Ein Brustkrebs und sein Verlauf

 

My Breast Cancer and its History

 

Brustkrebs: Infos für Ärzte

Senologie-Update 2008

Was mache ich bei Mikrokalk?

Dr. med. Elisabeth Saurenmann, Zürich

Mit dem vermehrten Einsatz der Mammographie sind wir zunehmend mit dem Befund "Mikrokalk" konfrontiert.

 

Bei Vorliegen von Mikrokalk auf dem Röntgenbild müssen zuerst Artefakte (Hautveränderungen, Puder) ausgeschlossen werden. Dann erfolgt die Unterscheidung in benignen Mikrokalk (Haut- und Gefässverkalkungen, Fettgewebsnekrosen, Narbenkalk, verkalktes Fibroadenom, Plasmazellmastitis) und suspekten Mikrokalk (amorph, pleomorph, fein-linear, gruppiert oder segmental angeordnet).

 

Für die Beurteilung eines Mammographiebildes ist heute an vielen Orten die BI-RADS-Klassifikation (Breast Imaging Reporting and Data System des American College of Radiology) etabliert. Neben Verdichtungen und Architekturstörungen sind hier auch Verkalkungen Teil des Bewertungssystems.

Bedeutungsvoll für das weitere Vorgehen sind die BI-RADS-Gruppen

3: wahrscheinlich gutartig: kurze Intervallkontrolle

4: verdächtige Abnormität: Biopsie empfohlen

5: hoch verdächtig auf Malignität (fast sicher maligne): entsprechende Massnahmen nötig.

 

BI-RADS 4 und 5 – Läsionen, evtl. auch BI-RADS 3, bedürfen einer histologischen Klärung.

 

Die Stereotaxie ist heute die Methode der Wahl zur Abklärung sonographisch und klinisch nicht fassbarer, abklärungsbedürftiger Mammographieveränderungen. Minimal-invasive Mammaeingriffe sind effizienter, präziser und kostensparender, als eine offene Mamma-PE (Probeentnahme) nach Nadelmarkierung, und ambulant ohne Vollnarkose durchführbar (Konsensustreffen zu bildgesteuerten minimalinvasiven Mammaeingriffen, 5. April 2008, Zürich).

 

Nach einem stereotaktischen Eingriff ist bei benigner Histologie eine Kontroll-Mammographie nach 3 – 6 Monaten sinnvoll.

ADH/DCIS müssen wegen der Unterschätzungsgefahr offen nachreseziert werden. Carcinome benötigen eine adäquate Tumorchirurgie.

Über das weitere Vorgehen bei Risikoläsionen (lobuläre Neoplasie, FEA) wird Fr. Dr. C. Braschler berichten.

 

Der Vorteil der stereotaktischen Gewebeentnahme zur Diagnosesicherung zeigt sich darin, dass beim Vorliegen bösartiger Läsionen durch den Einsatz der minimal-invasiven Brustbiopsien im Gegensatz zu offenen Biopsien mit Drahtmarkierung Zweitoperationen etwa halb so häufig nötig werden.

 

 

Dr. med. Elisabeth Saurenmann

Brust-Zentrum Zürich, Seefeldstr. 214, 8008 Zürich

www.brust-zentrum.ch

Herzlichen Dank für den Vortrag!

Erika Rusterholz