Ein Brustkrebs und sein Verlauf

 

My Breast Cancer and its History

 

Brustkrebs: Nachsorge

Katheter-Ablation

Pulsrasen über Jahrzehnte -

wie konnte ich mich davon befreien?

 

Während über 20 Jahren litt ich unter Pulsrasen. Es trat ganz plötzlich auf, und zwar dann, wenn ich an etwas Spezielles, meist Unschönes, dachte; manchmal auch, wenn ich von vielen Menschen umgeben war, wenn ich mich in einer Stresssituation befand. Vielfach konnte ich mit Würgen den schnellen Puls wieder zur Normalität bringen. Manchmal brachte keiner der bekannten Tricks Erfolg, und es dauerte dann einige Stunden, während derer mein sonst schon niedriger Blutdruck noch mehr sank, mir heiss und gleich wieder kalt wurde und mich weiteres Ungemach zu einem Häufchen Elend werden liess. Und dann war der Pulsschlag plötzlich wieder normal und ich wieder voll da. Aber es war jeweilen eine sehr unangenehme Situation.

 

Die folgenden Zeilen sind für ebenfalls an schwerem Pulsrasen/Herzrasen leidende Personen gedacht:

 

Zwei jeweilen über fünf Stunden andauernde Attacken im Nov. 2004 und März 2006 bedingten eine ambulante Spital-Notaufnahme: das Pulsrasen konnte mittels Krenosine-Injektion gestoppt werden. Anhand der EKG's konnte festgestellt werden, dass es sich bei mir um eine supraventrikuläre Tachykardie handelte, also um eine Fehlleitung (wahrscheinlich seit jeher), und bei mir vermutlich im rechten Vorhof unterhalb des AV-Knotens gelegen. Diese könne mittels Katheter-Ablation (Verödung) unterbrochen werden, so dass das Pulsrasen höchstwahrscheinlich nie mehr auftrete.

Das tönte sehr gut, nur hatte ich enorme Angst vor Komplikationen, welche mir ebenfalls unterbreitet worden sind. Ich wollte also noch zuwarten.

 

Aber dann, ab ungefähr Mitte März 2006 (es ging mir seelisch schlecht), hatte ich kaum einen Tag ohne vermehrtes, meistens ganz kurzes, aber auch über zweistündiges Pulsrasen.

 

Am 12. April 2006 habe ich mich einer Katheter-Ablation unterzogen.

Diagnose: AV Knoten Reentrytachykardie

- slow / fast

- Ablation der langsamen Bahn

 

Drei Katheter wurden in der Leiste (Lokalanästhesie) durch die Vene bis zum Herz eingeschoben. Im Vorhof wurden sie plaziert: einer beim Sinus-Knoten, einer beim AV-Knoten und der dritte beim vermuteten Arrhythmie-Herd darunter. Auf einem Monitor konnte ich diesen Vorgang verfolgen, es war sehr spannend. Dann wurde mittels Computer das Pulsrasen künstlich ausgelöst. Der sich in der Nähe dieser Stelle befindende Katheter wurde entfernt und durch einen Elektrodenkatheter ersetzt, welcher nun Hochfrequenzstrom an das Gewebe abgab, dieses erhitzte und damit die falsche Erregungsleitung unterbrechen konnte.

 

Für mich ist nun eine bessere Lebensqualität eingetreten - hätte ich diesen Eingriff nur schon früher durchführen lassen!

 

Uebrigens: nicht nur Frauen sind von diesem Pulsrasen betroffen, mein Mann war es auch. Er hat den gleichen Eingriff ebenfalls gewagt, weil es mir so gut ergangen ist. Bei ihm war jedoch erst die zweite Katheter-Ablation erfolgreich und das Pulsrasen für immer vorbei.

 

 

Video einer Katheter-Ablation

von Dr. med. Christophe Wyss, Kardiologe am UniversitätsSpital Zürich,

 

zeigt zuerst das normal schlagende Herz, dann plötzliches Pulsrasen - zwei grüne und ein roter Katheter werden sichtbar, der rote verödet den Arrhythmie-Herd, die Katheter werden zurückgezogen - das Herz schlägt nun wieder normal.

Zur wmv-Datei (12 MB)

 

PD Dr. med. Christophe Wyss und Prof. Dr. med. Thomas F. Lüscher, USZ

12. März 2012: Universität Zürich - Antrittsvorlesung von Dr. med. Christophe Wyss als Privatdozent

(links im Bild) zusammen mit Prof. Dr. med. Thomas F. Lüscher, Klinikdirektor Kardiologie, UniversitätsSpital Zürich

Herzliche Gratulation!

 

Herzinfarkt - Ja oder Nein?

Autor: PD Dr. med. Christophe Wyss - erschienen in: Patientenzeitschrift "Mittelpunkt"

Brustschmerzen haben unterschiedliche Ursachen, doch allen gemein ist, dass sie die Betroffenen ängstigen. Wenngleich bis zu 90 % der Symptome in einer ersten Abklärung als unbedenklich eingestuft werden können, ist ein rasches Handeln der Betroffenen dennoch angezeigt. Gerade in lebensbedrohlichen Situationen ist jede Minute entscheidend. - Zur Publikation

 

 

Auszug aus der Patienteninformation der Schweizerischen Herzstiftung - "Herzrhythmusstörungen":

 

Paroxysmale (supraventrikuläre) Tachykardie

Bei der paroxysmalen (anfallsartigen) Tachykardie beginnt das Herz von einer Sekunde auf die andere sehr schnell (150 bis 220/Min.) zu schlagen. Ein solcher Anfall von Herzjagen kann wenige Sekunden, aber auch mehrere Stunden dauern und ebenso schnell verschwinden, wie er begonnen hat. Eine paroxysmale Tachykardie kann auch junge Menschen betreffen und das ganze Leben hindurch immer wieder auftreten. Nach einem Anfall ist die Person meist erschöpft. Obschon diese Form von Herzrhythmusstörung selten gefährlich ist, bedarf sie einer medizinischen Behandlung, da sie die Lebensqualität beeinträchtigen kann.

 

 

 

Katheter-Ablation

Eine moderne Behandlungsmethode ist die Verödung (Ablation) des Arrhythmie-Herds mittels Katheter und Hochfrequenzstrom. Die Herzspezialisten setzen dabei ähnliche Katheter ein wie für die elektrophysiologische Abklärung. Das Herzgewebe, das sich unter der Katheterspitze befindet, wird erhitzt und der für die Arrhythmie verantwortliche Herd dadurch zerstört (Abbildung nebenstehend).

Diese Methode bietet sich besonders bei supraventrikulären Tachykardien und beim Vorhofflattern, einer Unterart dieser Arrhythmie mit stark beschleunigtem Rhythmus, an. Die Prozedur ist schmerzlos, kann aber mehrere Stunden dauern. In seltenen Fällen bietet sich dieses Vorgehen auch bei Vorhofflimmern an.

 

Abbildung Katheter-Ablation →

Ein Elektrodenkatheter wird in das Herz eingeführt. An der Stelle, wo die Herzrhythmusstörung entsteht, wird Hochfrequenzstrom an das Gewebe abgegeben. Der Arrhythmie-Herd kann dadurch zerstört (verödet) und die in diesem Beispiel zwischen Vorhof und Ventrikel kreisende Erregungsleitung unterbrochen werden.

Quelle: Schweizerischen Herzstiftung

 

Schema aufgeschnittenes Herz: Katheter-Ablation

ich freue mich auf Ihren

© Erika Rusterholz