Ein Brustkrebs und sein Verlauf: Inhaltsübersicht

 
 

 

 

 

 

 

 

Copyright © Nov. 2004

Erika Rusterholz

Medical Support:

PD Dr. Mathias Fehr

PD Dr. Christoph Rageth

 

PERSÖNLICHES

 

 

Die Brustkrebsoperation ist hinter mir  -  jetzt ist die Nachsorge sehr wichtig ...

Gefühle und Tipps:

 

Aussehen

 

Aussehen / Befinden

im Herbst 2004:

keine Fettreserven,

mehr Vitalität.

 

Ich fühle mich

sehr wohl !

 

Aussehen 6 Monate nach Brustkrebsoperation

 

Kein Kliogest mehr nach über 16 Jahren Hormon-Ersatz.

Folge:

- kurz nach der Operation 2 kg Gewichtsverlust, welke und überschüssige Haut (kein gespeichertes Wasser mehr),

- nach einem Monat weitere 2 kg weniger, alles Körperfett ist weg,

- der grosse Appetit ist nun schon seit längerem zurück, ich esse recht viel, bis jetzt ohne Gewichtszunahme.

 

Mehr über mein Befinden erwähne ich in "Nachsorge".

(noch weitere 2 kg sind mir während des ersten Jahres nach Bestrahlung abhanden gekommen...).

3 Monate vor

Operation 49 kg

Grösse

154 cm

6 Monate nach

Operation 45 kg

 

 

 

 

Ich freue mich sehr, dass ich öffentlich auf die Probleme, welche Brustkrebs mit sich bringt, aufmerksam machen durfte. Erschienen sind bis anhin fünf verschiedene Auslegungen des gleichen Themas:

 

11. Januar 2007: Portrait im Tages-Anzeiger, Regionalausgabe Zürcher Unterland (pdf-Datei):

11. Oktober 2007: Interview in der Schweizer Familie: "Zuversicht trotz Brustkrebs":

Jahresspiegel aus der Schweizer Prominenz 2008: "Erikas Kunst, den Brustkrebs zu überleben":

am 2. Januar 2009: das Hobby "Website" im Neujahrsblatt der Gemeinde Neerach 2009:

Januar 2010: Krebsliga CH - Erfahrungsberichte: "Ich verstehe mich als «1-Frau-Selbsthilfe-Organisation»"

Juni 2010: Jahresbericht 2009 der Krebsliga Schweiz, Seite 23: Bild/Worte zum "Krebsforum" (pdf)

 

 

 

Stimmungsschwankungen

 

   

Ich bin sehr viel sensibler geworden, "Hoch" und "Tief" lösen einander ab:

 

- Tief beim Denken an den Krebs, nach der Operation beim Besichtigen der wulstigen Nähte und kleiner Brust, bei der gestauten Lymphflüssigkeit in den Achselhöhlen und dadurch sehr schmerzhafter Verkrampfung. Verzweiflung machte sich breit. - Und ich vermisste die während Jahren eingenommenen Hormone.

 

- Dann ganz tief nach: "da ist ja nichts mehr dran". Ich gefiel mir nicht mehr, die Tränen waren zuvorderst, unüberlegte Bemerkungen ertrug ich schlecht.

 

- Langandauerndes Hoch nach gut gewählten Worten von meinem Nachsorge-Arzt. Ich bin nun sogar etwas stolz auf meine "neue" Brust mit jetzt feinen Narben und zeige sie auch gerne.

 

- Dann erneutes Tief: ich fühle mich allein trotz mir nahestehender Personen, denn ich möchte sie mit meinen wechselnden Gefühlen nicht belasten. Dabei könnte ich einen Gedankenaustausch, eine Aufmunterung so sehr gebrauchen.

 

- Ein Zwischenhoch ist nun eingetreten, denn ich fühle mich körperlich ausgezeichnet, bin voll Elan, sehe mit Freude, dass sich meine Brust immer schöner entwickelt.

 

Wann kommt wohl das ganz grosse Hoch? - Vielleicht dank dieser Dokumentation? Ein Aufsteller für mich wäre, wenn sie mithelfen könnte, einerseits mehr Information über Brustkrebs zu verbreiten und anderseits allfällige Fehler in Zukunft zu vermeiden. Denn das richtige Vorgehen bei der Krebsbekämpfung ist wohl das Wichtigste.

 

 

Wie aus dem Tief

herausfinden

mein Vortrag vom

14. Februar 2007

am Senologie-Forum

der SGS in Laax/CH

 

 

 

Zukunft

 

 

 

 

Die Krebs-Diagnose erzeugte grosse Angst - diese liegt jetzt hinter mir.

Es bleibt die Hoffnung,

 

- dass der Brust-Krebs erfolgreich beseitigt werden konnte durch Operation und Bestrahlung,

 

- dass mit Einnahme eines Aromatase-Hemmers keine Chance mehr für irgendwelche Krebszellen besteht und die daraus resultierenden Nebenwirkungen möglichst klein sein werden,

 

- dass ich meinen Garten an der italienischen Riviera mit all den Blumen und seinen herzigen "Bewohnern" noch lange bearbeiten kann und er mich körperlich und seelisch fit hält, damit mich Unvorhergesehenes nicht so schnell aus dem Gleichgewicht bringt,

 

- dass das Älterwerden Freude bereitet, die Energie und die Gesundheit recht gut bleiben, die kleinen Altersbeschwerden nicht zunehmen.

 

Könnten wohl noch 20 weitere gute Jahre folgen?

 

 

Gedanken

 

 

Durch diese Dokumentation über meinen Brustkrebs ist mir sehr bewusst geworden,

 

- wie ausserordentlich wichtig es ist, noch zur rechten Zeit den wirklich auf Brustkrebs spezialisierten Ärzten zu begegnen;

 

- dass nur ein bestens ausgerüstetes Spital für eine Operation mit Sentinel-Lymphknoten-Biopsie in Frage kommen kann, und wie wichtig ein Operationsarzt ist, welcher eine Brust auch wieder schön zu formen weiss (ich war in besten Händen);

 

- was alles von den diversen Ärzten und dem Pflegepersonal bis ins Detail zur Bekämpfung dieses Krebses für mich getan worden ist;

 

- welch' grosses Glück ich doch habe, dass die Lymphknoten noch keine Krebszellen aufwiesen und keine Metastasen vorgefunden worden sind;

 

- dass ich durch meinen Nachsorge-Arzt bestens betreut sein werde.

 

Es geht mir wunderbar  -  (abgesehen von gelegentlichen unliebsamen "Tiefs").

 

Allen Beteiligten, die zu meiner guten Genesung beigetragen haben, danke ich sehr herzlich!  -  Erika Rusterholz    (im August 2004)

 

 

 

5 Jahre später:

 

Ich habe die Zwischenzeit ohne Rezidiv und ohne Metastasen durchleben dürfen, dafür bin ich sehr dankbar. Es ist mir bewusst, dass zu einem solch guten Verlauf beigetragen hat, dass seinerzeit Mikroverkalkungen und Knoten grosszügig (von mir jedoch wegen der klein gewordenen Brust bemängelt) herausoperiert worden sind.

Die anschliessende Bestrahlung hat ebenfalls zum bis anhin guten Ergebnis beigetragen.

 

 

Die im Juli 2009 eingesetzten Polytech Silikon-Implantate, tropfenförmig, mikropolyurethanschaumbeschichtet (MPS), verhelfen mir zu einem besseren Aussehen, heben dadurch auch meine Stimmung -

(siehe Dokumentation mit Implantat-Beschreibung und Bildern ).

 

Es geht mir also sehr gut!

 

Es ist ein Unterschied im Aussehen geworden...

Der nebenstehende Vergleich "Sommer 2004 - 2009" kann vergrössert werden durch Anklicken des Bildes:

 

Erika Rusterholz im Garten an der ital. Riviera

 

 

Zusammenfassung

 

Wichtig ist die Früherkennung: regelmässige Mammographie, fleissiges Abtasten der Brust (nicht nur stehend, auch seitwärts liegend) und sofortiges Reagieren bei einer Veränderung. Das beste ist, ein gutes, möglichst zertifiziertes Brustzentrum aufzusuchen.

 

Die Überweisung an einen Spezialisten zur Abklärung dieser Veränderungen sollte nicht hinausgezögert werden, denn die Abklärungen (Gewebeproben/Biopsien) sind wichtig, um eine Operation auch optimal planen zu können.

Wenn die Lymphknoten noch nicht befallen sind, für die Operation ein Spital aufsuchen, welches umfassend mit der Sentinel-Lymphknoten-Biopsie vertraut ist.

 

In der vorliegenden Dokumentation sind alle Diagnosen/Berichte eingefügt, sie werden üblicherweise jedoch nur mündlich mitgeteilt. Diese sollten besser in schriftlicher Form verlangt werden.

 

Vor einer Operation möglichst viel darüber zu wissen, beruhigt sehr. Besser nochmals fragen, wenn etwas nicht klar ist. Mit dem Operationsarzt die Möglichkeiten abklären, wie die Brust schön gestaltet werden kann.

 

Die Therapie danach ist sehr wichtig. Die Bestrahlung schmerzt nicht (nur die Haut juckt etwas), macht auch nicht müde (höchstens das Hin- und Herreisen zum Therapieort). Angst sollte nicht aufkommen.

 

 

TIPPS

Im Internet bei Google unter einzelnen Stichworten, wie "Brustkrebs", "Brustknoten" und ähnlichem suchen. Sehr viel ist dabei zu erfahren.

Meine Bilder sind zu einem grossen Teil mit Fachausdrücken versehen, da diese Dokumentation auch für Ärzte interessant sein soll. Die nicht bekannten medizinischen Ausdrücke einzeln bei Google eingeben, etwa so: "was ist ein...", oder in einem medizinischen Lexikon im Internet nachsehen.

In "Frage/Antwort" sind rund 80 Begriffe sehr ausführlich erklärt, vielleicht ist der gesuchte ebenfalls dabei.

 

In dieser Homepage sind in der "Link"-Liste einige Institutionen aufgeführt, welche ausführliche Beschreibungen über vorgängig erwähnte Biopsien und die Strahlentherapie enthalten.

Im angegliederten Forum kann noch mehr Wissenswertes gefunden werden, dabei sind auch viele Vorträge von Ärzten über neueste Erkenntnisse bei der Bekämpfung von Brustkrebs.

 

Und wenn etwas ganz unklar sein sollte, bitte ein e-mail an mich via "Kontakt" senden, Antwort erfolgt schnellstens.

Erwähnenswert: das Krebstelephon 0800 55 88 38 (Anruf kostenlos) der Krebsliga Schweiz bietet anonyme Beratung.

 

Aus meiner Erfahrung, jedoch nicht ganz einfach: Optimistisch sein, dass alles gut verläuft - das hilft weiter. Und den Mut nicht verlieren, wenn die Genesung länger dauert, als erwartet. - Ich wünsche in jedem Fall von Herzen alles Gute!

 

 

Vielen Dank

 

 

für fachliche Unterstützung/Beiträge, erhalten von:

 

PD Dr. med. Christoph Rageth, Brust-Zentrum Zürich:

alle Ultraschallbilder und Mammographien der Nachsorge, schematische Darstellungen

 

PD Dr. med. Mathias Fehr, Gynäkologie Unispital Zürich:

Röntgenbilder der stereotaktischen Biopsie (in Abklärungen),

Bilder der bestrahlten Brust

 

Dr. med. Ulrich Ulmer, Radiologie Unispital Zürich:

Bilder/Text der Radiotherapie-Planung (in Therapie adjuv.)