Brustkrebs: Operation

Narbenkorrekturen

 

 

mehrmaliges Lösen der am Brustmuskel angewachsenen Narbe

auf der rechten Brust

 

 

 

Die Narbe ist einige Zentimeter lang, entstanden durch die Entnahme eines grösseren Gewebestücks (Quadrantektomie von 10h bis 1h mit Nachexzision in der 1h-Achse) mit bösartig gewordenen Mikroverkalkungen am 30. Januar 2004. Damals wurde ebenfalls die Faszie vom Brustmuskel entfernt, was dann eine faserige Oberfläche ergeben hat. In der Folge hat sich die Narbe auf der vollen Länge mit dem Brustmuskel verbunden, was mich beim Ausstrecken des Arms sehr behindert hat.

Der erste Lösungsversuch im Februar 2005, ausgehend vom äusseren Narbenende, brachte kein befriedigendes Resultat.

 

Die Narbe auf der rechten Brust hielt sich weiterhin am Brustmuskel fest. Dieser konnte dadurch nicht frei bewegt werden und schmerzte, wenn er gestreckt werden sollte. Ich benutzte somit mehrheitlich den linken Arm, wodurch sich der etwas wenig gebrauchte Muskelstrang von der rechten Brust zur Achsel hin verhärtete, die Schulter verkapselte sich.

Auch links wurde ich damals brusterhaltend operiert, jedoch war diese Narbe seitlich angelegt und hielt sich nur wenig am Brustmuskel fest.

Die Schmerzen in der ziemlich unbeweglich gewordenen rechten Schulter verstärkten sich - es musste endlich etwas geschehen:

 

Montag, 6. Juli 2009: Lösen der Narben vom Brustmuskel und Einsetzen von Silikon-Implantaten

durch einen Facharzt für plastische-, rekonstruktive- und ästhetische Chirurgie.

Durch eine Öffnung am unteren Brustrand werden die alten Narben vom Brustmuskel gelöst: bei der rechten Brust oberhalb des Warzenhofs und bei der linken Brust auf der Seite.

Danach werden durch die Öffnung die Silikon-Implantate, mikropolyurethanschaumbeschichtet (MPS), unter den Brustmuskel eingeschoben - siehe die Bilder-Dokumentation:

Die Zeit danach mit Implantaten - und wie ich mich damit fühle:

Operationsbericht:

 

 

Narbe vor Implantat 2009:am Brustmuskel angewachsene Narbe

mit Brustmuskel verwachsen

21. Dezember 2009: Anpassung linke Mamille und Korrektur der alten Narbe auf rechter Brust.

Die beiden Brüste hatten seit 2004 auch unterschiedlich hohe Mamillen. Dies konnte beim Einsetzen der Implantate nicht ganz korrigiert werden. Jetzt wird der linke Warzenhof nach oben versetzt.

Zugleich wird die alte Narbe auf der rechten Brust geöffnet, da sich diese bereits wieder am Brustmuskel festhält. Die verbindenden Fasern werden gelöst, die Wunde vernäht.

Beschreibung der ambulant und unter Lokalanästhesie durchgeführten Klein-OP:

 

 

Oktober 2009:

mit dem Brustmuskel fest verbundene Narbe

3. März 2010: Entfernung der alten Narbe und Unterspritzung mit Hyaluronsäure.

Die alte Narbe auf der rechten Brust hat sich schon wieder mit dem Brustmuskel verbunden. Dies geht wahrscheinlich so schnell, weil die Muskeloberfläche ohne Faszie nicht mehr glatt ist und die Narbe geradezu lockt, sich anzuklammern. Zwischen der Haut und dem Brustmuskel befindet sich kein Brustgewebe mehr.

Neuer Versuch unter Lokalanästhesie: die Narbe wird eröffnet, in zäher Handarbeit von den Muskelfasern getrennt und ganz herausgeschnitten.

Um zu verhindern, dass sich die neu zu bildende Narbe wieder mit dem Brustmuskel verbindet, wird eine Schicht Macrolane™ VRF20 (mehr dazu: ) unter die Haut gespritzt. Dieses sollte unter der Narbe eine Zwischenschicht bilden. Besser wäre Eigenfett, aber solches ist bei mir leider kaum mehr vorhanden seit der Antihormontherapie (Einnahme nur während eines Jahres, siehe "Nachsorge" - Text April 05 und Juli 06).

Leider zeigt sich in der Folge, dass sich die Hyaluronsäure und mein Brustgewebe nicht so gut vertragen...

Operationsbericht:

 

 

April 2010:

Macrolane verhindert Zusammenwachsen

Macrolane lässt Nahtränder nicht voll zusammenwachsen.

Nach nochmaligem Nähen entweicht das Gel weiter durch ein Mikrolöchlein.

1. Dezember 2010: Herausschneiden der Narbe und Einbringen von Eigenfett.

Erneute ambulante Operation unter Lokalanästhesie, denn das Macrolane™ hat während Monaten immer wieder starken Juckreiz ausgelöst und hat sich auch nicht voll unter die Narbe verschieben lassen. Nach kräftigerem Massieren des Hyaluronsäure-Bereichs war dieser jeweilen einige Zeit entzündet.

Die Narbe hält sich wiederum am Brustmuskel fest, ist sehr eingezogen. Wie jetzt vorgehen?

Während der letzten Monate habe ich extra sehr viel Süsses gegessen, um mir ein kleines Fettpolster für das dringend benötigte Eigenfett anzulegen - es hat sich dann an der Taille hinten rechts angesetzt. Dieses wenige Fett muss jetzt für einen erneuten Versuch reichen!

 

Die Narbe wird wieder ganz entfernt, ebenfalls das wenige noch verbliebene Macrolane™ (das immer noch frisch aussieht). Das ganze Areal rund um die Narbe, d.h. die Haut des oberen Brustteils bis hin zur Brustseite, muss ebenfalls vom Brustmuskel gelöst werden.

Es folgt das Absaugen des Fettgewebes an der Taille (Liposuction) und Einfüllen der verflüssigten Fettzellen durch die noch nicht ganz geschlossene Naht an der rechten Brust. Dieses Eigenfett soll jetzt also eine dünne (mehr ist leider nicht vorhanden) Schicht zwischen Haut und Brustmuskel bilden - ich hoffe so sehr, dass dies nun die endgültige Lösung ist.

Allerdings wird die Narbe immer leicht eingezogen bleiben - es fehlt zuviel an Brustgewebe. Das unter dem Brustmuskel liegende Implantat kann dies auch nicht ausgleichen.

Operationsbericht:

 

 

 

November 2010:

trotz Macrolane angewachsene Narbe auf rechter Brust

nur noch wenig Hyaluronsäure zwischen Haut und Muskel - die neue Narbe vom März 2010 hält sich wieder fest.

 

1. Dezember 2010: Ausschneiden der Narbe - nach 1 Woche immer noch offene Naht - bei Kontrolle 1 Woche später Verkrustung, scheint aber ok zu sein

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...dann das Aussehen

der neuen Naht am

20. Dez. 2010:

nach innen gezogene Ränder!

Sie werden leider nicht mehr herausgezogen, sie halten sich in der Folge wieder fest.

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Keli-med Narbenspezifikum zweimal täglich während eines Jahres hat dieses Aussehen ergeben - Februar 2012:

Noch etwa 1 cm lassen sich nicht verschieben -

ich habe also Hoffnung auf weitere Verbesserung...

3. Oktober 2011: Lösen der Narbe vom Brustmuskel, diesmal durch Eingang in der Achselhöhle.

Das im Dezember 2010 unter die neue Naht gegebene Eigenfett hatte sich leider sofort verflüchtigt. Auch war die Naht über etwa 1 cm Länge offen geblieben, die Nahtränder haben sich nach innen gebogen und sich wieder am Muskel angeheftet. Die daraus resultierende unschöne Narbe habe ich während 9 Monaten zweimal täglich mit dem Narbenspezifikum Keli-med eingerieben, welches die Narbe fast zum Verschwinden gebracht hat. Nur das etwa 1 cm lange Narbenteil, das nicht gut zusammengehalten hat (der Arzt hat diesen Sachverhalt leider ignoriert), hat sich nicht verbessern lassen und ist eingezogen geblieben.

Zugleich hat sich die Haut etwa 2 cm oberhalb der Narbe mit der Kapsel des Silikon-Implantats verbunden, was sich auf Dauer sehr ungünstig auswirken kann.

 

Diesmal wird die Narbe nicht ausgeschnitten wie zuvor. Es wird die kleine Narbe der damaligen SLB in der Achselhöhle geöffnet; von daher wird unter der Haut hindurch Verklebtes und Angewachsenes am seitlichen und oberen Brustrand gelöst.

Nur leider ist das Narbenstückchen, das hätte gelöst werden sollen, nach dieser Operation immer noch fest mit dem Untergrund verbunden (Ultraschall zeigt etwa 3 mm tief).

Der neuerliche Versuch ist also fehlgeschlagen - der selbe Arzt will sich nicht mehr mit dieser Narbe befassen.

Operationsbericht:

 

Ich denke oft: war es überhaupt nötig, bei der damaligen Operation (Entfernung von viel Gewebe mit kleinem Herd Mikroverkalkungen) die Pectoralis-Faszie über eine grössere Fläche ebenfalls abzulösen? Oder ist das in gewissen Spitälern einfach Standard bei Brustkrebs, ohne an die nachfolgenden Komplikationen zu denken?

Seither wurde dieselbe Narbe fünfmal vom Brustmuskel gelöst: im Februar 05, im Juli 09, im Dezember 09, im März 10, im Dezember 10. Der letzte Versuch im Oktober 2011 war ohne entsprechenden Erfolg.

Eine Schicht zwischen Muskel und Narbe könnte das Problem lösen, jedoch Hyaluronsäure verträgt sich nicht mit mir, Eigenfett löst sich sofort auf, ein Stück Rückenmuskel nach vorne gezogen ergäbe eine neue Narbe, die vielleicht wieder zu Komplikationen führen könnte.

 

 

 

Erika Rusterholz