Ein Brustkrebs und sein Verlauf

 

My Breast Cancer and its History

 

Brustkrebs: Infos für Ärzte

Senologie-Forum 2007

Die Therapie des Lokalrezidivs nach brusterhaltender Therapie (BET) des Mammakarzinoms

Prof. Dr. med. Rolf Steiner

Die Standardtherapie des Lokalrezidivs nach brusterhaltender Therapie ist die Mastektomie +/- axilläre Revision. Die Gründe hierzu liegen unter anderem darin, dass in der Regel eine erneute Radiotherapie nicht möglich ist und das kosmetische Resultat nach nochmaliger Brusterhaltung nicht immer akzeptabel ist.

 

Aber auch nach Behandlung des Rezidivs durch Ablatio kommt ein zweites Lolakrezidiv in bis zu 32 % vor, meist jedoch unter 10 %. Da also selbst die Ablatio keinen sicheren Schutz vor einem Zweitrezidiv bietet, kann im individuellen Fall unter Umständen auch ein erneutes brusterhaltendes Vorgehen gewählt werden. In Bezug auf das 5-Jahres-, bzw. 10-Jahres­Überleben zeigt sich interessanterweise bei geeigneter Auswahl der Patientinnen kein signifikanter Unterschied gegenüber der Ablatio.

 

Insgesamt sprechen folgende Faktoren kumulativ für die Option einer erneuten brusterhaltenden Therapie:

Je älter die Patientin, je länger das Intervall zur Primärdiagnose, je grösser der Abstand des Rezidivs zum primären Tumorbett;

je kleiner das Rezidiv, je geringer die radiotherapeutische Vorbelastung, je grösser das Brustvolumen und je grösser die Risikobereitschaft der Patientin, desto eher kommt die Brusterhaltung in Frage.

Hierbei müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: keine Multizentrizität oder Multifokalität des Rezidivs, RO-Resektion und die Möglichkeit einer ergänzenden Radiotherapie auf das neue Tumorbett. Dies ist nicht selten zumindest im Sinne eines Boostes möglich. Ferner muss das Vorgehen natürlich dem Wunsch der Patientin entsprechen und ein akzeptables kosmetisches Resultat ermöglichen.

 

Bei bekannter Fernmetastasierung wird grundsätzlich angestrebt, der Patientin eine Mastektomie zu ersparen und möglichst brusterhaltend vorzugehen, wenn dies sinnvoll und technisch machbar ist. Eine prätherapeutische Umgebungsabklärung ist deshalb unumgänglich.

 

Prof. Dr. med. Rolf Steiner

Gynäkologie/Geburtshilfe, Kantonales Frauenspital Fontana, CH-7000 Chur

www.frauenspital-fontana.ch

Herzlichen Dank für den Vortrag!

Erika Rusterholz