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<  Vorträge von Ärzten für Ärzte  ~  Prof. Dr. med. Stefan Aebi zu Taxane
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BeitragVerfasst am: 16.05.2006 18:37  Antworten mit Zitat
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Anmeldungsdatum: 23.11.2005
Beiträge: 357
Wohnort: Neerach, Region Zürich

anlässlich Senologie-Update vom 4. Mai 2006 in Zürich
(ein Kongress speziell für Gynäkologen, an welchem die neuesten Erkenntnisse bei der Bekämpfung von Brustkrebs vorgetragen wurden):

Taxane - ein Quantensprung?
Dr. med. Stefan Aebi, Bern

Die adjuvante Chemotherapie reduziert das Rezidiv- und das Sterberisiko nach chirurgischer Entfernung eines Mammakarzinoms. Sie ist besonders wirksam bei jüngeren Patientinnen mit Östrogenrezeptor-negativen Tumoren, bei denen die Abnahme des relativen Rückfallrisikos mit konventioneller Chemotherapie um 40 % beträgt.

Chemotherapien mit Taxanen (Paclitaxel, P, und Docetaxel, D) wurden in mindestens 10 randomisierten kontrollierten Studien mit älteren Standard-Chemotherapien verglichen. Die Mehrzahl der Studien zeigt, dass der Einsatz eines Taxans von Vorteil ist und das Rückfall- und Sterberisiko weiter senkt. Eine sogenannt dosis-dichtere Anwendung von Paclitaxel (wöchentlich oder alle 2 Wochen) scheint wirksamer, als eine 3-wöchentliche. Im Allgemeinen sind aber Taxane mit zusätzlichen Nebenwirkungen verbunden, besonders mit vermehrter Beeinträchtigung der Blutbildung und Störungen des peripheren Nervensystems.

Bisher sind (mit der möglichen Ausnahme besseren Ansprechens von ER-negativen Tumoren auf Paclitaxel) keine Eigenschaften von Tumor oder Patientin bekannt, die es erlauben, die Wirkung von Taxanen vorauszusagen.

Für eine definitive Einschätzung des Werts der Taxane gegenüber Taxan-freien Chemotherapien ist der direkte Vergleich erforderlich und die Untersuchung der Lebensqualität während und nach Taxan-haltiger Chemotherapie. Derartige Studien werden in den nächsten Jahren veröffentlicht werden. Der Einsatz von Taxanen in der adjuvanten Therapie kann sinnvoll sein, wenn eine bessere Wirkung nötig ist, als man von konventioneller Chemotherapie (z.B. CMF oder AC) erwarten kann, und wenn die Gesamtdosis von Anthrazyklinen (Doxorubicin, Epirubicin) möglichst gering gehalten werden soll, z.B. bei geplantem Einsatz von Trastuzumab.

Man kann auf verschiedene Weise korrekt vorgehen. Wichtig für eine betroffene Frau ist, dass sie sich bei einem Onkologen informieren lässt, der das Mammakarzinom gut kennt und sich dafür interessiert.


PD Dr. Stefan Aebi
Brust- und Tumorzentrum,
Kliniken für Frauenheilkunde und Medizinische Onkologie,
Inselspital, 3010 Bern
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