Ein Brustkrebs und sein Verlauf: Inhaltsübersicht

 
 

 

 

 

 

 

 

last update 29. Nov. 2016

Copyright © Nov. 2004

Erika Rusterholz

Medical Support:

PD Dr. Mathias Fehr

PD Dr. Christoph Rageth

 

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THERAPIE adjuvant

 

 

 

Welche Therapien sind nach meiner Brustkrebs-Operation vorgesehen?

 

Als adjuvante Therapie bezeichnet man die zusätzliche Chemo-, Radio- oder Hormontherapie bei Krebspatienten, deren Tumor bereits operativ entfernt wurde (lat. adiuvare: unterstützen).

Die adjuvante Therapie soll helfen, z.B. nicht mehr nachweisbare Mikrometastasen zu zerstören und Tumorzellen in Blut- oder Lymphbahnen abzutöten.

Die adjuvante Therapie kann idealerweise das Wiederauftreten bzw. die Metastasenbildung eines Tumors verhindern oder aber die Zeit bis zu einem Rezidiv verlängern.

 

Nach der brusterhaltenden Operation ist nun zwingend eine Radiotherapie (Bestrahlung) durchzuführen, um sicher zu gehen, dass in der Brust wirklich keine Krebszellen mehr vorhanden sind.

Eine zusätzliche Therapie ist die Einnahme von Medikamenten während fünf Jahren.

 

Glücklicherweise zeigten die Laboruntersuchungen meines Tumors und die weiteren Abklärungen eine günstige Ausgangslage:

rechts: invasiv-duktal pT1b und mikroinvasiv-lobulär, G1, LCIS

links: invasiv-duktal pT1c, G2, LCIS

beidseits ER/PR positiv, Her-2 negativ, kein Lymphknotenbefall,

so dass bei mir keine Chemotherapie angezeigt war.

 

Welche Frauen brauchen eine Chemotherapie?

Zum Statement "Chemotherapie" von Prof. Dr. med. Beat Thürlimann, St. Gallen:

 

 

RADIOTHERAPIE

 

Die postoperative Radiotherapie wird mit täglichen Therapiesitzungen (werktags, d.h. 5 x pro Woche) während 4 bis 6 Wochen durchgeführt. Einzeldosis und Gesamtdosis sind von der Situation abhängig. Bestrahlt wird in der Regel die ganze Brust, eventuell wird für die letzten Therapiesitzungen die Bestrahlung auf den ehemaligen Tumorsitz (= Boost) eingeschränkt.

 

Therapie für mich:

Bestrahlung mit total 50 Gy pro Feld in 25 Einzeldosen von 2 Gy.

Ein Boost (zusätzliche Bestrahlung direkt auf den ehemaligen Tumorsitz) ist in meinem Fall nicht nötig, da laut Chirurg weit im Gesunden operiert worden ist.

 

Brustkrebs: Bestrahlungsplanung

Sehr wichtig ist eine gute Bestrahlungsplanung, damit die Nebenwirkungen möglichst klein gehalten werden können.

 

Die Dosisverteilung wird computerunterstützt berechnet und optimiert.

Damit im Gewebe eine gleichmässige Dosisverteilung resultiert, kommen in der Therapiemaschine (in den Abbildungen nicht sichtbare) Filter zum Einsatz.

 

Die vom Planungscomputer berechneten Einstellungen werden elektronisch an die Therapiemaschine transferiert. Dort gewährt eine elektronische Absicherung, dass die Behandlungen mit den korrekten Einstellungen wie geplant durchgeführt werden.

Brustkrebs: Einstellung Bestrahlungsgerät

 

Einstrahlfelder aus der Sicht des Therapiegeräts (beam's eye view):

Digital rekonstruiert sehen sie (wie in einem Röntgenbild) den Körper.

Das Einstrahlfeld ist blau oder violett markiert, in den schraffierten Flächen ist der Therapiestrahl abgedeckt.

Im Schema in der linken Ecke ist die jeweilige Einstellung der Therapiemaschine eingeblendet.

 

Die Bestrahlung erfolgt in Rückenlage mit ausgestreckten Armen.

Bestrahlungsdauer ca. 1 Minute für jedes Bestrahlungsfeld.

 

vier BILDER

Drei Termine sind vor der

eigentlichen Bestrahlung

vorgesehen:

 

 

-Aufklärungs-Gespräch über die Bestrahlung bei einem Arzt in der Radiologie.

-Computertomographie, damit die Bestrahlung körpergerecht geplant werden kann.

-Simulation, bei der die Markierungen für die Bestrahlung auf dem Oberkörper angebracht werden.

 

TIPP zum Termin "Simulation":

 

Vor dem Termin "Simulation" die zu bestrahlende Brust und Körperseite nur gründlich waschen, da auf einer eingeölten/eingecremten Haut die Filzstift-Markierungen für die Bestrahlung sehr schnell verwischen. Die Markierungen müssen während der ganzen Bestrahlungszeit gut sichtbar bleiben.

Das Waschen von Brust und Körperseite wird durch die Markierungen erschwert.

 

Falls die Haut nicht sensibel auf Kleber reagiert, können die Markierungen abgedeckt werden mit durchsichtiger Folie, trotzdem muss von Zeit zu Zeit nachgezeichnet werden.

Brustkrebs: Radiotherapie Terminplan

Bei einem Bestrahlungstermin ist es sehr wichtig, ganz pünktlich zu erscheinen, damit die jeweils vorgesehene Zeit von 15 Minuten für das Entkleiden, die Bestrahlung und das Ankleiden eingehalten werden kann. Bei beidseitiger Bestrahlung braucht es ca. 20 Minuten.

 

Nach etwa 2 – 3 Wochen Bestrahlung wird sich die Haut ziemlich sicher immer mehr röten, dann beginnt auch das Jucken, je nach Hauttyp. Nicht einengende Unterwäsche, speziell aus Seide, ist da sehr empfehlenswert.

Während der ganzen Zeit wird wöchentlich ein Arzt die bestrahlte Haut ansehen und gegebenenfalls eine spezielle Creme zur Linderung anordnen. Eigene Salben sollten nicht verwendet werden!

 

 

Die nachstehenden Bilder zeigen die Veränderung meiner Haut nach der Bestrahlung:

 

Brustkrebs: Radiotherapie Markierungen

Brustkrebs: Markierungen für Bestrahlung

Aussehen nach 5 Wochen Bestrahlung:

Auf den Bildern links fehlten noch zwei Bestrahlungen zum Total von 50 Gy.

 

Nach der letzten Bestrahlung wurden die Markierungen entfernt.

 

Bestrahlte Brust

Bestrahlte Brust 4 Tage nach Ende Radiotherapie

4 Tage waren seit der Bestrahlung vergangen,

Dermovate NN Creme (vom Dermatologen), während dieser 4 Tage aufgetragen, hatte die Bläschen fast zum Verschwinden gebracht.

 

Bestrahlte Brsut 2 Wochen nach Ende Radiotherapie

Brustkrebs: verbrannte Haut nach Radiotherapie

Danach hatte Solcoseryl Gel (vom Dermatologen), während 14 Tagen aufgetragen, die sehr belastete Haut erneuert, die bestrahlte löste sich in Fetzchen ab.

 

Von da an wurde das Aussehen jeden Tag besser, das Jucken liess nach.

Das Aussehen 4 Wochen nach Bestrahlungsende:

 

zum Anklicken: vier BILDER

 

Die Haut wurde immer schöner, jedoch musste ich während der ersten vier Wochen die Sonne meiden.

Gespannt war ich auf die Brustform nach drei Monaten. So lange können nämlich noch Veränderungen des Gewebes auftreten, z.B. kann die Brust klein und hart werden.

 

3 Monate nach

Bestrahlungsende gefiel mir die "neue" Brust schon recht gut:

 

zum Anklicken:

vier weitere BILDER

Brustkrebs: 3 Monate nach Ende Radiotherapie

Ich bin positiv überrascht:

Die Haut ist wunderbar geworden, sie fühlt sich weich und fein an.

Die Narben sind noch gut sichtbar.

Das Volumen der Brust ist nun zwar beidseits ca. ein Drittel kleiner, aber durch die neue Formgebung während der Operation sieht sie ästhetisch = schön aus.

 

 

TIPP für die Zeit nach der Bestrahlung

 

Die Bestrahlung verändert meistens die Brust, es bilden sich darin harte Stellen.

Nach den ersten zwei Wochen Bestrahlung gab mir der Nachsorgearzt den Ratschlag, diese Verhärtungen mit zwei Fingern zu zerdrücken, aber dies müsste mindestens zweimal täglich erfolgen und sofort nach Ertasten der ersten harten Knöllchen. Am besten wird nach dem Zerdrücken dieser Verhärtungen die ganze Brust wie ein Schwamm durchgeknetet.

Während der fünften Bestrahlungswoche hat sich die Haut doch ziemlich gerötet, eine Durchknetungspause war angebracht, bis sich die Haut wieder beruhigt hatte (bis etwa eine Wochen nach Bestrahlungsende).

 

Obiges ist zwar eine kleine Prozedur, aber sie lohnt sich sehr! Ein halbes Jahr habe ich das Brustgewebe nun durchgeknetet, Verhärtungen sind keine mehr vorhanden. Die Brust ist zwar klein, das Gewebe hat sich jedoch in letzter Zeit verfestigt und eine gleichmässig runde Form angenommen (BH ist überflüssig). Das gute Ergebnis freut mich sehr!

Etwa fünf Monate nach der Bestrahlung hat die ständige Verhärtung des Brustgewebes aufgehört.

Um die Narben geschmeidiger zu machen, ist weiteres Zerreiben des Narbengewebes zwischen den Fingern sehr hilfreich.

 

 

ANTIHORMONTHERAPIE

 

Frauen mit hormonempfindlichem Brustkrebs erhalten im Anschluss an die Behandlung während fünf Jahren ein Medikament, das verhindern soll, dass das Hormon Östrogen noch vorhandene Krebszellen stimuliert.

 

Mein Knoten mit Mammakarzinom links und die Mikroverkalkungen mit Mammakarzinom rechts, beide invasiv-duktal, waren unterschiedlich hormonpositiv:

links = 40 % Östrogen- und 20 % Progesteron-Rezeptoren

rechts = 100 % Östrogen- und 40 % Progesteron-Rezeptoren

 

Ich darf das üblich verordnete Tamoxifen nicht einnehmen wegen einer früher aufgetretenen Beinvenen-Thrombose. Entsprechend wurde mir ein Aromatasehemmer verordnet, einzunehmen während fünf Jahren.

Start der täglichen Tablette "Arimidex" war am 16.5.04.

 

Nach genau einem Jahr wollte ich das Medikament absetzen wegen der Nebenwirkungen: innert kurzer Zeit hatte ich sechs Kilos abgenommen und wog noch 43 kg, meine Haut fühlte sich an wie Pergamentpapier, die Schleimhäute waren sehr trocken, guter Schlaf war nicht mehr möglich... und ich hatte sehr oft schlimmes Pulsrasen (siehe "Nachsorge"). Ich stiess bei den Ärzten auf Verständnis, und zwar auch deswegen, weil mein Körper sozusagen alles Fett verloren hatte, ich fast 70-jährig war und sich somit kaum mehr Hormone bilden konnen.

Welche Resultate wird die Nachsorge während der nächsten Jahre ergeben?

 

Neu und hilfreich:

Der Verein, der bei Verdacht oder Diagnose Brustkrebs weiterhilft

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