Ein Brustkrebs und sein Verlauf

 

My Breast Cancer and its History

 

Brustkrebs: Infos für Ärzte

Fortbildung UniversitätsSpital Zürich

HOME: brustkrebsverlauf.info

Praxis der Mamma-Sonographie vom 29.6. 2006:

© Copyright by FHK

Der gewünschte Vortrag erscheint durch Anklicken des roten Titels (hieher retour mit beim jeweiligen Textende):

 

Die Mamma in der Sonographie

- von Frau Dr. M. Michael Widmer, Zürich

Was soll der Gynäkologe schallen?

- von Prof. R.A. Steiner, Chur

BI-RADS – Klassifikation und Mamma-Sonographie:

- von Frau Dr. M. Michael Widmer, Zürich

- von Frau Dr. J. Pòk, Zürich

Abklärung sonographischer Brustbefunde: minimal-invasisv

- von Frau Dr. St. von Orelli, Zürich

Abklärung sonographischer Brustbefunde: mit FNP

- von Frau Dr. B. Bode, Zürich

Stellenwert der Axilla-Sonographie

- von Prof. R. A. Steiner, Chur

 

Nachstehend die Vorträge in obiger Reihenfolge:

 

 

Die Mamma in der Sonographie

Frau Dr. M. Michael Widmer, Zürich

 

Die Morphologie des Brustgewebes hat eine hohe interindividuelle und intraindividuelle Variabilität, abhängig von Alter und Funktionszustand. Voraussetzungen für die Beurteilung der Mamma in der Sonographie sind richtige Indikation, Kenntnisse der Normalanatomie, richtige technische Geräteeinstellung.

 

Etablierte Indikationen sind Mastodynie bei Frauen < 30 Jahre, palpable Läsionen (Unterscheidung Zyste/solider Befund), Zusatzuntersuchungen zur MG bei dichter Brust, ultraschallgesteuerte Interventionen. Eine technische Voraussetzung ist die Verwendung einer 7 MHz oder 10-13 MHz Linearsonde.

 

Die Basiseinstellung der Geräteparameter umfasst: Fett mittelgrau, Fett schallkopfnah resp. schallkopffern gleiche Graustufe. Der Fokus muss auf Höhe einer Läsion gelegt werden, sonst ist das dorsale Echoverhalten nicht konklusiv zu beurteilen. Die Untersuchung muss zudem in 2 Ebenen erfolgen.

 

Bei Vorliegen einer Läsion sollte Form (inklusive Breite/ap-Ratio), Kontur/Rand, Echotextur, dorsales Echoverhalten, Grösse, Verkalkungen, Komprimierbarkeit, Mobilität, Architekturstörung der Umgebung beurteilt werden.

oll

Was soll der Gynäkologe schallen?

Prof. R.A. Steiner, Chur

 

Aufgrund der Datenlage ist es einfacher, zu definieren, welche Untersuchungen nicht durchgeführt werden sollen: Gelegenheitssonographie und Karzinom-Screening.

 

Hingegen hat sich die Sonografie bewährt als gezielte, ergänzende Untersuchung bei unklaren Befunden in Klinik, MG und MRI und im weiteren als Zusatz bei mammographisch sehr dichtem Drüsengewebe.

 

Sie eignet sich auch zu Verlaufskontrollen, z.B. bei neoadjuvanter Therapie.

 

Schliesslich können Punktionen (FNP/Truecut/Markierungen) mit guter Treffsicherheit unter US-Kontrolle durchgeführt werden.

 

Voraussetzung sind adäquate Weiter-/Fortbildung, hochstehende Infrastruktur, stete Korrelation der US-Befunde mit Klinik, MG/MRI und Pathologie sowie interdisziplinäre Kooperation.

 

Bei Patientinnen < 30 Jahren ist es die Bildgebung der ersten Wahl.

 

BI-RADS – Klassifikation und Mamma-Sonographie:

Frau Dr. M. Michael Widmer, Zürich

Frau Dr. J. Pòk, Zürich

 

BI-RADS, ein „Breast Imaging and Reporting Data System“, wurde vom American College of Radiology (ACR) zu Beginn der 90er Jahre für Mammographien eingeführt. Sie findet nun auch zur Klassierung von sonographischen Befunden Anwendung.

 

BI-RADS-Ultraschall liegt in der 1. Edition von 2003 vor:

- Kategorie 0: braucht zusätzliche Bildgebung

- Kategorie 1: negativ (d.h. keine Masse, keine Architekturstörung, kein Kalk, keine Hautverdickung etc.)

- Kategorie 2: benigne Befunde (z.B. Zysten, intramammäre Lymphknoten, Brustimplantate, stationäre postoperative Befunde, stationäre Fibroadenome)

- Kategorie 3: Whs benigne Befunde, kurzfristige Verlaufskontrolle empfohlen (Läsionen mit scharfen Rändern, ovalärer Form, horizontaler Orientierung, Malignitätsrisiko unter 2 %.)

- Kategorie 4: suspekt, Biopsie sollte erwogen werden (Läsionen mit intermediärer Wahrscheinlichkeit für Malignität)

- Kategorie 5: hochsuspekt, fast sicher maligne, eine adäquate Aktion sollte folgen (Risiko auf Malignität von 95 % oder grösser)

 

Das BI-RADS Ultraschall-Lexikon beurteilt

Form (oval, rund, irregulär),

Orientierung (horizontal, vertikal),

Ränder: (zirkumskript, nicht zirkumskript),

Begrenzungsbereich (scharfe Grenze, echogener Halo),

Echoverhalten (anechogen, hyperechogen, komplex, hypoechogen, isoechogen),

dorsale akustische Phänomene (nicht vorhanden, Schallschatten, Schallverstärkung, kombiniertes Muster),

Effekte auf das umliegende Gewebe (Veränderungen der Milchgänge, der Cooperschen Ligamente, Oedem, Architekturstörung, Hautverdickung, -irregularitäten),

Verkalkungen (Makroverkalkungen, Mikroverkalkungen in einer Masse, ausserhalb einer Masse),

Vaskularität (Vorhanden in Läsion, in Bezug zur Läsion, vermehrte Vaskularisation des umliegenden Gewebes).

minimal-invasisv

Abklärung sonographischer Brustbefunde: minimal-invasisv

Frau Dr. St. von Orelli, Zürich

 

Zur Abklärung von sonographischen Befunden wird heute neben der Feinnadelpunktion immer mehr die Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie und die vakuumassistierte Biopsie durchgeführt. Das Ziel der Punktionen sollte der verlässliche Ausschluss von Malignität, respektive deren Beweis, sein.

 

Grundsätzlich gilt: je grösser das Biopsieinstrument, desto verlässlicher die diagnostische Aussage.

Neben den Interventionen bei nur sonographisch darstellbaren Befunden wird auch die Punktion von palpablen Befunden weitgehend sonographisch kontrolliert. Dies insbesondere bei kleinen, schlecht abgrenzbaren, mobilen und tiefen Läsionen.

Wann welches Biopsieverfahren gewählt werden soll, wird immer wieder diskutiert.

 

Die Indikationen für die Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie sehen wir

1. bei Befunden, welche sowohl in der Mammographie, wie auch in der Sonographie BIRADS 4-Läsionen entsprechen,

2. bei den nur sonographisch darstellbaren BIRADS 5-Läsionen,

3. bei suspekten palpablen Befunden, insbesondere auch vor neoadjuvanter Chemotherapie.

 

Bei der Biopsie werden möglichst 5 Proben entnommen. Die vakuumassistierte Biopsie setzen wir mehrheitlich bei den einzig in der Sonographie nachweisbaren BIRADS 4-Veränderungen ein.

 

Gelegentlich wird die vacuumassistierte Exzision von gutartigen Befunden im Sinne eines minimalinvasiven Eingriffes indiziert. Dabei können vor allem Befunde unter 2 cm gut entfernt werden.

FNP

Abklärung sonographischer Brustbefunde: mit FNP

Frau Dr. B. Bode, Zürich

 

Die Feinnadelpunktion (FNP) stellt eine einfache, komplikationsarme und kostengünstige Methode der Gewinnung von diagnostischem Material in der Abklärung von Mamma-Läsionen dar. Sie ist für die Patientin minimal belastend, benötigt wenige Minuten zur Durchführung und kann je nach Bedarf die Diagnose innert 1 Stunde liefern (telefonischer Bericht). Bei einer nichteiligen Einsendung liegt der schriftliche Befund innerhalb von 24 Stunden vor.

 

Die Korrelation des sonographischen Befundes mit dem zytologischen Bild ist äusserst wertvoll bezüglich der Beurteilung der Repräsentativität des gewonnenen Materials; so ist z.B. bei Verdacht auf ein intramammäres Lipom eine Probe auch ohne Epithelien diagnostisch verwertbar.

Die Kombination der FNP mit der Sonographie erlaubt zytologische Untersuchungen nicht nur der palpablen, sondern auch der nichtpalpablen Veränderungen.

Die sonographische Kontrolle der Platzierung der Nadel innerhalb der Veränderung erlaubt eine präzise Materialentnahme. Isolierter Mikrokalk kann jedoch auf diese Weise nicht dargestellt und abgeklärt werden.

 

Während die zytologische Diagnose der invasiven Karzinome mit hoher Spezifität möglich ist, ist die genaue Subtypisierung der proliferativen lowgrade Brustveränderungen nicht immer möglich.

Die Aussagekraft einer FNP hängt grundlegend von der Qualität und dem Erhaltungszustand des gewonnenen Zellmaterials ab. Die Voraussetzungen der optimalen Ergebnisse der FNP sind: das Erfassen der Läsion, die technisch einwandfreie Durchführung der Punktion und die optimale Verarbeitung des gewonnenen Materials.

 

Bei entsprechenden Indikationen (neoadjuvante Therapie, Rezidive, Metastasen) sind die therapierelevanten Untersuchungen (Hormonrezeptoren, Her-2-Status) am zytologischen Material grundsätzlich möglich.

 

Stellenwert der Axilla-Sonographie

Prof. R. A. Steiner, Chur

 

Der axilläre Lymphknotenstatus ist nach wie vor der wichtigste Prognosefaktor beim primären Mammakarzinom. Aufgrund definierter Dignitätskriterien lassen sich suspekte Lymphknoten identifizieren.

 

Die sonographisch gesteuerte Feinnadel- oder TruCut-Punktion gibt im positiven Fall zuverlässig Auskunft über eine Metastasierung. Mit dieser Information kann die Indikation zur axillären Lymphonodektomie direkt gestellt und eine Sentinel-LK-Exzision vermieden werden.

Die sonographisch gesteuerte Punktion verlangt gute Kenntnisse der axillären Anatomie und viel Erfahrung im Umgang mit dem Punktionsmaterial.

 

Fehlen sonographische Malignitätskriterien und ist die Punktion negativ, so stellen palpable Lymphknoten keine Kontraindikation zur Sentinel-LK-Exzision (Sentinel-Lymphknoten-Biopsie) dar.

 

UniversitätsSpital Zürich

Dept. Frauenheilkunde, Klinikdirektor: Prof. Dr. med. Daniel Fink, 8091 Zürich

www.gynaekologie.usz.ch

Herzlichen Dank für die Vorträge!

Erika Rusterholz