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Facelwega
BeitragVerfasst am: 17.12.2005 20:40  Antworten mit Zitat
Gast





Vorweg genommen. Ich bin ein OldMan; medizinisch kann ich mich im Bereich Frauenheilkunde zudem nicht korrekt ausdrucken. Ich darf daher Leserinnen / Leser bitten, meine gegebenenfalls nicht korrekten Ausführungen zu entschuldigen.

Meine Gemahlin hat in etwa den gleichen Krankheitsverlauf wie im aktuellen Fall beschrieben wird. Die nächste Konsultation findet im Januar 2006 statt.

Nach den verschiedenen ärztlichen Behandlungen, resp. seit der Einnahme des Medikamentes Tamoxifen ist ihre Lust zum Sexualleben eigentlich vollständig verschwunden. Insbesondere versuche ich das zu verstehen, weil der Vaginalbereich hoch empfindlich ist und sehr oft auch schmerzt. Selbst leichte Berührungen des Intimbereiches können ihr Schmerzen verursachen.

Auch die operierte Brust empfindet eine Berührung als (sehr) unangenehm.

Gibt es zu diesen Beschwerden irgendwelche Medikamente, die das Sexualempfinden meiner Gemahlin optimieren? Ich weiss zwar, dass solche Operations- und Behandlungsfolgen normal sind. Trotzdem ist es vielleicht möglich, mehr Info's über dieses Thema zu erhalten. Dafür danke ich jedenfalls.
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erru
BeitragVerfasst am: 01.01.2006 18:45  Antworten mit Zitat
Admin. / Mod.


Anmeldungsdatum: 23.11.2005
Beiträge: 358
Wohnort: Neerach, Region Zürich

Lieber Herr Facelwega,

Ich versuche mal, zu erklären, warum das Sexualempfinden Ihrer Gemahlin nicht so ohne weiteres optimiert werden kann:

Brustkrebszellen können hormonpositive Rezeptoren aufweisen. Zum Schutz vor Rückfällen oder Metastasen muss in einem solchen Fall die Produktion von Östrogenen gebremst oder gestoppt werden. Das Medikament Tamoxifen hemmt die Bindung des Hormons Oestrogen an die dafür empfänglichen Zellen.

Antiöstrogene können typische Wechseljahrsbeschwerden hervorrufen, vor allem Hitzewallungen, depressive Stimmung, Müdigkeit. Auch Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe (Oedeme), Uebelkeit, Erbrechen, Husten, Gewichtszunahme, trockene Haut und Schleimhäute sind häufig, aber unbedenklich.
Lokal wirksame Mittel helfen gegen die Trockenheit der Scheide. Auch Mittel, die sich positiv auf die Psyche auswirken, helfen, die Zeit der Gewöhnung an die fehlenden Hormone besser zu überstehen. Ihre Frau sollte sich bei der nächsten Arztkonsultation erkundigen, was für sie in dieser Richtung gut wäre.

Die operierte Brust kann über längere Zeit hinweg eine Berührung als unangenehm empfinden, denn das ganze bestrahlte Feld muss sich zuerst erholen. Auch wenn die Haut wieder schön aussieht, ist darunter ein Ziehen und Kribbeln, das Gewebe kann auf Druck leicht schmerzen, ebenso die Brustknochen.

Es ist also sehr gut möglich, dass der Verlust der Oestrogene und die noch nicht ganz genesene Brust das Sexualempfinden abschwächt oder sogar ganz versiegen lässt.

Im Moment wäre es für Ihre Frau sehr wichtig, dass Sie ihr Befinden so akzeptieren, wie es ist. Sie schreiben, dass Sie ein OldMan seien. Sollten Sie in einer langjährigen Partnerschaft sein und Ihre Gattin ebenfalls schon älter, könnten andere gute Dinge Priorität gewinnen.

Vorerst wünsche ich Ihnen beiden die nötige Geduld, es kommen bestimmt wieder bessere Zeiten.
Alles Gute!
Erika Rusterholz
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cra
BeitragVerfasst am: 03.01.2006 01:42  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 10.12.2005
Beiträge: 9
Wohnort: Zürich

Lieber Facelwega
Was die Trockenheit und Überempfindlichkeit der Vagina betrifft, so kann mit Medikamenten geholfen werden: Salben ohne Hormone, Salben mit Hormonen welche nur lokal wirken (Colpotrophine) und auch mit Tabletten - (z.B. Livial, das zur Zeit an über 1500 Frauen mit Brustkrebs in einer Studie in Erprobung ist).
Das Ganze ist aber sicher einiges komplexer - insbesondere kann das Sexualleben durch eine neue Lebenssituation, welche der Brustkrebs leider oft mit sich bringt, stark verändert werden.
Voraussetzung für eine gute Wirkung der Hilfsmittel ist die gute Verarbeitung der Krankheit, was wiederum viel Zeit, Verständnis von ihrer Seite und offene Gespräche über die momentane Situation und die Zukunft erfordert.
Bei den "offenen Gesprächen" kann eine psychologische (oder psychoonkologische) Unterstützung helfen.
Nun wünsche ich viel Geduld und offene Gesprächsbereitschaft!
Dr. C. Rageth
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