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<  Erfahrungsberichte von Betroffenen  ~  Diagnose Brustkrebs 4. August 2006
Marie-Louise
BeitragVerfasst am: 24.10.2006 11:41  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 24.10.2006
Beitrńge: 8
Wohnort: Kt. Aargau

Auf ungew├Âhnliche Art und Weise wurde bei mir der Brustkrebs entdeckt. Ich war in der Therapie (hatte 2002 einen Autounfall, seither leide ich an einem Schleudertrauma), meine Therapeutin zeigte mir, wie ich selber mit einer Lymphdrainage den Druck im Kopf besser ertragen kann. Sie machte f├╝r mich eine Skizze, nach der ich das selber machen kann. Als ich das 2 Tage sp├Ąter selber ausprobieren wollte, stellte ich am Schl├╝sselbein einen grossen Knoten fest. Als ich wiederum 2 Tage sp├Ąter in die Therapie ging, zeigte ich das der Therapeutin. Die war nat├╝rlich entsetzt, so was h├Ątte sie noch nie gesehen, geh├Ârt. Und ├╝berhaupt, als sie die Lymphdrainage gemacht habe, sei der Knoten noch nicht dagewesen, ich solle das beim Arzt abkl├Ąren lassen.

Ich telefonierte in die Praxis des Arztes, wo ich wegen des Schleudertraumas in Behandlung bin (beim Hausarzt war ich seit vier Jahren nicht mehr). Ich konnte bald einen Termin ausmachen, der Arzt fackelte nicht lange und ├╝berwies mich sofort ins Kantonsspital f├╝r eine Biopsie. Den Termin bekam ich auch sehr schnell.
Mittwoch, 19. Juli 2006, um 7.00 bin ich im Ambulatorium eingetroffen, bekam ein Bett zugeordnet, zuerst kam der Narkosearzt, hat mir unz├Ąhlige Fragen gestellt, dann kam eine sehr sympathische Aerztin, die erschrak, wie gross dieser Knoten war. Sie ging wieder raus und kam eine Weile sp├Ąter mit einem weiteren Arzt, sie waren ratlos. Dann kam noch der Professor, der meinte schlussendlich zu den Aerzten, das k├Ânnt ihr aber nicht ambulant durchf├╝hren. Alle gingen wieder raus zur Besprechung, meine Gedanken rotierten, was geschieht jetzt mit mir????

Schlussendlich wurde mir mitgeteilt, dass die Biopsie abgesagt und daf├╝r eine Punktion per Ultraschall gemacht werde. Und nat├╝rlich, wie kann es auch anders sein, musste der Arzt mich zweimal stechen, um Material rauszuziehen, das zweite mal tat das schrecklich weh. Das ganze musste jetzt untersucht werden, und ich bekam den n├Ąchsten Termin zur Besprechung am 25. Juli 2006. Da unser Chef (mein Mann und ich arbeiten im gleichen Betrieb) in den Ferien war, konnte mich mein Mann nicht begleiten. Also bin ich alleine zu der Besprechung gegangen, ich habe ja schon viele schwierige Situationen alleine durchgestanden.
Es war mir schon recht mulmig, und ich hatte grosse Angst. Die Aerztin teilte mir mit, dass das Resultat leider sehr schlecht ausfalle, es best├╝nden drei M├Âglichkeiten von Krebs, entweder Lungen-, Magen- oder Brustkrebs.

Knall, der Hammer hat getroffen!!!!!!! Ich kam mir vor wie in einem falschen Film und konnte nur noch heulen. Der Aerztin war es nirgends recht, mir so eine schlechte Nachricht zu ├╝berbringen, sie sagte mir immer wieder, wie leid ihr das tue. (Warum bin ich nur alleine zu diesem Termin gegangen??????) Schlussendlich habe ich mich einigermassen wieder erholt, die Aerztin versprach, mir die Termine zur Abkl├Ąrung so bald wie m├Âglich zu geben. Als ich endlich wieder zu Hause war, bekam ich schon zwei Termine per Telefon.
Dann telefonierte ich mit meiner Schw├Ągerin und heulte nur noch, sie hat selber seit einem Jahr die Diagnose Darmkrebs und ist in Behandlung, sie weiss, was jetzt auf mich zu kommt, das gab ein sehr langes Telefongespr├Ąch (danke liebe Ursula).
Am n├Ąchsten morgen um halb acht, als ich zur Arbeit wollte, klingelte schon wieder das Telefon. Eine Schwester vom Spital teilte mir mit, dass ich um neun Uhr dort sein sollte zwecks Untersuchungen. Ich sollte mich f├╝r drei Uebernachtungen einrichten.
Da kam ich ins Schleudern, im Gesch├Ąft war niemand im B├╝ro, und unser Hund musste auch noch versorgt werden, und einen Chauffeur brauchte ich auch noch. Als das alles erledigt war (danke liebe Martina) und ich im Spital ankam, begann ein Marathonlauf von einem Untersuch zum anderen (habe noch nie so viel Unterschriften leisten m├╝ssen, vor jedem Untersuch bekam ich ein Blatt zum Lesen und Unterschreiben.)

In der Mammographie sah man einen kleinen Knoten in der rechten Brust, dort wurde wieder per Ultraschall Gewebe entnommen, wie gehabt, mussten sie auch diesmal wieder zweimal stechen. Der Arzt hat mir versichert, ich m├╝sste mir keine Vorw├╝rfe machen, diesen Knoten h├Ątte man unm├Âglich selber tasten k├Ânnen (habe meine Br├╝ste immer beim Duschen abgetastet). Das einzig Gute an dem ganzen ist: ich habe sehr nette Bettnachbarn kennenlernen d├╝rfen. Eine j├╝ngere Frau ist an mein Bett gesessen und hat mich gefragt, ob sie f├╝r mich beten d├╝rfe. Das ist mir schon recht eingefahren und hat mir gutgetan.

Nach drei Tagen durfte ich wieder nach Hause und auf die Ergebnisse warten. Die Zeit des Wartens kostet viel Kraft, und die Tage sind endlos lange. Freitag, 4. August 2006, die Zeit des Wartens ist vorbei. Um vier Uhr habe ich den Termin zur Besprechung, diesmal kann mein Mann (danke lieber Schatz) mich begleiten. Morgens um zehn habe ich noch einen Termin beim Coiffeur, er fragte mich, was f├╝r eine Frisur ich m├Âchte. Ich habe ihm geantwortet, das ist mir egal, habe sowieso bald keine Haare mehr. Er ist sehr erschrocken und meinte, er w├╝rde mich zur Per├╝ckenauswahl dann schon begleiten (danke lieber Gino).

Die Diagnose ist jetzt definitiv, ganz genau "Invasiv-duktales Mammakarzinom links, cT1c, cN3c........", was immer das auch heissen mag, ich habe Krebs!!!!!
Es wurde uns mitgeteilt, was man dagegen unternehmen kann und was der Vorschlag von den Aerzten ist. Zuerst sollte ich mir einen Titanclip einsetzen lassen, daf├╝r m├╝sste ich ins Brustzentrum nach Z├╝rich, sie h├Ątten einen Termin Dienstag 8. August um zehn Uhr bei Herrn Dr. R. ausgemacht, ob ich einverstanden sei. Was blieb mir ├╝brig?
Nach diesem Termin w├╝rden sie mich um 14.00 im Spital erwarten. Dann w├╝rde am Mittwoch die OP f├╝r den Port-A-Cath eingeplant, anschliessend beginne die erste Chemo, dann h├Ątte ich 21 Tage Pause und dann wieder Chemo, und das viermal. Nachher bek├Ąme ich den zweiten Zyklus Chemo, dann sei die OP geplant und anschliessend noch die Bestrahlung. Und das ganze sei so geplant, weil meine Lymphknoten hinter dem Brustbein befallen seien, und die k├Ânnte man nicht operieren. Durch die Chemo sollten sich diese zur├╝ckbilden. Also muss ich das volle Programm durchmachen.

Ich habe gar keine Zeit, richtig nachzudenken. Es ist schon ein Schock so eine Nachricht, ich muss das ganze jetzt einfach laufen lassen. Die Aerztin gab mir den Bericht f├╝r Dr. R. mit. Diesen habe ich angeschaut und kopiert, es geht ja um mich, also will ich auch Bescheid wissen (ist das aber auch n├Âtig??? ). Ich wollte mich ein wenig schlau machen (ob das gut ist???).
Also bin ich am Dienstag mit meinem Mann (eigentlich w├Ąren wir ja in den Ferien) ins Brustzentrum gefahren. Ich wurde von Dr. R. aufgerufen, und er hat mir erkl├Ąrt, dass dieser Titanclip eingesetzt werde, damit man den Tumor, falls er sich retour bilden w├╝rde, doch noch aufsp├╝ren k├Ânne, um dort das Gewebe entnehmen zu k├Ânnen. Das ganze ist relativ schnell ├╝ber die B├╝hne gegangen, aber auch er musste mich zweimal stechen, wie kann das auch anders sein.
Mein Mann und ich hatten noch gen├╝gend Zeit zum gemeinsamen Mittagessen, bevor wir um vierzehn Uhr im Spital erwartet wurden.

Es ist schon ein komisches Gef├╝hl, diese ganze Situation. Mein Mann ist ein richtiger Optimist, und er ist immer wieder derjenige, der mir wieder Mut zuspricht und aus jeder Situation das Beste daraus macht (Vielen, vielen Dank). Nachdem ich das Bett bezogen hatte, waren wieder diverse Untersuchungen, EKG usw....., angesagt. Am n├Ąchsten Morgen wurde ich auf die OP vorbereitet, die OP f├╝hrte diese sympathische Aerztin aus, welche mir die schlechte Nachricht ├╝berbringen musste. Gegen Ende der OP hatte ich das Gef├╝hl, sie bohre in meinen Knochen hinein, das hat sehr weh getan, die Tr├Ąnen flossen.
Eine Weile sp├Ąter, als ich wieder im Zimmer war, kam diese Aerztin. Ich bedankte mich bei ihr, weil sie alles so schnell in die Wege leitete, sie hat mir wieder zu verstehen gegeben, wie leid ihr das tue, und w├╝nschte mir alles Gute.

Donnerstag, 10. August 2006, habe die erste Chemo bekommen. Am Anfang dachte ich noch, ich kann sicher nachher wieder arbeiten gehen, ich merkte ja nichts. Dann, eine Weile sp├Ąter, fing es an: zuerst die Uebelkeit, dann die starken Kopfschmerzen (Schleudertrauma l├Ąsst gr├╝ssen), und mein Magen (seit 1988 Magengeschw├╝r) meldet sich auch wieder sehr stark. Also, ich habe die ganze Palette von Nebenwirkungen. Wie ├╝bersteh ich auch das ganze?????
Meine j├╝ngere Schwester kam mich am Nachmittag besuchen, ich heulte nur noch. Sie behielten mich noch eine Nacht, da konnten sie mir die Medikamente per Infusion verabreichen, und ich musste sie nicht schlucken. Ich konnte Freitagabend wieder nach Hause.

War das sch├Ân, wieder zu Hause zu sein. Aber nichts ist mehr so wie fr├╝her. Als ich das ganze Medikamentenarsenal sah, ist mir richtig bewusst geworden: ich bin sehr krank.
Am Montag habe ich meinen Coiffeur angerufen und ihn gefragt, ob er das ernst gemeint h├Ątte, dass er mich zur Per├╝ckenauswahl begleiten w├╝rde. Er hat sofort f├╝r Dienstag einen Termin ausgemacht (vielen Dank Gino). Das war schon ein sehr komisches Gef├╝hl, so eine Per├╝cke auszusuchen. Ich wurde relativ rasch f├╝ndig, und wir haben eine Woche sp├Ąter die Per├╝cke abholen k├Ânnen. Bis dahin hatte ich noch keinen schlimmen Haarausfall, aber kaum hatte ich die Per├╝cke zu Hause, fing das ganze an, die B├╝rste war immer voll. Am Sonntag, als ich die Haare wusch, hatte ich die H├Ąnde voll und nicht mehr viel auf dem Kopf.
Ich bekam einen Weinkrampf. Ich habe mir das schon irgenwie vorgestellt, wie das sein k├Ânnte, aber dass das so einfuhr, das h├Ątte ich nie gedacht. Mein Mann hat mich getr├Âstet. Dann sind wir nach Einsiedeln gefahren, da war ein Beitrag von Dr. Beat Richner ├╝ber die Kinderspit├Ąler Kantha Bopha in Kambodscha.
Da geht es mir ja direkt wieder gut, hier haben wir ja eine Spitzenmedizin, und da wird mir ja geholfen!!!!!
Am Montag habe ich mit meiner Per├╝ckenberaterin einen Termin f├╝r Dienstag ausmachen k├Ânnen, um mir die Per├╝cke anzupassen und die restlichen Haare abzurasieren. Mein Mann hat mich begleitet, es ist sicher auch nicht einfach f├╝r ihn.

Inzwischen habe ich die erste Serie von der Chemo hinter mir, mit allen Uebelkeiten, Hoch's und Tief's. Jetzt habe ich noch eine Schonfrist, bis die zweite Serie mit Taxotere beginnt. Der Arzt meinte, diese w├╝rde ich besser vertragen. Ich bin ja gespannt, es w├Ąre ja allzu sch├Ân, wenn ich noch ein wenig Lebensqualit├Ąt h├Ątte. Denn das ganze geht, wie ich ausgerechnet habe, noch bis Mitte M├Ąrz 2007!!!! Jede Woche einmal, viermal hintereinander, dann eine Woche Pause, und das viermal.
Nebenbei spritze ich mir noch Iscador, das mir sicher auch hilft.

Ich werde mich wieder bei Euch melden und w├╝nsche allen Betroffenen viel Kraft und Zuversicht. Bis bald!

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Sonja
BeitragVerfasst am: 29.10.2006 11:20  Antworten mit Zitat
Gast





Liebe Marie-Louise

Wie mich deine Geschichte an meine erinnert, die vor etwas mehr als einem Jahr ├Ąhnlich ablief...
Ich w├╝nsche dir auf diesem Weg alles, alles Gute und viel Kraft alles durch zu stehen!!!
Marie-Louise, wir schaffen das!
NB: Meine Nachsorge habe ich auch bei Dr.R.

Ganz liebe Gr├╝sse
Sonja aus dem Aargau
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MarieLouise
BeitragVerfasst am: 30.10.2006 10:26  Antworten mit Zitat
Gast





Liebe Sonja,
Herzlichen Dank f├╝r Deine lieben Worte.

Meine Frage an Dich: musstest Du auch eine Chemo mit Taxotere machen?
Mein Arzt sagte mir, dass ich auch die N├Ągel verlieren k├Ânnte. Nach den Haaren nun auch noch die N├Ągel!!!
Das macht mir schon noch Mut oder????

Geht es Dir jetzt wieder gut? Hast Du alles gut ohne viele Nebenwirkungen ├╝berstanden?

W├╝nsche Dir einen wundersch├Ânen Herbsttag
liebe Gr├╝sse Marie-Louise
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Sonja
BeitragVerfasst am: 30.10.2006 18:00  Antworten mit Zitat
Gast





Liebe Marie-Louise

Nein, eine Chemo mit Taxotere musste ich nicht machen, mir gen├╝gten diese 4 Sitzungen der AC-Chemo.
Das tut mir leid, dass Du nun auch noch die N├Ągel verlieren sollst. Als ich meine Chemo hatte war neben mir auch eine Frau, die vermutlich Taxotere bekam. Sie hatte die H├Ąnde fast die gesamte Zeit in Eiswasser getaucht. Ich hoffe doch das wird Dir helfen, vielleicht die N├Ągel nicht zu verlieren.
Schau doch mal unter http://www.brustkrebs-info.de/patienten-info/index.php?datei=patienten-info/brustkrebs-therapie/chemo-taxane.htm#Paclitaxel. Es muss also nicht unbedingt gleich das Schlimmste eintreten. Ich hoffe es sehr f├╝r Dich.
Ich kenne das, man hat arg zu knabbern am Haarverlust. Aber, wenn es helfen soll diese Zellen zu verbannen ist es das doch wert, oder? Man muss so denken, sonst macht man sich kaputt.

Es geht mir immer besser, um so mehr Zeit verstrichen ist seit OP, Chemo und Bestrahlungen.
Bin zwar momentan in 2facher physiotherapeutischer Behandlung.
Erstens wegen R├╝ckenschmerzen, die mich seit der OP vermehrt begleiten oder ich nehme sie eher wahr? Metastasen wurden ausgeschlossen, das ist die Hauptsache.
Dann bekomme ich Lymphdrainage (28 entnommene Lymphknoten). Ich kann Dir nur raten fr├╝her wie ich diese machen zu lassen!!! Wenn Du das Gef├╝hl hast, dass es n├Âtig ist, lass es Deinen Arzt wissen.
Aber so nach der gesamten Behandlung hat man ja erst mal genug und will mal seine Ruhe.
Ich bekam gleich nach den Bestrahlungen eine G├╝rtelrose, aber auch das merkte ich zum guten Gl├╝ck rechtzeitig und so sind auch keine bleibenden Nervenschmerzen zur├╝ckgeblieben.
Meine Chemozeit war nicht besonders angenehm, aber es geht vorbei und nur noch "obsi". Da ich eine sehr empfindliche Haut habe bekam ich einige Brandblasen bei den Bestrahlungen, aber f├╝r mich war diese Zeit (letzten November) nie mehr so belastend wie die Chemo.
Nachher ist man sensibilisiert, wenn es irgendwo zwickt oder zwackt, man ist man leider nicht mehr so unbeschwert wie fr├╝her.
Ich spritze ├╝brigens auch seit August 2005 Iscador.

Marie-Louise, denk daran, es geht zum Gl├╝ck vorbei und wenn Du nach einiger Zeit diese unangenehme Zeit Revue passieren l├Ąsst, kannst du stolz auf Dich sein, dass Du das so gut gemeistert hast.
Ich w├╝nsche Dir alles Gute auf Deinem weiteren Weg, wie gesagt, wir schaffen das!

Vili Gr├╝ess vo d├Ą
Sonja
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Marie-Louise
BeitragVerfasst am: 05.11.2006 19:47  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 24.10.2006
Beitrńge: 8
Wohnort: Kt. Aargau

Liebe Sonja,
herzlichen Dank f├╝r Deine Nachfrage. Als ich am Donnerstag in die Chemo ging, hatte ich grosse Angst, dass die Nebenwirkungen wieder so stark sein w├╝rden wie beim ersten Medikament.

Ich hatte zuerst ein Gespr├Ąch mit der Aerztin, wollte vor allem wissen, wie gross meine kleine Chance ist. (das stand im Bericht f├╝r Dr. R.)

Aber die Aerztin ist dem Thema elegant ausgewichen. Sie hat nur gemeint, ich d├╝rfe jetzt doch nicht aufgeben, ich sei ja erst am Anfang.
Eigentlich h├Ątte ich ja noch gerne ein Gespr├Ąch mit der Aerztin gehabt, die mir das ganze Vorgehen erkl├Ąrt hat, aber die wird das Spital verlassen und ist nicht mehr f├╝r Krebspatienten zust├Ąndig.
Schade.

Also, die Chemo habe ich einigermassen gut vertragen, die Kopfschmerzen und die Uebelkeit halten sich in Grenzen.
Ich konnte am Mittag schon wieder nach Hause, zwar etwas benommen, aber das ging.
Am Abend hatte ich Atemschwierigkeiten, mein Mann fragte mich, was ich auch habe, ich atme so komisch; von dem weiss ich aber nichts mehr.

Freitagmorgen, als ich aufstand, hatte ich einen ganz heissen, knallroten Kopf. Das erste, was ich machte, ich habe Fieber gemessen. Aber das war Fehlalarm, der K├Ârper war kalt und der Kopf war heiss, das ging bis am Abend so.
Auch als ich mich mit einer Kollegin traf, um mit dem Hund spazieren zu gehen, hatte ich wieder Atemschwierigkeiten. Sie hat gemeint, ich rauche zuviel!!!! (dabei rauche ich gar nicht)
Ich f├╝hle mich im Moment wie eine alte Frau (bin aber erst anfangs f├╝nfzig).
Die M├╝digkeit und Abgeschlagenheit machen mir auch schwer zu schaffen.
Wie sagt man so sch├Ân "wie ein gepr├╝gelter Hund".

So, nun ist fertig gekl├Ânt, morgen wird es sicher wieder besser gehen.

Ich w├╝nsche Dir eine sch├Âne Zeit mit vielen sonnigen Stunden und Danke f├╝r Dein Mitgef├╝hl, und hoffe, dass es Dir besser geht.
Ganz en liebe Gruess Marie-Louise

_________________
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soeg
BeitragVerfasst am: 07.11.2006 11:08  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 12.12.2005
Beitrńge: 12

Liebe Marie-Louise

Oh je, das tut mir leid, dass Du keine ausreichende Antwort erhalten hast.

Diese Symptome, die Du beschreibst, erinnern mich ganz stark an meine Chemozeit vor ├╝ber einem Jahr.
Ich hatte nach der ersten Chemo w├Ąhrend der Nacht solches Pulsrasen, ich dachte es w├Ąre meine letzte Stunde...ich hatte solche Angst. Hatte auch grosse M├╝he mit dem Atmen.
Dieses Heiss-Kalt sp├╝re ich noch jetzt, fing aber auch w├Ąhrend der Chemo an. Sind das nicht Hitzewallungen (Wechseljahre...)? Ich bin ├╝brigens auch anfangs f├╝nfzig und bin jetzt voll "drin".
Ich beschrieb die Chemozeit nachhher so, wie wenn Kopf (sprich Hirn) und K├Ârper getrennt worden w├Ąren, es war keine Einheit mehr und ich war wie in einer anderen Welt. Das bessert aber wieder, das kann ich ganz klar sagen. Diese vielen Medikamente schlauchen ganz sch├Ân.

Bist Du in A. oder B.?
Ich f├╝hlte mich w├Ąhrend der Chemo sehr im Stich gelassen. Man fragte mich immer wieder ├╝ber die Nebenwirkungen aus, aber es geschah rein gar nichts!

Marie-Louise, wenn Du willst, kannst Du mir auch eine pers├Ânliche Nachricht senden.

Ganz liebe Gr├╝sse
Sonja
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Marie-Louise
BeitragVerfasst am: 23.01.2007 18:01  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 24.10.2006
Beitrńge: 8
Wohnort: Kt. Aargau

Wie ich die Zeit der weiteren Chemotherapie erlebt habe:

Beim n├Ąchsten Termin vom 9. November 2006 habe ich meiner Aerztin, Fr. Dr. G., mitgeteilt, dass ich am Freitagmorgen mit einem knallroten heissen Kopf aufgewacht sei. Sie meinte, das k├Ąme vom Kortison. - Solches h├Ątte sie mir auch sagen k├Ânnen. Warum muss ich mich so erschrecken, wenn sie das doch wissen, warum teilen sie das den Patienten nicht mit???
Die Atembeschwerden teilte ich ihr auch mit; sie meldete mich zum R├Ântgen der Lunge an, das wurde gleich in die Wege geleitet, die Dosis Chemo bekam ich erst nachher.
Fr. Dr. G. meinte auch, wenn ich diese Chemo nicht vertrage, m├╝ssten sie mir halt eine weniger starke und weniger wirksame Chemo verschreiben.
Ich hoffe, ich stehe das ganze doch noch durch ohne allzu grosse Nebenwirkungen!!!!!!

Als mich meine Kollegin abholen kam, (ich durfte ja nicht selber fahren, die Chemo enth├Ąlt Alkohol, und ein Medikament macht so m├╝de) war ich so froh, dass sie mit unserem Hund Sheila noch spazieren ging.
Ich kam heim und habe nur noch geschlafen.
Am Abend um 19.00 Uhr l├Ąutete das Telefon, ich h├Ârte, dass es meine Aerztin war. Ich erschrak f├╝rchterlich, habe das Schlimmste gedacht, aber sie teilte mir lediglich mit, dass das R├Ântgenbild von der Lunge gut sei, sie h├Ątten nichts festgestellt. Da war ich aber schon sehr beruhigt.

Das habe ich auch noch nie erfahren, dass ein Arzt anruft, wenn alles in Ordnung ist.

Am n├Ąchsten Morgen wieder das selbe: aufwachen wie vor einer Woche, hochroter, heisser Kopf. Aber jetzt wusste ich ja, wieso. Was jetzt allerdings noch dazukam: ich bekam rote, geschwollene H├Ąnde. Das ist sehr unangenehm, die H├Ąnde brauche ich doch noch. Ich wusste schon, dass die N├Ągel darunter leiden k├Ânnten, aber in diesem Ausmass? So habe ich mir das nicht vorgestellt.
Die Atemnot wird auch immer schlimmer, was ist das nur????

Beim n├Ąchsten Termin war Dr. S. anwesend. Ich erz├Ąhlte ihm von diesen Nebenwirkungen, mit denen ich zu k├Ąmpfen habe. Er meinte, dann m├╝sste das Medikament gewechselt werden, und wegen der Atemnot melde er mich f├╝r ein EKG an (die nehmen mich Gott sei Dank schon noch ernst).
Ich habe ihn auch gefragt, ob das Medikament auch so wirksam sei, da Fr. Dr. G. mir sagte, dieses sei halt nicht so wirksam. Was soll ich nun wieder glauben? Er meinte, das sei fast das gleiche, nur mit weniger starken Nebenwirkungen.

Also glaube ich das!!!!

Diese Chemo bek├Ąme ich nun jede Woche ohne Pause. 10 x an jedem Donnerstag. Ich rechnete und kam auf den 18. Januar, da w├╝rde ich die letzte Chemo erhalten.

Ich bekam den Termin f├╝r das EKG noch w├Ąhrend der Chemo, musste am Freitag um 15.00 Uhr wieder dort sein. Das EKG wurde vom gleichen Arzt gemacht, der mir in den Voruntersuchungen vor der Chemo schon das EKG gemacht hatte.
Der Arzt meinte, das Herz sei in Ordnung. Er fragte mich, wohin ich jetzt gehen w├╝rde; ich antwortete: nach Hause. Da meinte er, ich m├╝sste doch auf die Station. Ich entgegnete, dass ich keinen Termin h├Ątte. Da sch├╝ttelte er nur den Kopf.
Am Montagabend um 17.00 Uhr l├Ąutete das Telefon. Dr.S. war am Telefon und fragte, warum ich am Freitag nicht auf die Station gekommen sei. Ich sagte ihm, dass ich keinen Termin gehabt h├Ątte. Er meinte, sie seien Tag und Nacht f├╝r mich da. Er h├Ątte den Bericht vom Herzspezialisten erst jetzt gelesen, und es best├╝nde der Verdacht auf eine Embolie. Er h├Ątte mir zwei Termine f├╝r ein CT, einen f├╝r Dienstagmorgen oder einen sofort als Notfall. Ich entschied mich f├╝r Dienstag.

Dienstagmorgen war ich p├╝nktlich beim CT. Als ich wieder aus der R├Âhre geschoben wurde, sah ich schon Dr. S., der sah sich die Bilder sofort an.
Ich ging auf die Station und fragte nach Dr. S. Die Schwester sagte mir, er sei im OP. Da fragte ich mich: habe ich vorhin eine Fata Morgana gesehen?
Da kam Dr. S. aber schon um die Ecke, er nahm mich sofort ins Sprechzimmer und teilte mir mit, der Verdacht sei best├Ątigt, ich h├Ątte eine Lungenembolie (trotz Blutverd├╝nner, den ich seit der ersten Chemo spritzte, gab es die Embolie).
Normalerweise m├╝sste er mich station├Ąr behalten, aber so, wie er mich kenne, wolle ich nach Hause. Das best├Ątigte ich ihm, er verschrieb mir st├Ąrkere Spritzen, die ich in der Apotheke holen m├╝sste.

Ich habe alle Anweisungen genau befolgt, es wurde aber nicht besser.
Am Donnerstagmorgen, bevor ich von der Kollegin abgeholt wurde, dachte ich noch: soll ich die Tasche packen? Ich entschied mich aber dagegen.

Als ich bei Dr. S. im Sprechzimmer war, merkte er auch, dass ich sogar beim Ruhigsitzen Atemprobleme hatte. Er sagte, dass ich jetzt hier bleiben m├╝sste, er k├Ânnte mich jetzt nicht mehr nach Hause lassen.
Also musste ich mich f├╝gen und bezog auf der Station das Bett. Ich musste meiner Kollegin noch Bescheid wegen unseres Hundes Sheila geben. Einiges musste ich noch organisieren und meinem Mann diese Nachricht noch mitteilen, er brachte mir dann ├╝ber Mittag einige notwendigen Sachen.

Die Chemo bekam ich dann auf der Station, ich war den Schwestern ja schon bekannt von der ersten Serie Chemo, als ich immer ├╝ber Nacht dort bleiben musste. Die Schwestern waren sehr erschrocken, als sie meine H├Ąnde und N├Ągel sahen, so etwas h├Ątten sie noch nicht gesehen. Tipps und Ratschl├Ąge konnten sie mir auch nicht geben.

Meine Bettnachbarinnen waren auch sehr nett, wir drei waren alle im gleichen Alter und hatten manch gute Gespr├Ąche. Das ganze hat noch sein Gutes, ich lerne sehr liebe, nette Menschen kennen.

Ich war im ganzen 9 Tage im Spital. Als ich am Donnerstag wieder Chemo bekam, hatte ich am Abend wieder so starke Atembeschwerden, sie mussten mir Sauerstoff geben. In der Nacht musste eine Aerztin kommen, ich erhielt etwas zum Inhalieren. Es wird jetzt einfach eine Zeit brauchen, bis sich das ganze erholt.

Ich wollte am Freitag unbedingt nach Hause, da mein ├Ąltestes Patenkind am 2. Dezember 2006 ihren 18. Geburtstag feierte, ich wollte einfach dabei sein. Das war auch ein sch├Âner, aber anstregender Abend. Am Sonntag bin ich dann nur rumgelegen und habe das zu-Hause-sein genossen.

Ich musste mich bei unserem Hausarzt am Montag melden, um den Blutwert zu bestimmen, ich war seit 2002 nicht mehr bei ihm. Und jetzt muss ich jede Woche hin. Als der Wert wieder einmal gestiegen war, fragte er mich tats├Ąchlich,ob ich die Tabletten auch nehmen w├╝rde. Was f├╝r eine Unterstellung!!!!
Was habe ich davon?????? wenn ich sie nicht nehmen w├╝rde, es w├╝rde mir ja schaden.

Die Weihnachtszeit nahte, wie w├╝rde ich diese ├╝berstehen?

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Marie-Louise
BeitragVerfasst am: 26.01.2007 19:26  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 24.10.2006
Beitrńge: 8
Wohnort: Kt. Aargau

Dezember 2006: ich war in denkbar schlechter Verfassung und hatte Angst vor den kommenden Festtagen.

Mein Mann hatte die Weihnachtsbeleuchtung an den F├Âhren montiert, er musste das allein bewerkstelligen, da ich ihm ja nicht helfen konnte. Aber er hat das gut gemacht. Bei mir stellte sich auch gar keine Weihnachtsstimmung ein. Die Adventszeit, die ich vorher sehr geliebt hatte, sagte mir im Moment gar nichts. Von mir aus k├Ânnte es einen Knall geben und ich w├Ąre ein paar Monate ├Ąlter...

Jetzt w├╝rden es noch acht Chemos sein, die ich bekomme, meine H├Ąnde und N├Ągel wurden immer schlimmer. Frau Dr. G. meinte, wenn sich das ganze noch mehr verschlimmern w├╝rde, m├╝ssten wir mit der Chemo aufh├Âren. Aber das wollte ich jetzt auch nicht; bin ich jetzt schon so weit, dann ziehe ich das auch durch.

Ich muss einfach eincremen. Und salben hilft ja bekannterweise allenthalben. Ich fragte in Apotheken und Drogerien nach, was sie mir empfehlen k├Ânnten. Aber so richtig konnte mir auch niemand einen guten Rat geben.
Ich habe dann die Frage nach dem Hand- und Fusssyndrom in einem Forum aufgerufen und habe dann den Tipp von Kiesels├Ąure und Braunhirse bekommen. Das habe ich mir besorgt und nehme das jetzt jeden Tag, schaden kann es ja nicht, dies ist ja etwas Nat├╝rliches und ist auch f├╝r die Haare gut. Vielleicht wachsen sie dann schneller!!!!!
Auch der Arzt in der Lukasklinik konnte mir keinen guten Tipp geben, sowas h├Ątte er auch noch nie gesehen.

Bei der n├Ąchsten Chemo vom 14. Dezember holte sich Frau Dr. G. bei ihrem Chef einen Ratschlag. Der meinte, wir k├Ânnten es noch mit Eishandschuhen w├Ąhrend der Chemo probieren; und wenn das auch nicht helfen w├╝rde, dann m├╝ssten wir die Chemo abbrechen. Also probierte ich das aus. Ich kam mir vor wie ein Boxer. Ich konnte auch nichts mehr anfassen, musste einfach nur so daliegen. Diese Eishandschuhe wurden jede halbe Stunde gewechselt. Die Schwester und ich alberten so richtig rum, ich konnte trotz allem noch meine Sp├Ąsse machen.

Die Eishandschuhe haben sich bew├Ąhrt, die Hautr├Âtung war nicht mehr weiter fortgeschritten, also w├╝rde ich die Chemo fertig machen. Eigentlich w├Ąre es ratsam gewesen, mir diese Eishandschuhe von Anfang an, beim Wechseln der Chemo, zu verschreiben, dann w├Ąren diese Symptome wahrscheinlich nicht so weit fortgeschritten.

Weihnachten r├╝ckte immer n├Ąher, aber meine Stimmung war noch gar nicht auf Weihnacht eingestellt, es gingen mir viele Gedanken durch den Kopf, das gleiche machte auch meine Schw├Ągerin durch.
Ist es vielleicht unsere letzte Weihnacht??????

22. Dezember: heute bekam ich die Todesanzeige von einer der Frauen, mit der ich das Zimmer im Spital w├Ąhrend der Lungenembolie geteilt hatte. Ich habe nur noch geheult, ich konnte sie nur noch zweimal besuchen, nachher wurde sie auf die Intensivstation verlegt. Wir hatten so eine gute Zeit zusammen, das war schon noch ein Schock. Ich bin unendlich traurig!!!!!!

Ich wollte eigentlich auch keinen Weihnachtsbaum, aber mein Mann meinte, wir sollten einen kaufen. Also sind wir am 23. Dezember los, um einen zu kaufen. Wir fanden eine sch├Âne Blautanne, sowas hatten wir noch nie. Auch wollte er noch ein paar Weihnachtsguetsli backen, das haben wir dann zusammen gemacht.
Am Abend waren wir noch von einem befreundeten Paar zum Nachtessen eingeladen worden. Dieses fragte uns w├Ąhrend des Essens, was wir an Silvester unternehmen wollten. Ich sagte, dass ich zu Hause bleiben w├╝rde, mein Bruder h├Ątte uns auch schon einladen wollen, und wir h├Ątten abgesagt. Da meinten die zwei, wenn wir einverstanden w├Ąren, w├╝rden sie und noch ein befreundetes Paar (die M├Ąnner kennen sich vom Milit├Ąr) alles mitnehmen und mit uns den Silvester feiern, ich d├╝rfte aber gar nichts machen. Mein Mann m├╝sste ihnen nur ein wenig helfen und zeigen, wo was ist. Ich k├Ânnte mich dann auch hinlegen, sollte dies n├Âtig werden.- Diesen Vorschlag fand ich super.

Andere Jahre hatten wir immer viel Besuch w├Ąhrend der Weihnachtstage, diesmal waren wir zu unseren Patenkindern (wir haben zusammen sieben) gefahren. Das ganze war schon noch recht anstrengend und kostete mich Substanz. Aber auch das habe ich geschafft.
Das war wirklich ein supersch├Âner Silvester-Abend, danke Euch, liebe Freunde, das ist so sch├Ân, so liebe Menschen um sich zu haben. Die Ueberraschung war gelungen, wir wurden so richtig verw├Âhnt.
In so einer schwierigen Zeit merkt man schon, wer wirklich Freund ist.

10. Januar 2007: die zweitletzte Chemo war angesagt. Ich war nach der Chemo total aufgedreht; als meine Kollegin mit Sheila heimkam, habe ich nur noch geredet wie ein Wasserfall (das ist man sich von mir eigentlich nicht so gew├Âhnt). Ich glaube, mein Cocktail war mit zuviel Alkohol gemixt, die Infusion lief dieses Mal auch schnell. Aber das ist nur Spass, die wissen schon, wie sie die Chemo mixen.

Das ├Ąlteste Patenkind meines Mannes feierte gleichentags den 20. Geburtstag. Da ich so gut drauf war, sind wir zum Gratulieren hingefahren. Das war ein sch├Âner Abend, und alle hatten Freude, dass ich auch kommen konnte. Daf├╝r hatte ich die ganze Nacht kein Auge zugetan und war am Morgen sowas von m├╝de. Ich war sogar um zwei Uhr in der Nacht aufgestanden und hatte den Fernseher angestellt, das hatte ich noch nie gemacht.
Von Sonntag an hatte ich wieder so heftige Gliederschmerzen, der ganze K├Ârper tat mir weh, als wenn ich geschlagen worden w├Ąre.
Jetzt war nur noch eine Chemo angesagt.

18. Januar 2007: die letzte Chemo, juhuiiiiiiiiiii.
Das war ein grosser Brocken, den ich da geschafft habe, ich glaube, schlimmer kann nichts mehr werden.

19. Januar 2007: jetzt bekam ich den Termin f├╝r die OP, am 8. Februar 2007 werde ich um 9.00 Uhr im Spital erwartet, am 9. Februar werde ich operiert. Die OP am Schl├╝sselbein wird ein Spezialist durchf├╝hren. Es ist keine einfache OP, ich muss jetzt einfach in Gott Vertrauen haben und hoffen, dass alles gut kommt.

25. Januar 2007: ich musste nochmals zur Blutuntersuchung und anschliessend war noch ein Gespr├Ąch mit Frau Dr. G. angesagt, mein Mann hat mich begeitet. Vier Ohren h├Âren besser, als nur zwei.
F├╝r den 31. Januar bin ich angemeldet f├╝r die Mammographie und den Ultraschall.

Ich werde Euch wieder informieren, wenn ich diese H├╝rde hinter mir habe und weiss, wie das weitere Vorgehen sein wird.

Ich w├╝nsche allen Lesern und Betroffenen eine ganz sch├Âne und hoffentlich schmerzfreie Zeit.

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Marie-Louise
BeitragVerfasst am: 01.02.2007 18:15  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 24.10.2006
Beitrńge: 8
Wohnort: Kt. Aargau

31. Januar 2007: ich war auf dem Weg ins Spital zur Mammographie, da l├Ąutete mein Natel.
Wie kann es auch anders sein, die Klinik teilte mir mit, dass der Termin f├╝r die OP am 9. Februar wegen Abwesenheit des Spezialisten auf den 13. Februar 2007 verschoben werde. Ich m├╝sse am 12. Februar um 9.00 in der Klinik sein.
Wenn das nur mal gut kommt!!!!!!!!!!

Ich war ziemlich verstimmt, wie gestalten die von der Klinik den Terminplan?????
Warum kann nicht einmal etwas rund laufen, warum muss ich immer ├╝ber
Umwege ans Ziel kommen?

Wenigstens erhielt ich beim Ultraschall noch erfreuliche Nachrichten: der Tumor in der Brust und beim Schl├╝sselbein sind kleiner geworden.
Aber dieser Arzt sagte auch, dass es zwei Knoten am Schl├╝sselbein seien. Das h├Ârte ich jetzt zum ersten Mal.

Dr├╝ckt mir bitte die Daumen, dass alles gut ausgeht, ich werde mich dann wieder melden!!!

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soeg
BeitragVerfasst am: 02.02.2007 17:53  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 12.12.2005
Beitrńge: 12

Liebe Marie-Louise

Ich dr├╝cke Dir ganz fest alle zur Verf├╝gung stehenden Daumen!
Und ich werde ganz fest an Dich denken!

Alles Liebe und Gute
Sonja
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Marie-Louise
BeitragVerfasst am: 16.03.2007 19:11  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 24.10.2006
Beitrńge: 8
Wohnort: Kt. Aargau

Ein steiniger Weg
12. Februar 2007: Spitaleintritt um 9.00 Uhr, die Operation stand nun bevor.

Ich hatte schon ein wenig Bammel: was kommt auf mich zu, sehe ich mein zuhause noch einmal??? Es sind mir so viele absurde Gedanken durch den Kopf gegangen, mir kam immer wieder die liebe Frau in den Sinn, mit der ich das Zimmer im November geteilt hatte. Sie kam als Notfall in's Spital und kehrte nicht mehr nach Hause zur├╝ck.

Ich war den ganzen Tag auf Trab. Kaum war ich wieder im Zimmer, kam schon der n├Ąchste Untersuch oder eine Besprechung. Die beiden Operateure haben mit mir noch die OP besprochen, es wurde mir gesagt, dass ich am Morgen fr├╝h zu einer Markierung des Tumors in der Brust abgeholt werde.
Es wunderte mich, dass niemand die OP am Schl├╝sselbein erw├Ąhnte. Als ich danach fragte, teilte man mir mit, dass dieser Operateur sicher auch noch bei mir vorbei k├Ąme. Am Abend kam dann der Operateur von der Chirurgie ins Zimmer und hat den Knoten getastet und sagte mir, dass sie das noch besprechen werden.

13. Februar: ich musste mich schon vorbereiten auf die OP (Duschen, Nachthemd anziehen etc.), dann wurde ich um halb acht mit dem Bett zu dieser Markierung gefahren. Das ist schon ein komisches Gef├╝hl, wenn man laufen k├Ânnte und das nicht darf. Diese Markierung war sehr, sehr unangenehm; am Schluss waren sie zu viert, ich w├Ąre eine Herausforderung, meinte die Frau Professorin.

Der Tumor war aber auch an einem sehr dummen Ort. Immer, wenn sie gemeint haben, dass sie ihn auf dem Ultraschall s├Ąhen, war er schon wieder verschwunden. Die ganze Prozedur dauerte anderthalb Stunden. Sechs Mammo-Bilder wurden gemacht, und das mit der Markierung (das ist wie ein Draht) in der Brust, das war sehr schmerzhaft. Und wieder einmal mussten sie zweimal stechen, wie kann es auch anders sein. - Ich wurde wieder auf's Zimmer gebracht.

Dann teilte mir ein Chirurg mit, der Knoten am Schl├╝sselbein werde nicht operiert. Ich war erschlagen, was soll das nun wieder????? Ich konnte mich kaum erholen von dieser Mitteilung. Warum? Wieso? das war ja f├╝r alles doch der Ausl├Âser, und es war von Anfang an die Rede, dass dieser Knoten raus muss. Warum dieser Sinneswandel?? Es wurde ja das Ganze auch verschoben, weil dieser Spezialist beim ersten Termin nicht h├Ątte anwesend sein k├Ânnen. - Ich konnte das alles fast nicht glauben. Auf einmal hiess es, sei zu gef├Ąhrlich; was soll das denn? Bei der vorangegangenen Besprechung war es immer noch klar, dass dieser Knoten raus muss.
Wenn ich diese Markierung in der Brust nicht schon gehabt h├Ątte, w├Ąre ich nach Hause gegangen. Die hatten die gr├Âsste M├╝he, mich wieder zu beruhigen.

Um 13.00 Uhr wurde ich in den OP gebracht und, ich glaube, um 18.00 war ich wieder im Zimmer. Der Oberarzt kam vorbei und teilte mir mit, dass alles gut gegangen sei. Ich war noch sehr bel├Ąmmert, nahm das kaum war. Ich fragte nur noch, wie viele Lymphknoten man rausgenommen h├Ątte. Er k├Ânne mir das nicht sagen, teilte er mir mit.
Als ich wieder einigermassen klar war, konnte ich das immer noch nicht begreifen, dass ich diesen Knoten am Schl├╝sselbein immer noch habe. Auch meinem Mann ist das unbegreiflich, er war ja an der Besprechung auch dabei gewesen.

Am Freitag bei der Arztvisite sagte mir die Aerztin, wenn ich wolle, k├Ânne ich am Samstag nach Hause gehen. Ich sagte sofort ja, obwohl ich immer noch eine Drainage hatte. Sie sagte mir, sie w├╝rde alle Papiere etc. bereit machen, damit ich am Morgen nach Hause k├Ânnte.
Aber wie kann es auch anders sein, auch das klappte nicht. Als die Schwester die Drainage rausnehmen wollte, sah sie, dass es ja kein Vakuum mehr in der Flasche hatte. Niemand wusste, wie lange schon nicht mehr, also musste nochmals eine neue Flasche angeh├Ąngt werden.
Ich konnte endlich um 16.00 Uhr nach Hause gehen mit einem Rezept (f├╝r Medikamente, auf die ich allergisch reagiere, na bravo) und sonst gar nichts, kein Austrittsgespr├Ąch und keine Anweisungen, ├╝berhaupt nichts.
Die Aerztin von Freitag hat mich wohl vergessen.

Gott sei Dank war ich wieder zu Hause, mein Mann war sehr f├╝rsorglich und kochte f├╝r mich. Er hat es auch nicht sehr einfach, das kostet ihn sicherlich auch viel Substanz, obwohl er so "cool" nach aussen wirkt.

Am Montag musste ich zum Hausarzt, um die Dosis des Blutverd├╝nners "Marcoumar" (seit der Lungenembolie) zu bestimmen, meine Haus├Ąrztin hatte leider frei. Ich musste ihn noch fragen, ob er die Wunden noch sehen wolle. Die hat er noch schnell angeschaut, und raus war ich wieder, ich solle am Donnerstag nochmals kommen wegen des Bluts. Ich fragte aber die Sprechstundenhilfe, ob ich nicht wieder zu meiner Aerztin k├Ânnte. Sie war aber erst wieder am Freitag anwesend, also ging ich am Freitag wieder hin. Sie erkundigte sich, wie es gelaufen sei, und ich erz├Ąhlte ihr alles und dass mein Problem immer noch bestehe. Sie konnte das nicht fassen und sagte mir, sie werde eine Zweitmeinung anfordern. Sie verschrieb mir auch Lymphdrainage zur Vorbeugung, damit ich kein Oedem bekommen sollte.

Wir hatten dann am Mittwoch noch ein Gespr├Ąch mit der Onkologin im Spital. Ich erz├Ąhlte ihr, dass ich ein grosses Problem h├Ątte, wie alles abgelaufen sei; vor allem, dass ich diesen Knoten immer noch h├Ątte.
Sie sagte mir nur immer wieder, sie w├╝rde mich schon verstehen, ihr ginge es an meiner Stelle sicher auch so. Das h├Âre ich von allen Seiten, aber das n├╝tzt mir auch nichts.
Sie hat uns den weiteren Verlauf, wie sie das sehen, aufgezeigt. Also als n├Ąchstes kommt die Bestrahlung.

Auf meine Frage, wieviele Lymphknoten mir aus der Achselgegend entnommen wurden, konnte sie mir wieder einmal keine Antwort geben. Warum nur??? Am Freitag war ich wieder bei der Haus├Ąrztin, sie konnte mir jetzt endlich sagen, dass man mir 19 Lymphknoten entfernt h├Ątte. Warum so viele?????
Es war ja nie etwas sichtbar auf dem R├Ântgenbild und dem Ultraschall.
Aber diesen dummen Knoten am Schl├╝sselbein, den ich sehe und sp├╝re, den muss ich behalten.

Am 12. M├Ąrz hatte ich ein Vorgespr├Ąch wegen der Bestrahlung, welches fast zwei Stunden dauerte. Da wurde Klartext gesprochen, ohne Besch├Ânigung. Ich w├Ąre froh gewesen, wenn mein Mann auch dabei gewesen w├Ąre. Das ist mir fast so eingefahren wie damals, als ich die Diagnose bekommen hatte.
Es wurde mir mitgeteilt, dass diese Tumorzellen einen ungew├Âhnlichen Weg genommen h├Ątten, n├Ąmlich ├╝ber die Lymphknoten hinter dem Brustbein. Das w├Ąre sehr, sehr selten, normal gehen diese Zellen ├╝ber die Lymphknoten in den Achselh├Âhlen.
Und dann ist noch die Schwierigkeit, dass die linke Brust betroffen ist. Wegen des Herzens m├╝ssten sie jetzt aufpassen mit der Bestrahlung. Es wurde mir alles ausf├╝hrlich erkl├Ąrt. Ich teilte ihnen noch mit, dass die Zweitmeinung am 13. M├Ąrz stattfinden werde, auch diese zwei Aerzte verstanden mein Problem.

13. M├Ąrz: mein Mann kam auch mit an diese Besprechung, aber das war eine kurze Sache, dieser Arzt sagte uns, dass das bei ihnen gar keine Diskussion gewesen w├Ąre, diesen Knoten zu entfernen, sowas w├╝rden sie nicht in Erw├Ągung ziehen. Sowas, wie ich h├Ątte, sei auch sehr, sehr selten.
Ich frage mich wieder einmal, warum kann ich nicht ein 08/15-Typ sein, warum immer etwas fast Aussergew├Âhnliches?????

Der Arzt meinte auch, der Schaden w├Ąre gr├Âsser, als der Nutzen. Er verglich das mit einer Rasur im Gesicht. Wenn man nur einen kleinen Kreis rasieren w├╝rde, w├Ąre das ungef├Ąhr das gleiche, also ist es wieder wegen des Lymphknotens hinter dem Brustbein, den man nicht operieren kann.
Jetzt muss ich das nur noch in meinen Kopf reinbringen. Er meinte, ich solle meine Energie nicht daf├╝r verschwenden. - Leichter gesagt, wie getan!

Am Mittwochmorgen teilte mir der Arzt vom Montag mit, dass sie beschlossen h├Ątten, einen PET-Untersuch bei mir durchzuf├╝hren. Der dauert ca. drei Stunden, ich m├╝sste n├╝chtern am 20. M├Ąrz um 10.30 bei ihnen sein. Das sei ein Untersuch, da w├╝rde mir eine Fl├╝ssigkeit gespritzt und man sehe nach einiger Zeit, ob es noch irgendwo in meinem K├Ârper Krebszellen hat.
Ich bekam nach diesem Telefon nochmals einen Anruf, dass ich am Nachmittag um 14.30 Uhr zum Planungs-CT kommen solle.
Die lassen mir aber auch gar keine Zeit, jetzt geht alles wieder so rasant.

Bin diese Woche nur noch unterwegs, von einem Termin zum andern.....

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Marie-Louise
BeitragVerfasst am: 18.05.2007 19:55  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 24.10.2006
Beitrńge: 8
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Endlich finde ich wieder mal Zeit, um Euch auf dem laufenden zu halten.

R├╝ckblick auf die Bestrahlung:

14. M├Ąrz um 14.30 Uhr wurde das Planungs-CT gemacht, da wurde ich links und rechts und in der Mitte des Busens t├Ątowiert, durfte mich auch gar nicht bewegen, so sollte ich dann w├Ąhrend der Bestrahlung ruhig liegen.

20. M├Ąrz 2007 um 10.30 traf ich zum PET-Untersuch ein. Zwei Schwestern f├╝hrten mich in ein abgedunkeltes Zimmer, und ich musste in einem Stuhl Platz nehmen. Dabei sollte ich eine Position w├Ąhlen, bei der ich es f├╝r eine Stunde aushalten k├Ânnte, da ich mich nicht gross bewegen durfte. Ich habe mir eine Entspannungs-CD mitgenommen, um ein wenig abzuschalten. Mir wurde dann eine Infusion gelegt. Dann kamen sie mit dieser Fl├╝ssigkeit, es war schon noch speziell, ich dachte: was passiert jetzt in meinem K├Ârper? Nach einer guten Stunde kamen die Schwestern wieder ins Zimmer und f├╝hrten mich in einen riesigen Raum, da wurde dann das CT gemacht.
Am Ende der ganzen Prozedur musste ich noch warten, falls noch etwas wiederholt werden m├╝sste. Aber schon bald konnte ich wieder nach Hause fahren.

Den Termin f├╝r die Besprechung des Ergebnisses war am Donnerstag, diesmal kam mein Mann auch mit. Anwesend war der Arzt, der mich in der Bestrahlungszeit betreuen w├╝rde. Es war schade, dass ich mit ihm nicht richtig kommunizieren konnte, da er nicht sehr gut deutsch sprach und immer wieder nach W├Ârtern suchen musste. Dann kam auch noch der
Professor zur Besprechung, er konnte uns die positive Mitteilung machen, dass keine weiteren Krebszellen gesichtet wurden.
Er hat uns auch gesagt, wie und wo bestrahlt wird.

Und wieder wird der Vorgang nicht so gemacht, wie vorgesehen: n├Ąmlich die Lymphknoten hinter dem Brustbein werden nicht bestrahlt. Wir h├Ârten wieder den Satz, der Schaden w├Ąre gr├Âsser, als der Nutzen.
Auch h├Ątte man an der Lunge etwas festgestellt, das man sich nicht erkl├Ąren k├Ânne. - Was k├Ânnte das wohl sein?

Es wurde beschlossen, dass ich mit der Bestrahlung am 28. M├Ąrz um 14.30 Uhr beginnen soll, die ganze Bestrahlung w├╝rde 6 1/2 Wochen dauern. Das hiesse also, jeden Tag 40 km hin- und 40 km zur├╝ckzufahren, ausser nat├╝rlich Samstag und Sonntag, da h├Ątte ich Pause.
Uns wurden auch noch die Nebenwirkungen mitgeteilt, welche die Bestrahlung ausl├Âsen k├Ânnte: die M├╝digkeit werde zunehmen. Da ich eine grosse Brust habe, k├Ânnte in der Hautfalte unter der Brust die Haut auch aufplatzen. - Hoffentlich nicht!!!!!!!!
Mir wurde auch gesagt, wie ich die Brust in dieser Zeit pflegen soll, um gr├Âssere Sch├Ąden m├Âglichst vermeiden zu k├Ânnen.

Am 28. M├Ąrz wurde ich von den 4 netten Betreuern (3 m├Ąnnlich, 1 weiblich) von der Bestrahlung in Empfang genommen. Diese haben auf meinem Busen gezeichnet und die Positionen markiert, dann wurde das abgeklebt. Als ich in der richtigen Position war, erkl├Ąrten sie mir den ganzen Vorgang und gingen dann raus. Diese eine Brust wurde zweimal von oben und zweimal von unten bestrahlt. Nach jeder Bestrahlung wurde die Position wieder ge├Ąndert.

Von der Bestrahlung merkt man ja nichts, aber diese Strahlen k├Ânnen in uns die Krebszellen, wie leider auch gute Zellen, vernichten.
W├Ąhrend der Bestrahlung habe ich versucht, mir das Ganze vorzustellen, aber es ist mir nicht gelungen. Was passiert nun in meinem K├Ârper? Ich konnte noch gar nicht dar├╝ber nachdenken, dass ich das jeden Tag mitmachen w├╝rde.
Aber im nachhinein war es gar nicht so schlimm, man gew├Âhnt sich an alles.

Ich hatte aber auch Gl├╝ck mit den Betreuern, die waren immer sehr nett und einf├╝hlsam, munterten mich auf, wenn ich nicht so gut drauf war, wir konnten auch lachen und witzeln.

Ich hatte am 3. April noch einen Termin bei meiner Haus├Ąrztin und teilte ihr mit, dass die Lymphknoten hinter dem Brustbein nicht bestrahlt w├╝rden. Das begriff sie auch nicht, sie hat mir das Schreiben vom Arzt mit der Zweitmeinung mitgegeben, darin stand (wie auch im Bericht vom Tumorboard der Klinik), dass man diese unbedingt bestrahlen sollte.
Nach der Bestrahlung beim Arzttermin zeigte ich diese zwei Schreiben und fragte nochmals nach, warum diese Lymphknoten jetzt doch nicht bestrahlt w├╝rden.
Die Haus├Ąrztin meinte noch, diese Aerzte sollten doch einmal miteinander reden, sie verunsicherten mich nur, und ich wisse auch nicht mehr, was richtig sein soll.
Der Arzt wollte das nochmals mit seinem Chef besprechen, ich solle am anderen Tag nochmals zu ihm kommen. Er kopierte diese zwei Schreiben. Am n├Ąchsten Tag, wieder bei ihm, musste der Professor mir das alles nochmals erkl├Ąren.

Vor allem das, die Lunge betreffend, besch├Ąftigt mich halt schon sehr. Er sagte mir, das sollte ich jetzt im Moment vergessen, ich w├╝rde die ganze Kraft f├╝r die Bestrahlung brauchen. Das k├Ânnte man dann nochmals anschauen, wenn das alles vorbei sei. Er konnte sich nicht erkl├Ąren, was da sein k├Ânnte, vor allem in unseren Breitengraden sei so was gar nicht m├Âglich; wenn ich in einem Grubenwerk arbeiten w├╝rde, w├╝ssten sie es. - Na bravo!!!!!!!!!!

Als der Professor hinaus gegangen war, sagte mir mein Arzt noch, andere Frauen w├╝rden die ganze Prozedur einfach mitmachen, ohne lange zu fragen, bei mir h├Ątte er immer, wenn er mich sehe, das Gef├╝hl, ich sei st├Ąndig in Kampfposition!!!
Es geht doch um mich, ich m├Âchte doch wissen, was mit mir geschieht!!!!!

Ich war sehr froh, dass ich am n├Ąchsten Tag einen Termin bei meinem Psychoonkologen hatte. Der verstand die Welt auch nicht mehr, als ich ihm diese News mitteilte. Er fand auch, dass einmal alle zusammen an einem Tisch sitzen sollten mit allen Fakten, aber sowas ist ein "Wunschdenken".
Ich finde, die Patientin sollte auch an einem Tumorboard anwesend sein, da w├╝rden ja auch alle Vor- und Nachteile ausdiskutiert. Ich w├Ąre froh gewesen, wenn ich h├Ątte dabei sein k├Ânnen, da w├Ąren viele Fragen schon dort klar gewesen.

28. April: an diesem Tag bin ich das erste Mal ohne Per├╝cke unter die Leute gegangen, es brauchte schon noch Mut, aber mein Mann sagte mir, das s├Ąhe sehr gut aus. Unsere Freunde fanden das auch, sie sind beinahe ausgeflippt.

In der Zwischenzeit bekam ich solche Gelenk- und Muskelschmerzen, das war fast nicht mehr zum Aushalten. Ich habe mich mit meiner Onkologin in Verbindung gesetzt und sie gefragt, was ich machen k├Ânnte. Sie wusste mir auch keinen Rat, als dass ich das Problem mit der Haus├Ąrztin besprechen sollte. Ich fragte sie noch, ob es vielleicht von dem Nolvatex kommen k├Ânnte, das sie mir verschrieb, oder von Nachwirkungen von der Chemo oder einfach von den ganzen Strapazen, die mein K├Ârper mitmachen musste.
Sie k├Ânne sich das nicht so recht erkl├Ąren, teilte sie mir mit. Da habe ich ihr aber geantwortet, dass ich in verschiedenen Brustkrebs-Foren gelesen h├Ątte, dass sehr viele Frauen diese Beschwerden auch h├Ątten. - Darauf wusste sie nichts mehr zu sagen.

Ich komme mir vor wie ein Ping-Pong-Ball, ich werde hin und her geschoben. Ich habe mich dann bei der Haus├Ąrztin angemeldet, schilderte ihr meine f├╝rchterlichen Schmerzen vor allem im rechten H├╝ftgelenk. Sobald ich das Bein ein wenig hebe, schmerzt es so sehr; sie fand, das m├╝sste n├Ąher untersucht werden, und meldete mich zu einem MRI an.
Sie gab mir vorsichtshalber noch Kr├╝cken mit, ich solle das Gelenk schonen. Sie wisse noch nicht, ob das Gelenk von der Chemo besch├Ądigt worden sei. Da auf dem R├Ântgenbild eine kleine Abweichung zu sehen war, wollte sie das genau abkl├Ąren lassen.
Aber wenn ich diese Kr├╝cken brauchte, dann kamen die Schmerzen vom damaligen Schleudertrauma wieder sehr zu Tage, darum brauchte ich die Kr├╝cken auch nur selten.

Am schlimmsten war, dass ich auch nicht mit unserem Hund spazieren gehen konnte, da ich ja das Gelenk schonen sollte.
Auf die L├Ąnge h├Ątte ich das nicht durchgehalten, ich musste raus an die frische Luft.

Zum MRI konnte ich am 15. Mai noch vor der Bestrahlung hingehen, das war auch wieder so ein Kapitel f├╝r sich. Der R├Ântgenarzt sagte mir zum Abschluss, dass das Gelenk in Ordnung sei. - Gott sei Dank!!!!

Am letzten Bestrahlungstag am 15. Mai musste ich zuerst zum Arzt. Er war zufrieden, wie die Brust aussah. Die Hautfalte hat sich ge├Âffnet, er fand das aber nicht schlimm. Ich w├╝rde das gut pflegen, meinte er, und er w├╝rde mich gerne nochmals am 23. Mai sehen.
Anschliessend bin ich zur Bestrahlung hingegangen. Als ich die Gaze entfernte, tropfte das Blut nur so heraus. Den Betreuern habe ich zum Abschluss noch zus├Ątzliche Arbeit gemacht. Diese waren aber sehr besorgt, hatten auch noch mit dem Arzt Kontakt aufgenommen. Die Bestrahlung wurde dennoch durchgef├╝hrt. - "Indianer kennen keine Schmerzen".
Es heisst nun schmieren und salben.

Am Mittwochmorgen habe ich noch in der Arztpraxis angefragt, ob der Bericht vom MRI schon vorhanden sei, was leider noch nicht der Fall war - also noch etwas l├Ąnger warten.
Am Nachmittag hat mich dann die Aerztin angerufen und mir mitgeteilt, dass das MRI gut aussehe. Ich h├Ątte wahrscheinlich "Weichteilrheuma", das durch die Chemo aktiviert worden war. Dies soll ich mit der Therapeutin, welche mir die Lymphdrainage macht, besprechen. Das w├╝rden wir zuerst mit einer Therapie behandeln. Da ich schon soviel "Gift" in mir habe, f├Ąnde sie, das sei das beste.
Ich bin schon sehr froh, habe ich eine so gute Aerztin, die sich so f├╝r mich einsetzt.

Mein Mann kam am Abend mit einem wundersch├Ânen Blumenstrauss nach Hause, das sei f├╝r den Abschluss eines weiteren Kapitels.

F├╝r mich ist ├╝berhaupt sehr wichtig, dass ich ein so gutes Umfeld habe, sprich Mann, Freunde, Familie und Nachbarn. In diesem Sinne allen Lieben, die mir bis jetzt beigestanden und geholfen haben: ein herzliches Dankesch├Ân und "Vergelt's Gott".

Ich hoffe nun,
dass ich das Schlimmste jetzt hinter mir lassen kann,
ich zuversichtlich f├╝r die weiteren Untersuchungen anfangs Juni gewappnet bin,
sich mir hoffentlich keine weiteren Steine in den Weg legen werden.

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soeg
BeitragVerfasst am: 20.05.2007 14:29  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 12.12.2005
Beitrńge: 12

Liebe Marie-Louise

Symbolisch von mir schicke ich Dir einen wundersch├Ânen Blumenstrauss!!!

Alles Liebe und Gute
Sonja
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Marie-Louise
BeitragVerfasst am: 21.05.2007 17:32  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 24.10.2006
Beitrńge: 8
Wohnort: Kt. Aargau

Liebe Sonja


ganz herzlichen Dank f├╝r Deinen symbolischen Blumenstrauss, es ist sch├Ân, dass ich Dich durch dieses Forum hab' kennenlernen d├╝rfen.
Du hast mich manches Mal aufgemuntert, wenn ich wieder mal am Boden war!!!

Herzliche Gr├╝sse und auch Dir alles Liebe und Gute
Marie-Louise

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