nebst Lifestyle-Interventionen (s. WINS) auch medikamentöse Therapiemöglichkeiten, wie erste Daten zu Metformin in der Brustkrebsbehandlung zeigen.

 

 

Frau Dr. med. Eliane Sarasin

Brust-Zentrum Zürich, Seefeldstr. 214, 8008 Zürich

www.brust-zentrum.ch

Herzlichen Dank für den Vortrag!

Erika Rusterholz