Ein Brustkrebs und sein Verlauf

 

My Breast Cancer and its History

 

Brustkrebs: Infos für Ärzte

Senologie-Update 2007

Nebenwirkung-Prophylaxe und -Therapie

bei den gängigen Schemata der klassischen Chemotherapie

PD Dr. med. Victor Hofmann, Zürich

Die adjuvante Behandlung des primären MammaCa ist aus verschiedenen Gründen komplexer geworden, weil wir über mehrere sehr wirksame medikamentöse Therapien verfügen. Bei nicht HER2-positiven, aber hormonrezeptor-positiven Tumoren muss nebst der Hormonbehandlung die Notwendigkeit einer zusätzlichen zytostatischen Therapie jedes Mal sorgfältig abgewogen werden.

Bei negativen HER2- und Hormonrezeptoren kommt einzig die Chemotherapie in Frage.

 

Wir befinden uns in der 4. Dekade der modern geplanten und analysierten adjuvanten Studien für das primäre MammaCa und kommen zum Schluss, dass wir nicht wissen, 1. wer rezidivieren, 2. wer von der Behandlung profitieren und 3. wer einen Schaden durch die Behandlung erleiden wird. Gerade deswegen müssen sich Betreuer und Patientinnen gemeinsam für eine Behandlung entscheiden. Solange das metastasierende MammaCa eine schwer behandelbare und (meist) unheilbare Krankheit bleibt, wird die adjuvante Behandlung den entscheidenden Beitrag zur Heilung dieser Krankheit spielen. CMF war die erste adjuvante Chemotherapie, die in den Siebzigerjahren studiert wurde, und wir verfügen jetzt über 30 Jahre Verlaufsdaten. Sie ist der Standard, an dem sich spätere Behandlungen messen müssen.

 

Endoxan, 5-Fluorouracil, Anthrazykline (Adriblastin, Farmorubicin) und Taxane (Taxol, Taxotere) sind heute die 4 wichtigsten Zytostatika-Gruppen, die in einer definierten Kombination, Dosierung und Sequenz eingesetzt werden.

Anthrazyklinhaltige Kombinationen sind wirksamer, als CMF. Taxane-Anthrazyklinkombinationen sind ihrerseits wirksamer oder mindestens gleichwertig mit den besten Anthrazyklin-Therapien.

FEC100 (5-Flurouracil, Epirubicin 100 mg [Farmorubicin], Endoxan) und TAC (Taxotere, Adriblastin, Endoxan) sind zwei Beispiele für häufig verwendete Dreier-Chemotherapien.

4 Zyklen Adriblastin/Endoxan gefolgt von 4 Zyklen Taxol, bzw. 3 Zyklen FEC100, gefolgt von 3 Zyklen Taxotere sind zwei Beispiele von Therapien, bei denen Anthrazykline und Taxane sequenziert werden.

 

Diese Therapien können belastend sein. Alle verursachen eine reversible Alopezie und häufig eine schwere Neutropenie. Die anthrazyklinhaltigen Therapien werden wegen der Übelkeit und Stomatitis, die taxanhaltigen wegen der neuromuskulären Beschwerden gefürchtet. Nebenerscheinungen, wie die Übelkeit, können mit 5HT3 Antagonisten und Aprepitant, die Neutropenie mit Neupogen besser kontrolliert werden. Andere Nebenerscheinungen, wie die Stomatitis oder die Taxan-Folgen, sind schwieriger zu steuern. Andere Nebenerscheinungen, wie Gewichtszunahme, Müdigkeit, Schlafstörungen, Verstopfung, Traurigkeit, sind häufig und müssen individuell angegangen werden. In den meisten Fällen kann die Behandlung in der geplanten Dosierung und im gewünschten Zeitplan abgewickelt werden. Trotz allem empfindet die Mehrzahl der Frauen die Behandlung weniger belastend, als sie es vor Beginn befürchtet hat.

 

PD Dr. med. Victor Hofmann

Brust-Zentrum Zürich, Seefeldstr. 214, 8008 Zürich

www.brust-zentrum.ch

Herzlichen Dank für den Vortrag!

Erika Rusterholz