Ein Brustkrebs und sein Verlauf

 

My Breast Cancer and its History

 

Brustkrebs: Infos für Ärzte

Senologie-Update 2005

Zusammenfassung der Kurzvorträge

von PD Dr. med.Christoph Rageth

Unter der Leitung des Brust-Zentrums an der Seefeldstrasse in Zürich fand am 27.5.2005 im Casino Lakeside Zürichhorn

das vierte Senologie-Update statt.

In 28 Referaten und 5 Fallvorstellungen wurden durch 18 Referentinnen und Referenten viele Neuerungen und auch Bekanntes aus der Abklärung und Behandlung der Brust präsentiert. Es nahmen gut 300 Ärztinnen und Ärzte teil.

Eine der wichtigsten Neuerungen beinhaltet die vollständige Abklärung eines Brustbefundes vor einer Operation.

 

Dr. Elisabeth Saurenmann zeigte auf, wie unter Zuhilfenahme aller Abklärungsmöglichkeiten (Nadelpunktionen, Vacuum-Biopsien, Stereotaktische röntgengesteuerte Biopsien und Bildgebung, wie Mammografie und Ultraschall) in über 90 % der Fälle die Diagnose gestellt werden kann. Bei gutartigem Befund muss entsprechend nicht mehr operiert werden, so dass sich die Anzahl Operationen auf ein absolut nötiges Minimum (< 10 % Eingriffe für benigne Leiden) beschränken. Frau Saurenmann zeigte auch auf, dass bei Bekanntsein der Diagnose im Falle von Brustkrebs seltener ein zweiter Brusteingriff nötig ist.

 

PD Dr. Markus Zuber und PD Dr. Gilles Berclaz zeigten auf, dass die Sentinel (Wächter-)Lymphknotenoperation sich mittlerweile etabliert hat, so dass die normale, bisher übliche Lymphknotenoperation fast ausschliesslich nur noch dann durchgeführt wird, wenn Lymphknotenmetastasen vorliegen.

 

Um mehr Auskunft über die Lymphknoten zu erlangen, wird immer häufiger eine Ultraschalluntersuchung der Lymphknoten in der Achselhöhle vorgenommen.

PD Dr. Christoph Rageth zeigte, dass die Lymphknoten auch mittels Nadelpunktion abgeklärt werden können, was zusätzlich unnötige Eingriffe sparen hilft. Weiterentwicklungen der brusterhaltenden Operationstechniken erlauben es, dass zum Teil auch grössere Tumoren brusterhaltend operiert werden können.

 

Dr. Stefanie von Orelli und Dr. Rosanna Zanetti beschrieben die vielen neueren Punktionstechniken (u.a. stereotaktische und Vakuumbiopsie).

 

Prof. Daniel Fink berichtete über die immer häufiger durchgeführte medikamentöse Behandlung vor einer Brustkrebsoperation. Man erhält so Informationen über das Ansprechen eines Tumors auf die verabreichten Medikamente. Zudem wird dadurch etwas Zeit gewonnen, um sich über die durchzuführende Operation (Brustentfernung mit oder ohne Rekonstruktion) besser Gedanken machen zu können.

 

Ursula Jean, Psychologin am Brust-Zentrum, und Dr. Eliane Sarasin Ricklin informierten über das Angebot im Bereiche der psychologischen Unterstützung. Es erstaunt, dass diese Dienste relativ selten in Anspruch genommen werden; und die Ärztinnen und Ärzte haben Angst, dass die Patientinnen meinen, man wolle sie Abschieben oder psychiatrisieren, wenn man ihnen eine psychologische Betreuung offeriert.

 

Claudia Rodemers hielt ein eindrückliches Referat aus Sicht der Betroffenen und zeigte den Tagungsteilnehmern auf, was Patientinnen in der Anfangszeit erwarten und wie ihnen am besten geholfen werden kann. Dr. h.c. Susi Gaillard stellte die wertvollen Hilfemöglichkeiten der Organisation LEBEN WIE ZUVOR vor.

 

Dr. Hans Peter Kern und Dr. Werner Jaeck erklärten die Brustrekonstruktionsmöglichkeiten.

 

Die Pathologischen (mikroskopischen und chemischen) Untersuchungen haben neue Methoden und neue Terminologien, welche durch Dr. Zsuzsanna Varga und PD Dr. Rosmarie Caduff erklärt wurden.

 

PD Dr. Rahel Kubik vertrat die Röntgenspezialisten und fasste die Entwicklungen in der Mammografie und Magnetresonanztomografie zusammen.

 

Nachdenklich stimmt, dass – wie Prof. Bettina Borisch, Präsidentin Europadonna Schweiz, berichtete – in der Schweiz ein Röstigraben auch im Bereich der Mammografie-Vorsorge im Entstehen begriffen ist, indem die deutschschweizerischen Kantone und der Kanton Tessin noch längere Zeit nicht in der Lage sein werden, ein Vorsorge-Mammografieprogramm anzubieten.

 

Dr. Christian von Briel berichtete über die Neuerungen in der Strahlentherapie, welche zum Teil bereits verwirklicht werden (gezieltere Bestrahlung – z.B. atemabhängige Bestrahlungen) und zum teil Zukunftsmusik sind (Bestrahlung direkt während der Operation).

 

PD Dr. Hofmann informierte über die neusten ermutigenden Erfahrungen mit der Herceptin-Behandlung, und Prof. Dr. Rolf Steiner verhalf mit seiner grossen Erfahrung und informativen Diskussionsbeiträgen der Tagung ebenfalls zu einem guten Gelingen.

 

 

PD Dr. med. Christoph Rageth

Brust-Zentrum Zürich, Seefeldstr. 214, 8008 Zürich

www.brust-zentrum.ch

Herzlichen Dank für die Zusammenfassung!

Erika Rusterholz