Ein Brustkrebs und sein Verlauf

 

My Breast Cancer and its History

 

Brustkrebs: Infos für Ärzte

Senologie-Update 2007

Chirurgische Komplikationen beim Mammakarzinom

Prof. Dr. med. Hans Ulrich Baer, Zürich

Sinn der Lebermetastasen-Chirurgie beim Mamma-Carcinom

 

Das Mamma-Carcinom metastasiert haematogen ossär und pulmonal und am dritthäufigsten in die Leber. In über 50% der Fälle kommt es - meist bei fortgeschrittener Erkrankung - zur Metastasierung in die Leber. Tritt eine Lebermetastasierung auf, so gilt dies als Systemerkrankung, da bei Lebermetastasen oft auch schon andere Teile des Körpers mitbetroffen sind. Die Resektion der Lebermetastasen wird deshalb kontrovers diskutiert.

 

Die Operation erhöht zwar die 5-Jahres-Überlebensrate - bei einer geringen operativen Letalität von unter 5 % und einer Morbidität von 20 % - signifikant auf 20 % bis 61 % (15 – 47 Monate). Trotzdem ist die Resektion von Lebermetastasen keine Standardtherapie in der Behandlung von Metastasen der Leber.

Strenge Selektionskriterien der Operationsindikation (singuläre Lebermetastasen, weniger als 4 Metastasen, keine extrahepatische Metastasierung, gute AZ und EZ nach vorausgegangener Radio- und Chemotherapie) schränken die Indikation ein und machen es unmöglich, grössere Fallzahlen in aktuellen Studien zu erreichen. Allgemein bestätigt sich zwar ein besseres Outcome nach einer chirurgischen Resektion. Die Überlebensraten schwanken jedoch von Studie zu Studie und sind für grössere Kollektive kaum zu analysieren. Eine Hormontherapie ist nach Lebermetastasierung bei primär Rezeptor-positiven Mamma-Carcinomen überwiegend begrenzt, da offenbar die Mehrzahl der Metastasen in der Leber Hormon-Rezeptor negativ ist. Daher könnte eine Leberresektion in selektiven Fällen sinnvoll sein.

 

Zusammenfassung: Die Leberresektion bei Metastasen des Mamma-Carcinoms sollte nur nach strengen Selektionskriterien vorgeschlagen werden. Ein komplettes präoperatives Staging mit Ausschluss anderweitiger Metastasen sowie eine lokale Rezidivfreiheit sind Voraussetzung und müssen nachgewiesen sein. Nur bei diesen selektiven Patientinnen ist die Leberchirurgie sinnvoll. In dieser speziellen Gruppe ist die Überlebensrate der Patientinnen durch die Leberresektion signifikant grösser.

 

 

Prof. Dr. med. Hans Ulrich Baer

Zentrum Viszeralchirurgie Klinik Hirslanden, 8032 Zürich

www.baermed.ch

Herzlichen Dank für den Vortrag!

Erika Rusterholz