|
Anklicken der Bilder = Vergrösserung Anklicken der roten Wörter = weitere Bilder oder Text |
OPERATION |
|
|
Im Dezember 2003 hörte ich das erste Mal, dass die Achsellymphknoten ebenfalls entfernt würden bei einem Mammakarzinom. Von den möglichen Nebenwirkungen, wie Bewegungseinschränkung, Lymphödem usw. erfuhr ich aus dem Internet, auch dass bei der Mehrheit der Frauen mit entnommenen Achsellymphknoten ein solcher Eingriff gar nicht nötig gewesen wäre. So habe ich mich vorgängig der Operation intensiv mit diesem Thema befasst und konnte dann feststellen: Unnötig entfernte Lymphknoten - das muss nicht sein!
Was heisst Sentinel, was ist eine Sentinel-Lymphknoten-Biopsie? eine ausführliche Erklärung:
|
|
|
Vorbereitungen für die Sentinel-Lymphknoten-Biopsie (SLB) waren am Vortag der Operation, um die Wächter-Lymphknoten während der Operation auch auffinden zu können.
Diese Methode ist nur durchführbar, wenn die Achsellymphknoten im Tastbefund und bei der Ultraschalluntersuchung noch nicht befallen aussehen. |
|
Sollte die Schnellschnittuntersuchung während der Operation jedoch ergeben, dass die Sentinel-Lymphknoten doch befallen sind, dann müssen weitere Lymphknoten entfernt werden.
|
|
|
|
29.1.04: Der Bereich des vormaligen Knotens in der linken Brust, ebenfalls derjenige der Mikroverkalkungen rechts, wurde mit eingespritzter radioaktiver Substanz markiert, um die Lage der Sentinel-(=Wächter)-Lymphknoten anzuzeigen (siehe nebenstehende Szintigraphie). Die Sentinel-Lymphknoten konnten am anderen Tag mittels Gamma-Detektor aufgefunden und durch einen kleinen Schnitt in der Achselhöhle entfernt werden. |
|
|
|
Meine Fragen und Überlegungen vor der Operation:
|
|
|
- Wird zusammen mit dem Krebs auch wirklich nur das Nötigste vom gesunden Gewebe entfernt? Die Brust war bis anhin ja nicht gerade voluminös und sollte deshalb nicht noch viel kleiner werden. Den Krebs verdrängte ich.
- Wird es ganz sicher eine brusterhaltende Operation sein mit ästhetischem Aussehen und schönen, nicht wulstigen Nähten? Eine ansehnliche Brust ist für eine Frau enorm wichtig (gilt auch noch bei Seniorinnen !). Das vorgängige Gespräch mit dem Operationsarzt, was herausgeschnitten und wie ein schönes Ergebnis erzielt werden kann, tat sehr gut.
Der ausführliche Beschrieb über die Sentinel-Lymphknoten-Biopsie und weitere Details wirkten beruhigend. Ich fand sehr wichtig, soviel wie möglich über das Kommende zu wissen, so war das Unvermeidliche kein Schreckgespenst mehr. Die auszuführenden Schnitte wurden bereits auf der Haut markiert, das gab mir das Gefühl, als ginge ich anderntags zur Schönheitsoperation. Leise Angst, es könnte nach der Operation dann doch zuviel von der Brust fehlen, blieb bestehen... ebenfalls die Angst vor der Vollnarkose.
|
|
|
DIE OPERATION - DER BERICHT
|
|
|
Angaben zur Operation - 30.1.04
|
|
|
Sentinel-Lymphknoten-Biopsie, Mamma links: Entfernung von 5 Lymphknoten, Schnellschnittuntersuchung.
|
|
|
Segmentektomie Mamma links: Entfernung des Drüsenkörpers in der 1h und 4h-Achse, Markierung der Resektatränder mit Metallclip. Adaptation des Drüsenkörpers (siehe anschliessend "Mastopexie")
|
mit Op-Kleinbild zum Vergrössern |
|
Sentinel-Lymphknoten-Biopsie, Mamma rechts: Entfernung von 3 Lymphknoten, Schnellschnittuntersuchung.
|
|
|
Quadrantektomie Mamma rechts: Entfernung des Drüsenkörpers von 10h bis 1h mit Nachexzision in der 1h-Achse, Resektionsrand mit Faden markiert. Adaptation des Drüsenkörpers (siehe anschliessend "Mastopexie" )
|
mit Op-Kleinbild zum Vergrössern und Präparat-Radiographie |
|
Mastopexie beidseits: Adaptation = Ablösung des Brustdrüsenkörpers von der Faszie und der Haut, die beiden Schnittkanten der Segmentektomie werden zusammengefügt. Dies ergibt wieder eine runde Form. Beide Brustwarzen samt Warzenhof werden versetzt, da sie durch die Adaptation nicht mehr in der richtigen Position sind. Das optische Aussehen der operierten Brust wird dadurch verbessert.
|
|
|
mit Bild: nicht geeignet für empfindliche Personen |
|
|
Ich fühlte mich wohl während des Spital-Aufenthalts (6½ Tage in allg. Abteilung):
|
|
|
Schön wäre gewesen, der Operationsarzt hätte mich noch am gleichen oder spätestens nächsten Tag besucht, trotz des bevorstehenden Wochenendes. Ich hätte gerne dies und jenes über die Operation erfahren, auch hätte ich mich dann nicht so verloren gefühlt. Erst am Abend vor dem Spitalaustritt erfolgte sein Kurz-Besuch. (Ich weiss: zuwenig Zeit!)
Mir fehlten strikte Anweisungen betreffend richtiges Bewegen meiner Arme. Ich hatte ja beidseits eine Sentinel-Lymphknoten-Biopsie (SLB) hinter mir und kannte die Vorteile dieser Methode. Aber wie mussten die Arme im Bett gelagert sein, wieviel durfte ich diese bewegen/hochheben? Ich war verunsichert. - Erst später ist mir bewusst geworden, dass möglichst wenig Bewegung richtig gewesen wäre für einen guten Heilungsverlauf in der Achselhöhle.
Hilfreich wäre für mich gewesen, schon bald nach der Operation die Termine der vorgesehenen länger dauernden Untersuchungen und Besprechungen zu erhalten. Ich war in guter körperlicher und auch seelischer Verfassung und hätte die Zwischenzeit gerne sinnvoll genutzt, das Warten auf das Ungewisse machte mich etwas unruhig.
|
|
|
AUSTRITTSBERICHT |
|
Histologie und Befunde Diagnosen: invasiv-duktales Mamma-Karzinom beidseits rechts: pT1b (6 mm), pN0 SN (0/4), M0, G1; ER 100%, PR 40%, Her-2 negativ (FISH){C50.9} links: pT1c (12 mm), pN0 SN (0/10), M0, G2; ER 40%, PR 20%, Her-2 negativ (FISH)
|
|
Auf dem Bild der Ganzkörper-Skelettszintigraphie waren keine Metastasen in den Knochen sichtbar.
Weitere Angaben: degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule. Ritzarthrose links. Degenerative Veränderungen Sternoklavikular und AC-Gelenke bds. St.n. Hüft-TP bds.
Die Sonographie von Leber und Nieren zeigte ebenfalls keine Metastasen. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Meine Gedanken nach dem Spitalaustritt:
|
|||||
|
Die Operation war sehr gut verlaufen. Das Drainageschläuchlein der Wundflüssigkeit rechts konnte drei Tage später gezogen werden, dasjenige links jedoch erst am Austrittstag, also fünf Tage nach der Operation. Die Brust war noch mit durchsichtiger Klebefolie in Form gehalten. Sie schien gut geraten zu sein, genau so operiert, wie der Arzt dies zuvor mit mir besprochen hatte. Mir ging es also sehr gut, weder ein Hämatom, noch eine Infektion waren aufgetreten (Hämatom nach Biopsie siehe Abklärungen). Die Schmerzen waren auch ohne Schmerzmittel aushaltbar. So kam ich voller Tatendrang zuhause an. Dann tauchten Fragen auf:
- Wie muss ich mich, wieder zuhause, verhalten? Und wie lange gelten diese Verhaltensregeln? Ich hatte viele sehr gut gemeinte Ratschläge erhalten. Ich wusste aber dann doch nicht so genau, was nun eigentlich richtig war. - Ich fühlte mich jedoch so gut, dass ich die Hausarbeit und speziell das Giessen der vielen Topfpflanzen mit grösserer Kanne sofort in Angriff nahm. Das war wohl falsch, denn die nach einer Woche in beiden Achselhöhlen sich bildenden Serome (durch Bindegewebe abgegrenzte Hohlraumbildung im Bereich der entfernten Sentinel-Lymphknoten, ausgefüllt mit flüssigen Blutbestandteilen/Serum) waren wohl durch zuviel Bewegung ausgelöst worden.
- Was ist als normal anzusehen beim Heilungsverlauf? Wie lange kann es etwa dauern, bis der "Normalzustand" wieder da ist?
- Welche Komplikationen können auftreten, und was ist in einem solchen Fall zu unternehmen? Solche Hinweise hätten mir nach dem Spitalaustritt sehr geholfen.
|
|||||
|
KOMPLIKATIONEN: SEROM
|
|||||
![]() |
![]() |
Die Lymphflüssigkeit fand plötzlich keinen Abfluss mehr, sie staute sich am 8. Tag nach der Operation innert weniger Stunden in den Achselhöhlen. Ich war zu aktiv gewesen! Diese Serome, wie kleine Tennisbälle in der Achselhöhle sitzend (unter der Folie von der SLB her) waren recht unangenehm, ich konnte die Arme nicht mehr an den Körper anlegen, die Rückenmuskulatur verkrampfte sich sehr schmerzhaft. In der Folge musste die Flüssigkeit mehrmals punktiert werden, bis sie einen anderen Abflussweg gefunden hatte. |
|||
|
|
|||||
|
Nach der Verbandsabnahme war ich über das Aussehen der Nähte erschrocken, ich hatte mir doch vorgestellt, die Hautränder würden schön nebeneinander liegen. Sie waren zwar unsichtbar zusammengenäht, aber beidseits der Nähte waren ein paar unschöne Hautwülste. Ich erinnerte mich daran, dass ich bei den Hüftoperationen seinerzeit "Keli-med" eingerieben hatte, jene Narben sind sehr fein geworden, kaum wahrnehmbar. Ausdauer beim Auftragen der Creme ist jedoch schon nötig !!
Ich hatte also während ein paar Monaten dieses Narben-Spezifikum (ca. 120 g) eingerieben: Keine Wülste mehr, die Narben sind nur noch als feine Striche sichtbar. Ob sie noch mehr verschwinden?
|
|
|
2 ½ JAHRE SPÄTER: |
|
|
Linke Brust mit Narbe nach Segmentresektion mit radiärem Schnitt. Rechte Brust mit Narbe nach Quadrantektomie mit zirkulärem Schnitt.
Die Brust fühlt sich gut an, ohne Verhärtungen. Auch dass sie klein ist, stört mich nicht mehr. Sie ist schön geworden und gefällt mir! |
|
|