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Petra S-H
BeitragVerfasst am: 29.05.2006 23:23  Antworten mit Zitat
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Auf Anregung von Erika Rusterholz stelle ich hier zur Information einen Beitrag von mir zum Thema *Hormonabhängigkeit* der Tumorzellen ein.

Diesen Text habe ich kürzlich im Deutschen Medizin-Forum (DMF) geschrieben.

Da ich keine Ärztin bin, sondern sozusagen *medizinische Autodidaktin*, sind meine Ausführungen ohne Anspruch auf Richtigkeit (wobei ja auch Ärzte mit ihren Aussagen keine wirkliche Gewähr bieten können... ;-)).

Nach der OP wird grundsätzlich untersucht, ob die Tumorzellen Bindungstellen (Rezeptoren) für die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron haben.
Wie wird das üblicherweise gemacht?

Hier mein Beitrag auf eine entsprechende Anfrage im DMF:

"Bei der Frage der Hormonabhängigkeit gibt es üblicherweise Werte von 0-12.

Oder aber es werden vereinfacht nur die Prozentzahlen genannt, z.B. 20 % östrogenpositive Tumorzellen.
Umfangreicher ist aber die Zahl 0-12. Warum, schreibe ich jetzt:

Das bei der Bestimmung der Hormonrezeptoren regelmäßig verwendete immunhistochemische Verfahren wird IRS genannt (= Immunreaktiver Score).

Das ist eine Skala (nach Remmele und Stegner) von 0 bis 12, die anzeigt, wie hoch der prozentuale Anteil der Hormonrezeptoren in den Tumorzellen im Zusammenhang mit der sogenannten Färbeintensität einzustufen ist.

Der IRS setzt sich wie folgt zusammen:
PP x SI.

PP = Anzahl hormonpositiver Zellen in Prozent.
SI = Staining intensity, das heißt: Färbeintensität (Je höher, desto stärker ist die Hormonempfindlichkeit des Tumors)

PP besteht aus 5 Scores:
0 = keine positiven Zellen nachweisbar
1 = weniger als 10% Zellen positiv
2 = 10-50%
3 = 51-80%
4 = mehr als 80%

SI besteht aus 4 Scores:
0 = keine Färbung nachweisbar
1 = geringe Färbung
2 = mäßige Färbeintensität
3 = starke Färbung

Maximal können sich also 12 (= 4 mal 3) ergeben.
Ein IRS von 12 bedeutet z.B., dass mehr als 80% der Tumorzellen hormonabhängig sind, und zusätzlich ist auch das *SI* - die Färbeintensität - stark. "


Ergänzend ist noch zu sagen, dass regelmäßig zwei IRS-Scores genannt werden, und zwar je einer für den Grad der Östrogenabhängigkeit (ER) und für den Grad der Progesteronabhängigkeit (PR).
Diese können durchaus beide gleich hoch, aber auch ganz unterschiedlich sein.
So gibt es Frauen mit ER 12 und PR 0 - oder auch Frauen mit ER 4 und PR 9. Jede Variante ist denkbar.

Da es hier mitunter Missverständnisse gibt, möchte ich betonen, dass auch ein Tumor ohne jegliche Östrogenrezeptoren, also mit ER 0, als hormonabhängig gilt, sobald der (Progesteron-)PR-Score 2 oder mehr beträgt.
Score 2 gilt dabei als schwach positiv, Score 3 und 4 als mäßig positiv, Score 6 als Grenzwert zwischen mäßig und stark positiv, und alles über 6 ist dann stark positiv.

Herzlichen Gruß
Petra S-H
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