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<  Verlauf nach OP  ~  Ernährung und Brustkrebs: Zusammenhang? nein
erru
BeitragVerfasst am: 08.07.2017 15:11  Antworten mit Zitat
Admin. / Mod.


Anmeldungsdatum: 23.11.2005
Beiträge: 358
Wohnort: Neerach, Region ZĂĽrich

Vor einiger Zeit habe ich folgendes e-mail erhalten, das die Ernährung nach Brustkrebs zum Thema hatte - vielleicht interessiert dies auch andere unsicher gewordene Brustkrebsbetroffene.

...mit grossem Interesse habe ich den Verlauf Ihrer Brustkrebserkrankung gelesen, da ich selber Betroffene (58 Jahre) bin.

Es ist die rechte Brust: die Operation ist erfolgt, Chemo wird es keine geben, die Bestrahlung startet am Montag; nach der Bestrahlung soll eine Antihormontherapie mit Tamoxifen erfolgen.

Was mich persönlich noch sehr interessieren würde, ist, ob Sie auch etwas in Bezug auf Ernährung und Lebensweise geändert haben nach Ihrer Brustkrebsdiagnose. Man liest soviel, dass man nur noch Gemüse und Obst essen soll, kein Fleisch , keine Wurst, keine Weissmehlprodukte, keine Kohnlenhydrate und keinen Zucker mehr.

Auch das Visualisieren wird dringend enpfohlen, sprich meditieren.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir kurz antworten würden, ansonsten Danke für Ihre tolle Homepage.

Viele liebe GrĂĽsse aus Deutschland


***

Meine damalige Antwort:

Vielen Dank, dass Sie meine Homepage durchstöbert haben.
Ich sehe jetzt aber, dass da doch noch etwas fehlt, das ich also noch einfĂĽgen sollte:

Die Ernährung habe ich in keiner Weise geändert, d.h. eher viel mehr gegessen als vor 2004, weil ich ja mit der Einnahme von Arimidex innert kurzer Zeit 6 Kilos abgenommen hatte und fürchterlich mager aussah. Früher ass ich selten Süsses, benützte immer Zuckerersatz beim Süssen von Speisen, ass kaum Kohlehydrate. Und hatte trotzdem Brustkrebs, und dies noch beidseits.

Ich möchte ja gerne etwa 3 Kilos zunehmen und esse daher seit einiger Zeit ziemlich viel Süssigkeiten: Kuchen, Torten, Konfitüre,
ebenfalls viel mehr Brot und Teiwaren.
GemĂĽse und Obst sind eher an der unteren empfohlenen Grenze.
Wurst esse ich selten; hin und wieder ungarischen Salami (den mag ich zusammen mit Marroni und auf Pizzas),
Fleisch/Huhn/Fisch abwechslungsweise etwa 3 - 5x pro Woche = kommt also etwas drauf an, auf was mein Mann und ich Lust haben (ich koche nicht gerade gerne).
Weissmehlprodukte, Kohlehydrade (auch in Form von Reis und, eher selten, Kartoffeln) sind also eher in der Ueberzahl der Gesamtmenge.

Das sind zwei Vorträge, die ich mitverfolgt habe:
von Dr. med. Patric Beer, BĂĽlach (2010):
Ernährung und Mammakarzinom

und
"Behandlung des Brustkrebs - und was kann ich selber tun"
von PD Dr. med. Mathias Fehr - hier eher die letzten Tafeln betr. Ernährung beachten

Sie sehen daraus, dass Brustkrebs und Ernährung nicht gross zusammenhängen, ausgenommen:
im Fettgewebe entstehen ebenfalls Hormone, welche einen hormonabhängigen Brustkrebs zum Wachsen anregen.
Und übermässiger Alkoholgenuss soll vermieden werden.

Die grösseren Risikofaktoren sind:
Brustkrebs in der Familie,
mehr als 40 Jahre Menstruation,
Kinderlosigkeit, also keine Schwangerschaft durchgestanden haben

Die Lebensweise habe ich insofern geändert, als ich bereits morgens um 5 Uhr an den Computer sitze und mich mit e-mails, Facebook-News, Beiträgen in Brustkrebsforen und meiner Homepage Ein Brustkrebs und sein Verlauf und meinem Verein Brustkrebs-Wissen hilft weiter beschäftige. Das geht fast den ganzen Tag so, d.h. mit Unterbrechungen für Haushalt und Einkaufen.

Ich lerne viel aus dem Internet und arbeite an guten Tagen gerne im Garten im ZĂĽrcher Unterland und hin und wieder in jenem an der italienischen Riviera.
Auch photographiere ich viel und fĂĽge gute Bilder irgendwo im Internet ein, was mir Freude macht, aber auch ziemlich Zeit beantsprucht. Vor der BK-Erkrankung habe ich weniger in dieser Richtung getan, war damals auch nicht internetbewandert.

Aber mit Meditation habe ich mich bisher nie beschäftigt, früher jedoch mit Astrologie, das hat mich sehr fasziniert - nur die letzten Jahre hatte ich dazu keine Zeit mehr.

Für Kommendes wünsche ich Ihnen von Herzen alles Gute - und wenn Sie noch mehr wissen möchten, freue ich mich auf Ihr e-mail...

***

...vielen Dank fĂĽr Ihre prompte Antwort, ĂĽber die ich mich sehr gefreut habe.

Das Internet ist ein Segen, das stimmt, aber auf der anderen Seite verwirrt es einen total. Seit meiner Diagnose bin ich nur am googeln oder suchen, welche Ernährung bei Brustkrebs am besten ist, und man stösst auf soviel widersprüchliche Aussagen, wie Johanna Budwig, Johannes Coy, ketogene Ernährung u.s.w.

Ich habe mich nicht mehr getraut, auch nur ein Stück Kuchen zu essen, habe jeglichen Zucker gemieden und versucht, Kohlenhydrate ganz weg zu lassen. Wurst esse ich seither nicht mehr, Fleisch im Grunde auch keines mehr, und dann liest man auch wieder, dass Milch und Milchprodukte schädlich sind, ebenso wie Soja - und dass das alles den Krebs wieder fördern könnte. Aus dem Grunde war ich schon sehr verunsichert, und die Angst ist jeden Tag noch grösser geworden, dass ich irgend etwas falsch mache.

Bis ich auf Ihre Seite gestossen bin und gelesen habe, dass Sie auch einen hormonabhängigen Tumor hatten, und das sogar beidseits, und nun 12 Jahre ohne Rückfall überstanden haben. Das hat mich dann doch wieder etwas aufgebaut.

Auch habe ich viel Zeit am Computer verbracht, auch schon vor meiner Diagnose, und auch da hatte ich ein schlechtes Gewissen in Bezug auf die Strahl[color=brown]ung durch den Router und Elektrosmog.

Vielen Dank nochmal fĂĽr Ihre RĂĽckmeldung, die mich etwas beruhigt hat. Sollte ich noch eine Frage haben, werde ich mich mit Sicherheit wieder bei ihnen melden.

Morgen beginnt meine Strahlentherapie, und ich hatte und habe natürlich etwas Angst vor den Folgen, aber Sie haben auf Ihrer Homepage ja so schön beschrieben, dass man die Verhärtungen täglich durchkneten soll, damit werde ich es auch versuchen.

Ganz liebe GrĂĽĂźe aus Deutschland


***

Ich hoffe, ich kann mit diesen Zeilen gewisse Ernährungs-Unsicherheiten beiseite schieben. Entsprechende Fragen beantworte ich gerne.
Herzlichst, Erika Rusterholz
(momentan immer noch nur 45 kg schwer...)
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