Ein Brustkrebs und sein Verlauf: Inhaltsübersicht

 
 

 

 

 

 

 

 

last update 29. Nov. 2016

Copyright © Nov. 2004

Erika Rusterholz

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OPERATION

 

 

 

Abklärungen im Brustzentrum sind gemacht worden,

wie weiter mit Knoten und Mikroverkalkungen?

 

Im Dezember 2003 hörte ich das erste Mal, dass die Achsellymphknoten ebenfalls entfernt würden bei einem Mammakarzinom. Von den möglichen Nebenwirkungen, wie Bewegungseinschränkung, Lymphödem usw. erfuhr ich aus dem Internet, auch dass bei der Mehrheit der Frauen mit entnommenen Achsellymphknoten ein solcher Eingriff gar nicht nötig gewesen wäre. So habe ich mich vorgängig der Operation intensiv mit diesem Thema befasst und konnte dann feststellen: Unnötig entfernte Lymphknoten - das muss nicht sein!

 

Was heisst Sentinel, was ist eine Sentinel-Lymphknoten-Biopsie? eine ausführliche Erklärung:

 

Vorbereitungen für die Sentinel-Lymphknoten-Biopsie (SLB) beginnen am Vortag der Operation, um die Wächter-Lymphknoten während der Operation mittels Gamma-Detektor auch auffinden zu können.

 

Diese Methode ist nur sinnvoll, wenn die Achsellymphknoten im Tastbefund und bei der Ultraschalluntersuchung noch nicht befallen aussehen.

 

Sollte die Schnellschnittuntersuchung während der Operation jedoch ergeben, dass die Sentinel-Lymphknoten doch befallen sind, dann müssen die Achsellymphknoten ebenfalls noch entfernt werden.

 

Brustkrebs: Lymph-Szintigraphie

 

29.1.04: Der Bereich des vormaligen Knotens in der linken Brust, ebenfalls derjenige der Mikroverkalkungen rechts, wurde mit eingespritzter radioaktiver Substanz markiert, um die Lage der Sentinel-(=Wächter)-Lymphknoten anzuzeigen (siehe nebenstehende Szintigraphie).

Vor Operationsbeginn wurde noch blaue Farbe beidseits um den Tumorsitz gespritzt und in das Brustgewebe einmassiert.

Durch einen kleinen Schnitt in der Achselhöhle wurden die radioaktiv und blau markierten Lymphknoten (es waren einige) entfernt. Solcherart markierte gelten als sichere Sentinel-Lymphknoten.

 

 

Meine Fragen und Überlegungen vor der Operation:

 

- Wird zusammen mit dem Krebs auch wirklich nur das Nötigste vom gesunden Gewebe entfernt? Die Brust war bis anhin ja nicht gerade voluminös und sollte deshalb nicht noch viel kleiner werden. Den Krebs verdrängte ich.

 

- Wird es ganz sicher eine brusterhaltende Operation sein mit ästhetischem Aussehen und schönen, nicht wulstigen Nähten? Eine ansehnliche Brust ist für eine Frau enorm wichtig (gilt auch noch bei Seniorinnen !).

Das vorgängige Gespräch mit dem Operationsarzt, was herausgeschnitten und wie ein schönes Ergebnis erzielt werden kann, tat sehr gut.

 

Der ausführliche Beschrieb über die Sentinel-Lymphknoten-Biopsie und weitere Details wirkten beruhigend. Ich fand sehr wichtig, soviel wie möglich über das Kommende zu wissen, so war das Unvermeidliche kein Schreckgespenst mehr.

Die auszuführenden Schnitte wurden bereits auf der Haut markiert, das gab mir das Gefühl, als ginge ich anderntags zur Schönheitsoperation.

Leise Angst, es könnte nach der Operation dann doch zuviel von der Brust fehlen, blieb bestehen... ebenfalls die Angst vor der Vollnarkose.

 

 

DIE OPERATION  -  DER BERICHT

 

Angaben zur Operation - 30.1.04

 

AUSFÜHRLICHER BERICHT

Sentinel-Lymphknoten-Biopsie, Mamma links:

Entfernung von 5 Lymphknoten. Schnellschnittuntersuchung.

 

AUSFÜHRLICHER BERICHT

Segmentektomie Mamma links:

Entfernung des Drüsenkörpers in der 1h und 4h-Achse,

Markierung der Resektatränder mit Metallclip.

Adaptation des Drüsenkörpers (siehe anschliessend "Mastopexie")

 

AUSFÜHRLICHER BERICHT

mit Op.-Kleinbild zum Vergrössern

Sentinel-Lymphknoten-Biopsie, Mamma rechts:

Entfernung von 3 Lymphknoten. Schnellschnittuntersuchung.

 

AUSFÜHRLICHER BERICHT

Quadrantektomie Mamma rechts:

Entfernung des Drüsenkörpers von 10h bis 1h mit Nachexzision in der 1h-Achse. Resektionsrand mit Faden markiert.

Adaptation des Drüsenkörpers (siehe anschliessend "Mastopexie" )

 

AUSFÜHRLICHER BERICHT

mit Op.-Kleinbild zum Vergrössern

und Präparat-Radiographie

Mastopexie beidseits:

Adaptation = Ablösung des Brustdrüsenkörpers von der Pectoralis-Faszie und der Haut, die beiden Schnittkanten der Segmentektomie werden zusammengefügt. Dies ergibt wieder eine runde Form.

Beide Brustwarzen samt Warzenhof werden versetzt, da sie durch die Adaptation nicht mehr in der richtigen Position sind.

Das optische Aussehen der operierten Brust wird dadurch verbessert.

 

AUSFÜHRLICHER BERICHT

mit Bild: nicht geeignet für empfindliche Personen

DIAGNOSE SEGMENTEKTOMIEPRÄPARAT LINKS

 

DIAGNOSE SEGMENTEKTOMIE RECHTS

 

 

Ich fühlte mich wohl während des Spital-Aufenthalts  (6½ Tage in allg. Abteilung:

 

Schön wäre gewesen, der Operationsarzt hätte mich noch am gleichen oder spätestens nächsten Tag im Zimmer besucht, trotz des bevorstehenden Wochenendes. Ich hätte gerne dies und jenes über die Operation erfahren, denn was er mir im Aufwachraum erklärte, war nicht eigentlich hängengeblieben. Auch hätte ich mich dann nicht so verloren gefühlt. Erst am Abend vor dem Spitalaustritt erfolgte sein Kurz-Besuch. (Ich weiss: zuwenig Zeit!)

 

Mir fehlten strikte Anweisungen betreffend richtiges Bewegen meiner Arme. Ich hatte ja beidseits eine Sentinel-Lymphknoten-Biopsie (SLB) hinter mir und kannte die Vorteile dieser Methode. Aber wie mussten die Arme im Bett gelagert sein, wieviel durfte ich diese bewegen/hochheben? Ich war verunsichert. - Erst später ist mir bewusst geworden, dass möglichst wenig Bewegung richtig gewesen wäre für einen guten Heilungsverlauf in der Achselhöhle. Was ich zu der Zeit noch nicht wusste: links waren doch mehr als die Sentinel-Lymphknoten entfernt worden, zu diesen fünf wohl aus Versehen auch noch fünf aus Level I (laut Austrittsbericht).

 

Hilfreich wäre für mich gewesen, schon bald nach der Operation die Termine der vorgesehenen länger dauernden Untersuchungen und Besprechungen zu erhalten. Ich war in guter körperlicher und auch seelischer Verfassung und hätte die Zwischenzeit gerne sinnvoll genutzt, das Warten auf das Ungewisse machte mich etwas unruhig.

 

AUSTRITTSBERICHT

Histologie und Befunde

 

AUSFÜHRLICHER BERICHT

das Total aus Biopsien und Operation:

Mikroverkalkungen mit Mammakarzinom rechts:

pT1b (8,5 mm invasiv-duktal und 0,9 mm mikroinvasiv-lobulär), pN0 SN (0/3 + 1 aus Level I), M0, G1;

ER 100%, PR 40%, Her-2 negativ (FISH){C50.9}, mehrere Herde LCIS - Nachresektat: kein Malignitätsnachweis

 

Knoten mit Mammakarzinom links:

pT1c (12,5 mm invasiv-duktal), pN0 SN (0/5 + 5 aus Level I), M0, G2; ER 40%, PR 20%, Her-2 negativ (FISH), LCIS -

Nachresektat: multiple Herde eines LCIS

 

Skelett-Szintigraphie

Ganzkörper-Skelettszintigraphie: kein Hinweis auf Knochen-Metastasen;

degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule. Ritzarthrose links. Degenerative Veränderungen Sternoklavikular und AC-Gelenke bds.

St.n. Hüft-TP bds. (Ersatzgelenke)

 

Abdomen-Ultraschall: keine Anhaltspunkte für Lebermetastasen;

parapelvine Nierenzysten beidseits

 

Meine Gedanken nach dem Spitalaustritt:

 

Die Operation war sehr gut verlaufen. Das Drainageschläuchlein der Wundflüssigkeit rechts konnte drei Tage später gezogen werden, dasjenige links jedoch erst am Austrittstag, also fünf Tage nach der Operation. Die Brust war noch mit durchsichtiger Klebefolie in Form gehalten. Sie schien gut geraten zu sein, genau so operiert, wie der Arzt dies zuvor mit mir besprochen hatte.

Mir ging es also sehr gut, weder ein Hämatom, noch eine Infektion waren aufgetreten (Hämatom nach Biopsie siehe "Abklärungen"). Die Schmerzen waren auch ohne Schmerzmittel aushaltbar. So kam ich voller Tatendrang zuhause an.

Dann tauchten Fragen auf:

 

- Wie muss ich mich, wieder zuhause, verhalten? Und wie lange gelten diese Verhaltensregeln?

Ich hatte viele sehr gut gemeinte Ratschläge erhalten. Ich wusste aber dann doch nicht so genau, was nun eigentlich richtig war. - Ich fühlte mich jedoch so gut, dass ich die Hausarbeit und speziell das Giessen der vielen Topfpflanzen mit grösserer Kanne sofort in Angriff nahm. Das war wohl falsch, denn die nach einer Woche in beiden Achselhöhlen sich bildenden Serome (durch Bindegewebe abgegrenzte Hohlraumbildung im Bereich der entfernten Sentinel-Lymphknoten, ausgefüllt mit flüssigen Blutbestandteilen/Serum) waren wohl durch zuviel Bewegung ausgelöst worden.

 

- Was ist als normal anzusehen beim Heilungsverlauf? Wie lange kann es etwa dauern, bis der "Normalzustand" wieder da ist?

- Welche Komplikationen können auftreten, und was ist in einem solchen Fall zu unternehmen? Solche Hinweise hätten mir nach dem Spitalaustritt sehr geholfen.

 

Brustkrebs: enges Top nach Operation

- Ich sollte sofort nach der Verbandsabnahme ein enges Top anziehen. Ich hatte nichts dergleichen dabei. - Woher also nach dem Spitalaustritt in der Eile ein solch enges, passendes Top nehmen? Wo kaufen? (in Sportartikelgeschäft gefunden.)

 

Vor dem Spitaleintritt wusste ich leider nicht, dass etwas Enges dringend zur Stabilisierung der operierten Brust und zur besseren Heilung nötig ist.

TIPP: bereits zur Operation etwas Geeignetes mitbringen.

 

 

KOMPLIKATIONEN: SEROME

 

Brustkrebs: Serom unter linker Achsel

Brustkrebs: Serom unter rechter Achsel

Die Lymphflüssigkeit fand plötzlich keinen Abfluss mehr, sie staute sich am 8. Tag nach der Operation innert weniger Stunden in den Achselhöhlen. Ich war wohl zu aktiv gewesen!

Diese Serome, wie kleine Tennisbälle in der Achselhöhle sitzend (unter der Folie von der SLB her) waren recht unangenehm, ich konnte die Arme nicht mehr an den Körper anlegen, die Rückenmuskulatur verkrampfte sich sehr schmerzhaft. In der Folge musste die Flüssigkeit mehrmals punktiert werden, bis sie einen anderen Abflussweg gefunden hatte.

 

 

NARBEN

 

Narbenspezifikum

 (Bild mit weiteren Informationen)

Nach der Verbandsabnahme war ich über das Aussehen der Nähte erschrocken, ich hatte mir doch vorgestellt, die Hautränder würden schön nebeneinander liegen. Sie waren zwar unsichtbar zusammengenäht, aber beidseits der Nähte waren ein paar unschöne Hautwülste. Ich erinnerte mich daran, dass ich bei den Hüftoperationen seinerzeit "Keli-med" eingerieben hatte, jene Narben sind sehr fein geworden, kaum wahrnehmbar.

Ausdauer beim Auftragen der Creme ist jedoch schon nötig !!

 

Ich hatte also während ein paar Monaten dieses Narben-Spezifikum (ca. 120 g) eingerieben: Keine Wülste mehr, die Narben sind nur noch als feine Striche sichtbar. Ob sie noch mehr verschwinden?

 

 

 

2½ JAHRE SPÄTER:

 

Aussehen linke Brust 2½ Jahre nach Brustkrebs-Operation

Linke Brust mit Narbe nach Segmentresektion

mit radiärem Schnitt.

Rechte Brust mit Narbe

nach Quadrantektomie mit zirkulärem Schnitt.

 

keine Verhärtungen, ästhetisches Aussehen

(speziell bei erhobenen Armen, wie hier auf den Bildern).

 

Aussehen rechte Brust 2½ Jahre nach Brustkrebsoperation

 

 

WEITERE 2½ JAHRE SPÄTER:

 

Ich denke nun doch seit einigen Monaten vermehrt an Brustimplantate, denn in der Zwischenzeit hat sich die Brust im Aussehen verändert. Der noch vorhandene kleine Rest hat weiter abgenommen, wohl mangels Fettgewebe und auch altersbedingt...ich bin mittlerweile 73 geworden und wiege immer noch nur knappe 46 Kilos (dabei esse ich recht viel!).

 

Des weiteren ist leider fast die ganze Narbe im oberen Teil der rechten Brust am Brustmuskel angewachsen. Dort wurde seinerzeit sehr viel Gewebe mit den Mikroverkalkungen entfernt, zwischen Haut und Brustmuskel fehlt dieses daher. Inzwischen ist auch der Brustmuskel in Richtung Achsel stärker geworden, so dass nun eine gut sichtbare Einbuchtung (siehe Pfeil) entstanden ist, mit der ich nicht so ganz glücklich bin.

Mehr über die Versuche, diese Narbe vom Brustmuskel zu lösen:

Bei der linken Brust besteht zwar auch eine Einbuchtung, jedoch nicht so stark, die dortige Narbe ist flexibel.

 

Seit der Operation Ende Januar 2004 schmerzt mich die rechte Achsel sehr viel mehr, als dies vorher schon durch eine leichte Arthrose der Fall war. Die Armbewegung ist sehr eingeschränkt, und ich frage mich jetzt (und nächstens auch einen Arzt), ob da ein Zusammenhang mit der verwachsenen Narbe bestehen könnte.

 

 

DIE IMPLANTATE

 

Montag, 6. Juli 2009: Ich habe nun im Kantonsspital Frauenfeld/CH die am Brustmuskel angewachsene Narbe lösen und mir gleichzeitig Polytech-Silikon-Implantate, mikropolyurethanschaumbeschichtet (MPS), einsetzen lassen.

 

Genaue Beschreibung der verwendeten Implantate und, zum weiteren Anklicken, eine Dokumentation dieses Eingriffs mit Bildern: - Es ist eine sehr schöne Brust entstanden.

 

Nach dem späteren Versetzen der linken Brustwarze/Mamille hatte der Warzenhof/Areola seine Farbe verloren, auch waren die Narben darum herum gut sichtbar geblieben.

Die Areola-Pigmentation vom 30. August 2012 wird für einige Zeit ein noch besseres Aussehen bringen, da die Narben leicht kaschiert werden konnten, der Warzenhof ist jetzt etwas dunkler -

zur bebilderten Dokumentation:

 

 

Welche adjuvanten (ergänzenden) Therapien werden zum Einsatz kommen?

 

Neu und hilfreich:

Der Verein, der bei Verdacht oder Diagnose Brustkrebs weiterhilft

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