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<  Verlauf bis OP  ~  BI-RADS 4 bei Mikroverkalkungen - was heisst das?
erru
BeitragVerfasst am: 28.08.2010 17:34  Antworten mit Zitat
Admin. / Mod.


Anmeldungsdatum: 23.11.2005
Beiträge: 357
Wohnort: Neerach, Region Zürich

Mikroverkalkungen sind häufig ein Thema in Brustkrebsforen - speziell dann, wenn der Arzt anhand der Mammographie BI-RADS 4 festgestellt hat. Aber was bedeutet das nun?

Die Diagnose BI-RADS 4 nach einer Mammographie heisst: es ist ein suspekter Befund und sollte dringend mittels Biopsie/Gewebeprobe weiter abgeklärt werden.

Mein Ratschlag ist auch hier:
zuerst ein wirklich gutes, möglichst zertifiziertes Brustzentrum aufsuchen und bei Mikroverkalkungen eine stereotaktische Mammotome Vacuum-Biopsie machen zu lassen. Dazu ist eine aufwändige Apparatur nötig und steht also nicht überall zur Verfügung. Jedoch nur auf diese Art kann ein Herd Mikroverkalkungen weiter untersucht werden.

Unter Röntgenkontrolle wird, computerunterstützt, die Biopsienadel direkt zu den Mikroverkalkungen geführt. Vom Herd Mikroverkalkungen werden 12 bis 24 Proben von verschiedenen Bereichen entnommen = nur ein Einstichkanal unter Lokalanästhesie. Dies geschieht auf dem Bauch liegend auf einem Tisch, wobei die zu untersuchende Brust durch ein Loch geschoben wird und somit nach unten hängt. Nur ein erfahrener Arzt wird diese Methode ausführen, die aber eine sichere Diagnose ergibt.

Wie das vor sich geht, habe ich in meiner Homepage unter "Abklärungen"ausführlich mit Bildern dokumentiert, auch eine Animation zur besseren Erklärung ist dort enthalten.

Mikroverkalkungen sollten ohne vorherige Diagnose nur dann chirurgisch entfernt werden, wenn obige Methode absolut nicht durchführbar ist, z.B. wenn die Brust allzu klein ist. Für das weitere Vorgehen sollte immer eine Diagnose beigezogen werden können.
Denn wenn ein Chirurg die Brust öffnet und unsicher ist, ob es sich um einen gut- oder bösartigen Herd Mikroverkalkungen handelt, muss er recht grosszügig nach diesem suchen, denn Ultraschall hilft beim Auffinden ja nicht. Mit einem gerade nach der Operation gemachten Röntgenbild kann dann kontrolliert werden, ob auch alles entfernt worden ist. Wenn nicht, muss weiter geschnitten werden. Vielleicht wird bei diesem Unterfangen, falls bereits bösartig, direkt in den Krebs hineingeschnitten...

Eine vorgängige Abklärung bringt hier mehr, als ein schneller Termin für eine chirurgische Entfernung, denn Mikroverkalkungen entwickeln sich nicht von heute auf morgen zu einem Mammakarzinom.

Und sollte sich die Mikrokalkgruppe noch als gutartig erweisen, kann sie (falls nicht zu ausgedehnt) sogar mittels Vacuumbiopsie herausgezogen werden - eine Operation wird dann überflüssig.

Wichtig ist also die regelmässige Mammographie, um feststellen zu können, ob sich Mikroverkalkungen in der Brust befinden, ob sich ein eventueller Herd weiter ausgedehnt hat. Denn in einem Herd Mikroverkalkungen kann sich ein invasiv-duktales Mammakarzinom entwickeln, leider so geschehen bei mir.

Ich hoffe also, diese Ausführungen helfen weiter.
Erika Rusterholz
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