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NACHSORGE

 

 

Der Brustkrebs ist entfernt, Therapien sind verordnet.

 

Es ist nun sehr wichtig, dass in regelmässigen Abständen die operierte Brust untersucht wird, um eventuell aufkommende neue Krebszellen sofort zu erkennen.

Für die Nachsorge habe ich das Brustzentrum gewählt, den Arzt kannte ich ja bereits von den Biopsien her. Er hatte mich nun zur ausführlichen Untersuchung drei Monate nach Ende der Radiotherapie aufgeboten. Angst davor, es könnte sich schon etwas Böses entwickelt haben, hatte ich keine, denn ich wusste ja, dass der Krebs weit im Gesunden herausgeschnitten worden war. Und die gut geplante Bestrahlung hat sicher die letzte Krebszelle abgetötet...  

Resultate drei Monate nach Bestrahlungsende  (6 ½ Monate nach der Operation):

 

 

 

 
 

 Ultraschall Narbenstruktur

 

 

Mammographie 

 
 

drei BILDER

Mammographie-Befund:  

zwei BILDER

 

 

Nachsorgetermin am 16. August 2004:

Beurteilung: Benigne Veränderungen, das heisst, dass die Mammographie keinen Verdacht auf eine bösartige Veränderung gezeigt hat.

( Tabelle BI-RADS®-Klassifikation: )

 

Ich gelte seit Jahren als Risiko-Patientin für Osteoporose. Eine Knochendichtemessung im August 2004 sollte Aufschluss geben, ob die Einnahme von "Arimidex" seit dem 16. Mai 2004 zu verantworten ist, denn ein Aromatasehemmer trägt zu einem schnelleren Knochenschwund bei. Die DXA-Messung ergab eine im Normbereich liegende Knochendichte. Jedoch auf neuen Röntgenaufnahmen war eine fortschreitende degenerative Veränderung zu sehen.

 

 

Nachsorgetermin  am 6. Dezember 2004: 

Die Ultraschalluntersuchung von Brust und Achseln zeigte nichts Aussergewöhnliches.

 

Nachsorgetermin  am 11. April 2005:

Gemäss Ultraschalluntersuchung der Brust ist alles in Odnung.

Die Rippen schmerzen etwas auf Druck. Vielleicht als Nachwirkung von der Bestrahlung her?

 

Ich möchte nach genau einem Jahr den Aromatasehemmer "Arimidex" absetzen wegen der folgenden Nebenwirkungen:

 

- Weil ich 1987 als osteoporosegefährdet eingestuft worden bin, habe ich über 16 Jahre lang Kliogest (Hormonersatz) eingenommen, welches ich nach Auftreten des Brustkrebses absetzen musste. Dem Knochenschwund ist also kein Einhalt mehr geboten, ein Aromatasehemmer fördert diesen noch zusätzlich. Meine grosse Sorge ist, dass die Knochen spröde werden und sich dadurch die beiden Hüftprothesen lockern könnten.

 

- Seit Jahren leide ich an Pulsrasen, ein Betablocker hilft bei plötzlichem Auftreten. - Während der vergangenen Monate hat jedoch auch der Betablocker nicht mehr gross genützt, ich hatte einige Attacken über viele Stunden hinweg mit sehr hohem Puls (etwa 180) und enorm niedrigem Blutdruck (etwa 85/50). Ich kam immer mehr zur Ueberzeugung, dass das Medikament "Arimidex" für die Unpässlichkeiten, verbunden mit Angstzuständen, verantwortlich sein könnte. (Anmerkung: bitte Eintrag unter 12. April 2006 beachten.)

 

- Anstatt wieder etwas zuzunehmen mit den grossen Essensportionen und den für mich aussergewöhnlich vielen Süssigkeiten, habe ich weiter abgenommen. Bei den verbliebenen 43 kg scheine ich nur noch aus überschüssiger Haut und Knochen mit einigen Muskeln dazwischen zu bestehen.

Da weiss ich allerdings nicht, ob "Arimidex" dafür verantwortlich gemacht werden kann, ich stelle einfach fest, dass ich seit dessen Einnahme ständig an Gewicht verloren habe. Ich habe mich jedoch im allgemeinen sehr gut gefühlt!

 

 

Seit dem 16. Mai 2005 nehme ich keinen Aromatasehemmer mehr

mit dem Einverständnis meines Nachsorgearztes. Eventuell noch vorhandene Krebszellen werden keine Chance haben, wieder zu wachsen, sie werden sicher frühzeitig entdeckt. Ich weiss mich in guter Obhut.

Jetzt, vier Wochen später, bin ich bereits wieder am Zunehmen! Das während der vergangenen Monate häufig aufgetretene Pulsrasen ist bis anhin auch ausgeblieben.

 

 

Nachsorgetermin am  22. August 2005  -  Resultate ein Jahr nach der letzten Mammographie:

 

Ultraschall Narbenstruktur

Ultraschall Lymphknoten

Mammographie

zwei  BILDER

ein  BILD

zwei  BILDER

 

Die Mammographie hat keinen Verdacht auf eine bösartige Veränderung gezeigt. Ausführlicher Befund:

 

 

Nachsorgetermin vom 21. Dezember 2005:

Die Ultraschalluntersuchung von Brust und Achsellymphknoten zeigte nichts Aussergewöhnliches.

 

Zwar besagen die internationalen Richtlinien, dass zweimal jährlich eine gründliche Untersuchung der Brust und einmal jährlich eine Mammographie als Nachsorge genügten. Nur bei Beschwerden (Schmerzen) müssten zusätzliche Untersuchungen gemacht werden.

Wegen des abgesetzten Aromatasehemmers ist mir für dieses zweite Jahr noch eine dritte Untersuchung wichtig.

 

 

Seit letztem Sommer hatte ich vermehrt Schmerzen in der Lendenwirbelsäule. Ich wurde langsam unsicher, ob sich vielleicht doch Metastasen breit machten. Eine Abklärung würde hier Gewissheit bringen:

 

16. Januar 2006: Skelettszintigraphie

Die neuen Aufnahmen zeigen, dass die dunklen Stellen im Skelett ziemlich gut übereinstimmen mit denjenigen der Skelettszintigraphie vom 2. Februar 2004 (siehe Bild in "Operation"). Im Lendenwirbelkörper 2/3 ist im Vergleich zu 2004 jetzt ein schwarzer Punkt zu sehen. Dieser war jedoch auch damals schon angedeutet vorhanden. Also kein sicherer Hinweis auf Skelettmetastasen.

 

Eine Woche später:

die Skelettszintigraphie wurde nun mit der Aufnahme der Knochendichtemessung vom August 2004 und zwei konventionellen Röntgenaufnahmen der LWS vom Sept. 2004 verglichen, welche schon damals eindeutig die degenerativen Veränderungen in der Lendenwirbelsäule am Ort der heutigen Mehranreicherungen zeigten.

Die Uebereinstimmung liess erkennen:

insgesamt kein Hinweis auf Knochen-Metastasen.

(es ist also immer gut, frühere Bilder zur Hand zu haben für Vergleiche)

Wirbelsäule mit den Lendenwirbelkörpern:

Knochendichtemessung

Aufnahme vom Aug. 04

Ausschnitt aus Skelettszintigraphie

vom 16. Jan. 2006

 

 

12. April 2006: während der vergangenen drei Monate ist das Pulsrasen wieder vermehrt aufgetreten, obwohl ich ja seit Mitte Mai 2005 kein "Arimidex" mehr eingenommen hatte. Eine dieser Attacken im März war so schlimm, dass ich mich nun von diesem Uebel befreien lassen wollte durch eine Katheter-Ablation.

Für Interessierte: Diesen Eingriff habe ich hier kurz beschrieben:

 

 

Nachsorgetermin vom 28. April 2006:

Die Brust und die Achsellymphknoten wurden auf beiden Seiten unter Ultraschall genau angesehen. Die Narbenstruktur der linken Brust schien sich etwas anders zu präsentieren. Jedoch zeigte ein Vergleich mit dem Ultraschallbild vom letzten Mal eine Uebereinstimmung der Struktur. Die Untersuchung zeigte also nichts Beunruhigendes.

 

 

Juli 2006: Das vergangene halbe Jahr habe ich in psychisch schlechtem Zustand verbracht. Ich hatte ständig Augenwasser, ein unbedachtes Wort an mich, und schon rannen die Tränen. Und dabei müsste es mir doch recht gut gehen, denn ausser altbekannten Rückenbeschwerden ist doch alles bestens.

Auch ist mir aufgefallen: die Haut ist dünn geworden und sehr anfällig für Kratzer. Mein Gaumen ist so trocken, Flüssiges schafft nur kurz Abhilfe. Ich erwache deswegen sehr oft während der Nacht.

Ich leide sichtlich unter dem Mangel an Geschlechtshormonen. Mein Körper produziert wohl kaum mehr Oestrogene, auch deshalb, weil es mir die letzten zwei Jahre nicht mehr möglich war, etwas Fett anzusetzen. Somit ist auch das Risiko des weiteren Knochenschwunds vorhanden.

Kliogest (Hormonersatztherapie mit den Wirkstoffen Oestradiol und Gestagen), das ich jahrelang zur Vorbeugung von Osteoporose eingenommen hatte und im Januar 2004 absetzen musste, kam nun ja leider nicht mehr in Frage.

 

Was könnte die Lösung für meine Probleme sein? Das Medikament Livial mit dem Wirkstoff Tibolon wird an Frauen abgegeben, wenn andere Mittel gegen Wallungen und weitere Menopause-Folgeerscheinungen nicht genügende Besserung bringen.

Livial gehört zur Gruppe von Arzneimitteln, die als Hormonersatztherapie bezeichnet werden. Es lindert die menopausalen Symptome und stoppt den Prozess, der zum Verlust der Knochensubstanz führt.

Dieses Medikament in kleinster täglicher Dosis von 1,25 mg scheint für mich nun das richtige zu sein, ich nehme es seit dem 25. Juli 2006 und blühe richtig auf damit. Es besteht zwar für mich ev. ein kleines gesundheitliches Risiko, aber das nehme ich für eine sehr viel bessere Lebensqualität in Kauf.

Fünf Wochen später: Die Schleimhäute sind nicht mehr ausgetrocknet, nachts schlafe ich viel besser, die Haut fühlt sich voller an, etwas zugenommen habe ich auch schon. - Meine Stimmung ist bestens, und ich bin voller Tatendrang!

 

 

24. August 2006: Knochendichtemessung

Es sind zwei Jahre seit der letzten DXA-Messung vergangen. Nach dem Absetzen der langjährigen Hormonersatztherapie und nach "Arimidex" während eines Jahres war wichtig, zu wissen, wie es jetzt um die Knochendichte steht. Die Werte haben sich zwar verschlechtert, eine spezifische Behandlung sei jedoch nicht notwendig.

Empfehlung: mehr alimentäre Zufuhr von Calcium und Vitamin D3 sowie eine regelmässige körperlich/sportliche Betätigung.

 

 

Nachsorgetermin vom 1. September 2006  - Resultate ein Jahr nach der letzten Mammographie:

 

Mammographie vom September 2006

 

Mammographie vom August 2005

Es besteht ein Unterschied

zwischen den früheren Bildern 

und den diesjährigen:

die jetzigen sind digital.

zwei BILDER

 

 

 

Die Mammographie und die Ultraschalluntersuchung von Brust und Achsellymphknoten haben keinen Verdacht auf eine bösartige Veränderung gezeigt.

Ausführlicher Mammographie-Befund:

 

 

Nachsorgetermin vom 1. Februar 2007:

Brust und Achsellymphknoten wurden beidseits unter Ultraschall sehr sorgfältig angesehen. Dabei war die Narbenzone links bei 2 Uhr deutlicher als früher:

Ultraschallbefund linke Brust 8 mm, solider US-Befund. US-Klassifikation US-BIRADS 3.

 

Kann das etwas Bösartiges sein?

Wohl kaum - bei der damaligen Operation wurde das Gewebe weit im Gesunden entfernt, auch wurde die Brust danach bestrahlt.

Um doch sicher zu gehen, wurde jetzt eine (absolut schmerzlose) Trucut-Stanzbiopsie gemacht.

Der rechte Teil des Bildes zeigt die Biopsienadel vor dem Knoten, bevor sie diesen durchquert (nicht dargestellt).

 

Die Nadel hat beim Zurückziehen Gewebe aus dem Knoten mitgenommen.

Der linke Bildteil zeigt die Blutspur durch den Knoten.

(bitte das Bild zum Vergrössern anklicken)

Histologie Mamma links 2 Uhr:

Fibrosiertes Weichteilgewebe. Kein Nachweis von DCIS oder invasivem Karzinom

 

 

Nachsorgetermin vom 3. September 2007:

 

Ultraschall Brust rechts und links

 

 

Die Ultraschalluntersuchung

ergab nichts Auffälliges.

 

 

(bitte die Bilder zum Vergrössern anklicken)

Ultraschall Achsel rechts und links

 

Die digitalen Mammographiebilder hatten das gleiche Aussehen, wie diejenigen vom 1. September 2006, und zeigten keinen Verdacht auf eine bösartige Veränderung. Ausführlicher Befund:

 

 

Nachsorgetermin vom 25. Januar 2008:

Wiederum wurden beidseits Brust und Achsellymphknoten unter Ultraschall sehr sorgfältig angesehen.

Dabei war die Narbenzone in der linken Brust sehr deutlich zu erkennen, schien jedoch nicht verändert gegenüber dem Befund vom 1. Febr. 2007 (damals wurde eine Biopsie gemacht mit negativem Ergebnis).

Der Achsellymphknoten links ist sehr auffällig und muss beobachtet werden (allerdings ist mir nicht klar, ob sich die Beobachtung auf den nächsten Nachsorgetermin bezieht).

Rechts konnten in der Achselgegend keine Lymphknoten aufgefunden werden, nur ein unauffälliger in Level 3.

 

 

Nachsorgetermin vom 21. Juli 2008:

US linke Brust

US rechte Brust

US Achsellymphknoten

MG (zwei BILDER)

 

Die Mammographie und die Ultraschalluntersuchung von Brust und Achsellymphknoten zeigen keine bösartigen Veränderungen. Es hat einzelne gutartige Veränderungen, welche später wiederum kontrolliert werden sollten. Es wird daher eine Ultraschalluntersuchung in 6 Monaten und Mammographie in 1 Jahr empfohlen.

Ausführlicher Mammographie-Befund:

 

Die Narbenzone links hat sich nicht weiter verändert, somit sollte die Diagnose der Biopsie vom 1. Februar 2007 immer noch Gültigkeit haben. 

Rechts ist die Narbenzone unauffällig. Die Lymphknoten sehen beidseits etwa gleich gross aus, nicht besorgniserregend.

(bitte die Bilder zum Vergrössern anklicken)

 

 

Ich nehme immer noch Livial, jeden 2. Tag eine Tablette mit 2,5 mg (die Kapseln mit 1,25 mg gibt es nicht mehr) und fühle mich sehr wohl dabei. In der Zwischenzeit habe ich auch etwas zugenommen und wiege jetzt etwa 46 kg.

 

 

Der nächste Nachsorgetermin wird am 3. Dezember 2008 sein.

 

 

Wie fühle ich mich? Weiteres ist unter Persönliches zu erfahren.