Ein Brustkrebs und sein Verlauf: Inhaltsübersicht

 
 

 

 

 

 

 

 

last update 29. Nov. 2016

Copyright © Nov. 2004

Erika Rusterholz

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FRAGEN/ANTWORTEN

 

 

was heisst...  /  was ist...  /  was bedeutet...

Begriffe rund um das Thema Brustkrebs werden erklärt:

 

Antwort auf A - Z erscheint durch Anklicken der untenstehenden roten Begriffe - hieher zurück mit bei den Antworten.

Oder alles kann auch anschliessend an "Z......" in etwa der Reihenfolge eines Brustkrebsverlaufs nachgelesen werden:

 

Der Gebrauch vieler in linker Spalte aufgeführten Begriffe kann auch in vorliegender Dokumentation

 Ein Brustkrebs und sein Verlauf 

in den unten erwähnten Rubriken gefunden werden:

 

 

 

 

- Achsellymphknoten-Entfernung

in Operation

Sentinel-Lymphknoten-Biopsie

- Adjuvante Therapie

anschliessende Therapie

in Therapie adjuv.

 

- Anamnese

med. Vorgeschichte

in Ärzteinformation

 

- Antihormontherapie

 

in Therapie adjuv.

und Nachsorge

- Areola

Brustwarzenhof

in Operation

Permanent-Pigmentation

- Aromatasehemmer

 

in Therapie adjuv.

und Nachsorge

- Behandlung von Brustkrebs

in Abklärungen

und Operation und Therapie

- benigne

gutartig

in Abklärungen

BI-RADS Klassifikation

- Bestrahlung

Radiotherapie

in Therapie adjuv.

mit Bildern nach der Bestrahlung

- Biopsie

Gewebeprobe

in Abklärungen

mit Ultraschallbildern

- BI-RADS

Klassifikation Mammographie

in Abklärungen

Tabelle mit Bedeutung der Zahlen

- Brustentfernung

Mastektomie, Ablatio

 

 

- brusterhaltend operiert

BET

in Operation

Op-Bericht mit 2 Bildern

- Brustkrebs

 

in Abklärungen

und Operation

- Brustkrebs klassifiziert

Zuordnung

 

 

- Brustkrebshäufigkeit

 

 

 

- Brustprothese

auch Brust-Epithese genannt

   

- Brustrekonstruktion

Brustaufbau Silikon/Eigengewebe

in Operation

Silikon-Implantate

- Brustwarze / Warzenhof

Mamille

in Operation

Op-Bericht

- Chemotherapie

 

in Therapie adjuv.

Statement "Chemotherapie"

- Chirurgie

 

in Operation

Op-Bericht

- DCIS

Ductales Carcinoma in Situ

 

 

- Diagnosemethoden

 

in Vorgeschichte

und Abklärungen (Biopsien)

- Fibroadenom

 

 

 

- Früherkennung

 

in Vorgeschichte

 

- Hämatom

Blutansammlung

in Abklärungen

mit Bildern

- Histologie

Lehre von den Geweben

in Operation

Bericht

- Hormontherapie

 

in Therapie adjuv.

und Nachsorge

- intramammäre Verschiebeplastik

in Operation

Op-Bericht

- invasiv-duktales Mammakarzinom

in Abklärungen

Diagnose

- Kalk in der Brust

Mikroverkalkungen

in Vorgeschichte

und Abklärungen (Biopsien)

- Kernspintomographie

 

 

 

- Kontraindikation

Gegenanzeige

 

 

- LCIS

Lobuläres Carcinoma in Situ

in Operation

Diagnose Segmentektomie rechts

- LN

Lobuläre Neoplasie

 

Diagnose Segmentektomie rechts

- Lymphknotenschwellung

in Abklärungen

 

- maligne

bösartig

in Abklärungen

und BI-RADS Klassifikation

- Mamille

Brustwarze

   

- Mammographie

 

in Vorgeschichte

mit Mammographiebildern

- Mastopathie

 

 

 

- Mastopexie

Bruststraffung

in Operation

Op-Bericht

- Menarche

erste Regelblutung

in Ärzteinformation

 

- Menopause

Zeitpunkt letzte Menstruation

in Ärzteinformation

 

- Metastasen

Tochterzellen von Krebszellen

 

 

- Mikroverkalkungen

 

in Vorgeschichte

und Abklärungen (mittels Biopsie)

- Narbenspezifikum

 

in Operation

mit Bild/Informationen

- Neoadjuvant

vor der Operation

 

 

- Neoplasie

 

in Operation

in Diagnosen

- offene Probeentnahme

Exzisionsbiopsie

 

 

- Onkologie

Lehre der Krebserkrankungen

 

 

- Östrogen

 

in Abklärungen

Diagnose

- Palliative Therapie

lindernd, nicht heilend

 

 

- Pathologie

Krankheitslehre

in Abklärungen

und Operation (Diagnosen)

- PET

Positronen-Emissions-Tomographie

 

- Plastische und ästhetische Chirurgie

in Operation

Implantat-Dokumentation/Bilder

- Progesteron

 

in Abklärungen

Diagnose

- Punktierung

Entnahme Körperflüssigkeit

 

 

- Radiotherapie

Bestrahlung

in Therapie adjuv.

mit Bildern

- Rezidiv

Rückfall Erkrankung

 

 

- Rezeptor

Empfangsstelle

in Abklärungen

Diagnose

- Risikofaktoren

 

 

 

- Schnellschnittuntersuchung

in Operation

erwähnt in Op-Bericht

- Selbstuntersuch der Brust

in Vorgeschichte

 

- Senologie

Brustkunde

in Ärzteinformation

und Forum = Vorträge

- Sentinel-Lymphknoten-Biopsie

in Abklärungen

und Operation mit Bild

- Serom

Ansammlung Gewebeflüssigkeit

in Operation

mit Bildern

- Skelettszintigraphie

 

in Operation

mit Bild

- Sonographie

Ultraschall

in Abklärungen

und Nachsorge mit Ultraschallbild

- Stadieneinteilung

Staging

 

 

- Stanze, Stanzbiopsie

Gewebeprobe

in Abklärungen

und Brust-Zentrum

- stereotaktische Biopsie

bei Mikroverkalkungen

in Abklärungen

mit Animation / zusätzl. Bildern

- Strahlentherapie

Radiotherapie

in Therapie adjuv.

mit Bildern

- Tastuntersuch

 

 

 

- Tumore

 

 

 

- Tumormarker

 

in Operation

erwähnt in Austrittsbericht

- Tumorgrösse klassifiziert

TNM-Klassifikation (erweitert)

in Operation

Austrittsbericht

- Ultraschallbilder

 

in Abklärungen

und Nachsorge

- Vacuum-Biopsie

Gewebeprobe

in Abklärungen

und Brust-Zentrum

- Verfestigung / Verhärtung der Brust

in Therapie adjuv.

 

- Wächter-Lymphknoten

Sentinel, SLB, SNB

in Operation

 

- Zysten

 

 

 

- diverse weitere Beschreibungen

siehe Brust-Zentrum

in den aufgeführten Angeboten

 

 

Die erklärten Begriffe in der ungefähren Reihenfolge eines Brustkrebsverlaufs:

* ° = Quellenangabe am unteren Seitenende

 

 

Senologie - was heisst das? Der Ausdruck bedeutet Lehre von der Brust/Brustkunde. Alles, was mit der Brust und Brusterkrankungen zu tun hat: Beschwerden, unklare Veränderungen im Brustbereich und der Brustwarze, Fehlbildungen der Brust, gutartige und bösartige Erkrankungen usw. fällt unter diesen Begriff.

 

Brustkrebshäufigkeit °

Brustkrebs ist in der Schweiz die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jährlich erkranken bis zu 5000 Frauen neu daran. 1300 sterben daran. 80 Prozent der Krebsfälle treten bei postmenopausalen Frauen auf.

 

Menarche °

Erstes Auftreten der weiblichen Regelblutung im Rahmen der Pubertät. In den westlichen Industrieländern in der Regel zwischen dem 11. und 14. Lebensjahr.

 

Prämenopause °

Abschnitt des Klimakteriums vor der Menopause mit unregelmässiger Menstruation und leichten klimakterischen Beschwerden; dauert etwa zwei bis sieben Jahre.

 

Menopause °

Ende der Fruchtbarkeit der Frau und der damit verbundenen Regelblutungen (Menstruation). Die Menopause tritt gewöhnlich zwischen dem 45. und 55. Altersjahr ein, durchschnittlich im Alter von 50 bis 52 Jahren. Sie dauert nur ein paar Tage. Der genaue Zeitpunkt des Eintretens der Menopause kann erst rückblickend nach zwölf blutungsfreien Monaten festgelegt werden.

 

Postmenopause °

Altersabschnitt nach der letzten Regelblutung. Schliesst an die Perimenopause an und dauert bis zum Ende der Östrogenproduktion (ca. 65. Lebensjahr).

 

Risikofaktoren °

Frauen mit betroffenen Müttern und/oder Schwestern haben ein höheres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Weitere bekannte Risikofaktoren sind:

- Frühe erste Menstruation (Menarche)

- Kinderlosigkeit

- Höheres Alter bei der ersten Geburt

- Späte Menopause

- Gewisse gutartige Zysten in der Brust.

Übergewicht, schlechte Ernährung, Rauchen und ungenügende Bewegung vergrössern das Krebsrisiko allgemein.

Frauen, die über viele Jahre eine Hormonersatz-Therapie durchführen, tragen ebenfalls ein höheres Risiko. Eine Nutzen-Risiko-Analyse und gute Beratung durch den Gynäkologen sind wichtig.

 

Hormonelle Risikofaktoren °

Die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron haben Einfluss auf die Entstehung von Brustkrebs.

Östrogene werden bei der prämenopausalen Frau in den Eierstöcken (Ovarien) produziert. Bei der postmenopausalen Frau bilden die Ovarien keine Östrogene mehr. Der Körper produziert aber andere Hormone (Androgene) in der Nebennierenrinde. Diese können durch ein Enzym (die Aromatase) in Östrogene umgewandelt werden. Östrogen ist verantwortlich für die strukturelle Entwicklung der Brust, d.h. es stimuliert das Wachstum der Milchgänge.

Progesteron ist verantwortlich für die funktionelle Entwicklung der Brust, d.h. für die sekretorische Funktion der Milchdrüsen (Laktation).

Prolaktin stimuliert das Brustdrüsenwachstum und setzt die Milchproduktion in Gang.

 

Brustkrebsrisiko einer Frau **

EINE FAUSTREGEL LAUTET: Mit jedem vollständigen Menstruationszyklus steigt das Brustkrebsrisiko ein bisschen.

Die Wissenschaft glaubt, dass die Geschlechtshormone Östrogen und besonders Progesteron einen Brustkrebs tendenziell begünstigen. Deshalb haben Mütter ein geringeres Risiko als kinderlose Frauen, jüngere Frauen ein kleineres als ältere, und deshalb wirkt sich eine lange Stillzeit, während der die Menstruation meistens aussetzt, positiv auf die Risikobilanz aus.

Aus der Perspektive der Brustkrebsprävention muss bei jeder Hormonersatz-Therapie eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Analyse gemacht werden. Diese Behandlung wird bei Wechseljahrbeschwerden verschrieben und schützt unter anderem auch vor Osteoporose.

Eher selten wissen Frauen, ob ein Brustkrebs begünstigender Gendefekt vorliegt. Die Gene BRCA1 und BRCA2 trägt jeder Mensch in sich. Doch 1994 hat man entdeckt, dass eine Mutation dieser Erbinformationen das Brustkrebsrisiko statistisch gesehen erhöht:

Fünf bis zehn Prozent der Brustkrebserkrankungen sollen darauf zurückzuführen sein. Ein molekulargenetischer Test zeigt, ob ein solcher Defekt vorliegt. Solche Tests sollten nur nach genauer genetischer Beratung erfolgen. Sie sind aufwändig und daher für die Patientinnen sehr teuer.

 

FRÜHERKENNUNG: das können Sie selbst tun **

Eine Risikoanalyse ist nicht Prävention genug. Neben dem Tast-Selbstuntersuch gehört unbedingt auch ein gutes Auge zur persönlichen Vorsorge. Der Krebs kündigt sich nämlich nicht immer nur durch Knoten in der Brust an. In bereits fortgeschrittenen Stadien gibt es eine ganze Reihe Symptome, die der Brustkrebs auslösen kann.

 

Besonders die Brustwarzen sollte man gut beobachten. Ziehen sich diese ein oder richten sich gar nach innen, kann das Brustkrebs bedeuten. Auch eine Entzündung einer Brustwarze (Mamille) oder des Warzenhofs (Areola) kann auftreten. Weitere mögliche Anzeichen sind etwa farbliche oder strukturelle Veränderungen der Haut, ein neu auftretender Grössenunterschied der einen Brust zur anderen oder Verhärtungen. Auch ungewohnte Schmerzen können ein Hinweis sein. Zwar ist in den seltensten Fällen der Krebs Auslöser für diese Veränderungen. Aber zur Sicherheit sollte die Herkunft solcher Symptome unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden.

Hin und wieder treten auch Sekrete aus der Brustwarze aus. Oft ist diese Flüssigkeit blutartig gefärbt. Typisch für Krebs ist, wenn dies nur eine der beiden Brustwarzen betrifft - dann sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Mehr zu Brustwarzen/Brustwarzenhof in Wikipedia:

 

Selbstuntersuch der Brust °

Das häufigste Brustkrebssymptom ist ein tastbarer, meist schmerzloser Knoten. Je besser eine Frau ihre Brust durch regelmässiges Abtasten kennt, desto eher spürt sie einen Tumor in einem frühen Stadium. Für den Selbstuntersuch der Brust (siehe Broschüre der Krebsliga) sind die Tage nach der Monatsblutung besonders geeignet. Frauen ohne Periode (z. B. bei Verhütung mit der Dreimonatsspritze) wählen am besten einen fixen Tag im Monat aus.

 

Lymphknotenschwellung °

Es gibt keine sichere Methode, um Lymphknotenschwellungen vorbzubeugen, deshalb auch keine klaren Empfehlungen.

Das Wichtigste ist, neuaufgetretene und wachsende Schwellungen unter der Haut, vor allem unter den Achseln und in der Leistengegend, wahrzunehmen und durch einen Arzt beurteilen zu lassen. In den meisten Fällen handelt es sich um sogenannte reaktiv vergrösserte Lymphknoten. Dabei ist die Schwellung ein Ausdruck für die vermehrte Aktivität in den Lymphknoten als Reaktion auf einen Infektionserreger. Gelegentlich kann sich aber auch ein Lymphknotenkrebs so bemerkbar machen.

 

Anamnese °

(griech: «Erinnerung») Patientenbefragung durch den Arzt mit dem Ziel, die medizinische Vorgeschichte und aktuelle Befindlichkeit des Patienten (falls relevant auch die von Verwandten/nahestehenden Personen) zu erheben. Normalerweise der erste Schritt einer medizinischen Diagnose. Die Eigenanamnese wird mit dem Patienten selber durchgeführt, die Fremdanamnese mit Angehörigen, bzw. Bezugspersonen, die Angaben zum Zustand des Patienten machen können.

 

Tumore / Neoplasie  °

(Geschwulst, Gewebsknoten, Schwellung) Örtlich begrenzte Zunahme des Gewebevolumens.

Im weiteren Sinne: Jegliche lokalisierte Anschwellung durch Ödem, Entzündung, Zyste etc.

Im engeren Sinne: Neubildungen («Neoplasien») von Körpergewebe durch Fehlregulationen des Zellwachstums.

Bringt der Arzt das Wort Tumor in Verbindung mit einer Krebserkrankung, handelt es sich um einen so genannten neoplastischen Tumor oder ein Neoplasma (neu gebildetes Gewebe). Dies bedeutet aber lediglich, dass entweder ein gutartiger oder ein bösartiger Tumor vorliegt. Eine exakte Beschreibung der «Schwellung» gibt das Wort «Tumor» nicht.

Neoplasie: Neubildung von Gewebe. Der Begriff wird meist bei krebsartigen Veränderungen verwendet.

 

TUMORE *

Die gute Nachricht: Die meisten Knoten in der Frauenbrust sind gutartig. Die schlechte: Bei jedem vierten Knoten handelt es sich um einen bösartigen Tumor. Eine gründliche Abklärung ist darum in jedem Fall unumgänglich.

Viele der tastbaren Unregelmässigkeiten im Brustgewebe sind keine Neubildungen, sprich Geschwülste (lateinisch: Tumoren), sondern Mastopathien oder Zysten.

Unter dem Begriff Mastopathie fassen die Ärzte eine ganze Gruppe von unterschiedlichen Knotenarten zusammen, die eines gemeinsam haben: die Vermehrung von Bindegewebe in der Brust. Mit dem Bindegewebe vermehren sich auch oberflächliche Milchgang- und Drüsenläppchenzellen, die zu Krebszellen mutieren können. Mastopathien selbst sind also ungefährlich, sie steigern jedoch das Krebsrisiko.

Bei den Zysten handelt es sich um Drüsenläppchen, deren Ausgang verschlossen ist. Darin sammelt sich Flüssigkeit, die Zyste wächst. Irgendwann kann sie ertastet werden. Per Tastbefund ist sie nicht von einem Tumor zu unterscheiden. Ihr Druck verdrängt das Bindegewebe und kann Schmerzen verursachen.

Gutartige Tumoren entstehen im Bindegewebe (Fibroadenome) oder selten im Fettgewebe (Lipome). Fibroadenome wachsen um Drüsenläppchen zu Knollen heran. Ob sie gutartig sind, lässt sich nur mit einer Analyse (Biopsie) überprüfen. Wenn sicher ist, dass die Zellen nicht mutieren und der Knoten nicht stört, gibt es keine zwingenden Gründe, ihn zu entfernen.

Am häufigsten entstehen Fibroadenome bei Frauen zwischen 15 und 30 sowie zwischen 45 und 55 Jahren. Etwa jede dritte Frau hat Fibroadenome.

 

Zyste °

Mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum im Gewebe. Der Begriff an sich sagt noch nichts darüber aus, ob der Befund unbedingt einer Behandlung bedarf oder nicht. Die meisten Zysten sind harmlos. Zysten können in den verschiedensten Organen auftreten: meist an den Eierstöcken und in der Brust, aber auch in Niere, Leber, Gehirn oder Lunge.

 

Fibroadenome *

Meist gutartige Tumore. Diese sehr häufigen Tumoren in den Drüsenläppchen treten meist im oberen Teil der Brust auf. Sie sind an dieser Stelle gut zu ertasten. Grosse Fibroadenome können sogar als Wölbungen der Haut auffallen. Ob die Geschwulste gut- oder bösartig sind, muss der Arzt mit einer Nadelbiopsie überprüfen. Stellt ein Fibroadenom keine Gefahr dar, muss es nicht entfernt werden.

 

Kalkablagerungen *

Sie sind sehr häufig, viele Verkalkungen sind harmlos. So genannter Mikrokalk kann aber ein Anzeichen für ein Oberflächenkarzinom in einem Milchgang sein. Es breitet sich in einem ersten Stadium nur innerhalb des Milchgangs aus und bildet noch keine Tochterzellen (Metastasen).

In diesem Stadium ist der Tumor ungefährlich, man muss ihn jedoch vorbeugend entfernen lassen. Die Gefahr besteht, dass ein solches Oberflächenkarzinom aus den Milchgängen ausbricht und bösartig wird: Der Tumor wächst unkontrolliert ins umliegende Gewebe hinein und vermehrt sich ungebremst. Der Körper hat keine Kontrolle mehr über das Wachstum dieser Zellen.

Man geht davon aus. dass sich rund 50 Prozent der Oberflächenkarzinome auf diese Weise entwickeln. Um Aufschluss über die Gründe für den Kalk in der Brust oder die Tumorart zu erhalten, empfiehlt der Arzt normalerweise eine Nadelbiopsie: Gewebe wird ohne Narkose unter Lokalanästhesie mit einer speziellen Hohlnadel entnommen und anschliessend analysiert. Deshalb ist vor einer Operation die Diagnose praktisch immer bekannt, so dass bei guter Abklärung heute nicht mehr unnötig operiert wird.

Auch in den Drüsenläppchen kann ein solches Oberflächenkarzinom entstehen. Diese Art ist jedoch weit seltener.

 

Mikroverkalkungen: Können auf ein Karzinom hinweisen *

Viele kleine Kalkablagerungen (weiss glänzende Stellen) können ein Hinweis auf ein Karzinom sein. Die Mikroveralkungen lassen sich nicht ertasten. Ein erfahrener Radiologe vermag mit einer Lupe zu erkennen, was den Kalk verursacht: neben einem bösartigen Tumor vielleicht auch eine gutartige Zyste. Das lässt sich mit einer Nadelbiopsie überprüfen. Bei unverdächtigen Ablagerungen operiert man heute nicht mehr sofort, sondern beobachtet die Brust weiter.

 

Mikroverkalkungen sieht man in der Mammographie, können jedoch in der Ultraschalluntersuchung meist nicht erkannt werden. Eine ultraschallgesteuerte Stanzbiopsie ist daher nicht die geeignete Methode für eine Gewebeprobe. Hier ist eine stereotaktische Mammotome Vakuum-Biopsie unter Röntgenkontrolle angezeigt.

 

Benigne heißt gutartig. Geschwulste, die nicht über die Gewebegrenzen hinauswachsen, gelten als benigne Tumore. Sie können gross werden, dringen jedoch nicht in benachbartes Gewebe und bilden auch keine Tochtergeschwulste (Metastasen).

 

Maligne bedeutet bösartig. Ein Malignom (Krebs, Krebsgeschwulst) ist eine bösartige Gewebeneubildung (Neoplasie). Krebsformen, die aufgrund ihrer Zellstruktur zu aggressivem Wachstum und zur Streuung neigen, werden als maligner Tumor bezeichnet.

 

Brustkrebs °

(Mammakarzinom) Entsteht immer in der Brustdrüse. Die genaue Bezeichnung der Erkrankung richtet sich nach dem Zelltyp, der betroffenen Stelle im Drüsengewebe und danach, ob der Tumor schon ins Nachbargewebe eingebrochen ist. Brustkrebs ist in der Schweiz die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jährlich erkranken bis zu 5000 Frauen neu, ca. 1300 sterben daran. 80 Prozent der Krebsfälle treten bei postmenopausalen Frauen auf.

 

Karzinom:  Früh erkannt *

Bösartiger Tumor, der aus dem so genannten Epithelgewebe (ein- oder mehrschichtiger Zellverband, der die innere oder äussere Körperoberfläche bedeckt) hervorgeht.

 

Es gilt die Regel: Je früher eine Unregelmässigkeit diagnostiziert ist, desto kleiner die Gefahr, dass sich ein Tumor ausbreitet, und desto grösser sind die Heilungschancen.

Deshalb: Entdeckt eine Frau einen Knoten in ihrer Brust, gibt es nur eines: sofort vom Arzt abklären lassen.

Krebs wächst ins Gewebe, verdrängt und zerstört es. Schliesslich verbreitet er sich über die Blutbahn und das Lymphsystem im ganzen Körper. Er bildet Tochterzellen (Metastasen), wenn er nicht gestoppt wird.

 

Invasiv-duktales Mammakarzinom:

Krebsgeschwulst in den Milchgängen der Brust, die bereits in das Nachbargewebe eingedrungen ist.

 

Metastase (Tochtergeschwulst) °

Entsteht durch Verschleppung von Krebszellen in seine Umgebung (lokale Metastase), in die nächsten Lymphknoten (regionäre Metastase) oder in entfernte Körperstellen (Fernmetastase).

 

DCIS heisst Duktales Carcinoma In Situ und ist ein nicht-invasives Karzinom, auch "sesshafter Tumor" genannt, und zeichnet sich dadurch aus, dass es auf den Ursprungsort der Entstehung begrenzt und noch nicht in das umliegende Gewebe eingedrungen ist. Es ist auf seinen Entstehungsort, die Drüsengänge, beschränkt und wächst vorerst nicht in die Tiefe (auch als intraduktales Karzinom bekannt). Blutige Sekretion aus der Mamille kann ein Symptom bei intraduktalem Karzinom sein.

DCIS ist eine präkanzeröse Erkrankung in der Innenwand des Milchgangs. Ein unbehandeltes DCIS wird jedoch oft zu invasivem Krebs.

Da die meisten duktalen Carcinomata in situ Mikroverkalkungen enthalten, sind sie mammographisch darstellbar. So können auch Herde unter 1 cm Durchmesser festgestellt werden. Die Mammographie ist die effektivste Methode zur Früherkennung von Mammakarzinomen, denn durch Palpation können Herde von Ca in situ erst ab etwa 2 cm Durchmesser erfaßt werden, wenn der Herd der Oberfläche der Brust angenähert liegt und die Brust gut durchzutasten ist.

Generell haben Patientinnen mit DCIS der Mamma eine sehr gute Heilungschance, wenn alle Herde entfernt werden -

siehe auch die Patientinneninformation von Dr. med. Thomas Hess: alles über DCIS und DCIS-Klassifikation: (Van Nuys Prognose Index).

 

LCIS heisst Lobuläres Carcinoma In Situ und ist ein nicht-invasives Karzinom, auch "sesshafter Tumor" genannt, und zeichnet sich dadurch aus, dass es auf den Ursprungsort der Entstehung begrenzt und noch nicht in das umliegende Gewebe eingedrungen ist. Es ist auf seinen Entstehungsort, die Drüsenläppchen, beschränkt und wächst vorerst nicht in die Tiefe.

LCIS bedeuted, dass in der Innenwand eines Drüsenläppchens anormale Zellen vorhanden sind. Dadurch hat die Frau ein erhöhtes Risiko, dass sich irgendwann in der Zukunft in der Brust ein invasiver Krebs entwickelt.

Das LCIS ist eine asymptomatische, nicht palpable Neoplasie, die meist bei einer aus anderen Gründen durchgeführten Biopsie entdeckt wird. In neuerer Zeit spricht man nicht mehr von LCIS, sondern von LN (lobuläre Neoplasie).

Das LCIS ist ein "Riskomarker", den es zu beobachten gilt.

 

LN = lobuläre Neoplasie: dieser Begriff fasst heute gemäß der aktuellen WHO-Klassifikation solche Zellveränderungen zusammen, die früher als atypische lobuläre Hyperplasie (ALH) oder lobuläres Carcinoma in situ (LCIS) bezeichnet wurden.

Gebräuchlich ist außerdem die Abkürzung LIN, die für lobuläre intraepitheliale Neoplasie steht. Es gibt LIN 1, 2, und 3.

 

DIAGNOSEMETHODEN *

Moderne Methoden machen es möglich: Ein exaktes Bild eines Brusttumors ohne Operation.

NICHT JEDER KNOTEN MUSS RAUS. Die verbreitete Meinung, dass ein Knoten, kaum ertastet, schon chirurgisch entfernt gehört, gilt nicht mehr. Ob eine Operation nötig ist oder nicht, lässt sich mit einer ganzen Palette an Diagnosemöglichkeiten abklären. Und wenn sich eine OP aufdrängt, dann lassen sich kleine gutartige Befunde mit neusten Biopsiemethoden minimalinvasiv entfernen. Die Zeiten, in der man jeden Knoten nur schon für die Analyse herausschneiden musste, sind vorbei.

Folgende Untersuchungs- und Diagnosemethoden werden heute am häufigsten eingesetzt:

 

Tastuntersuch *

Nach wie vor kommt die wichtigste Untersungungmethode ohne moderne Technologie aus: ein erfahrener Arzt kann mit Abtasten der Brust eine Vermutungsdiagnose erstellen. Danach wird der Tastbefund aber immer mit präziseren Methoden überprüft.

 

Mammographie (Röntgenuntersuch) *

Das wichtigste so genannt bildgebende Verfahren, das den Ärzten heute zur Verfügung steht. Allerdings hat auch die Mammographie ihre Grenzen: Nicht alle Knoten lassen sich damit eindeutig bestimmen.

Entdeckt etwa eine Frau im Selbstuntersuch einen Knoten in ihrer Brust, ordnet der Arzt in den allermeisten Fällen eine diagnostische Mammographie an. Damit erkennt man die meisten bösartigen Veränderungen in der Brust: Entweder zeigen die Röntgenbilder den Tumor selbst (ab etwa 5 Millimeter) oder aber so genannte Mikroverkalkungen (ab etwa 0,1 Millimeter), die Hinweise auf Karzinome sein können.

Für die Aufnahme am speziellen Röntgenapparat muss die Brust zwischen Film und Röntgenröhre liegen. Damit die Röntgenassistentin ein aussagekräftiges Bild erhält, drückt sie die Brust mit zwei Plexiglasplatten so fest zusammen, wie für die Frau erträglich. Denn je flacher die Brust, desto weniger Gewebe müssen die Strahlen passieren und umso geringere Dosen braucht es.

In den ersten Tagen nach der Periode ist die Brust am unempfindlichsten und ihr Flüssigkeitsgehalt am geringsten. Deshalb wird empfohlen, die Mammographie in dieser Zyklusphase machen zu lassen. Für Frauen, deren Menopause bereits eingesetzt hat, spielt der Zeitpunkt keine Rolle. Weil die Brust junger Frauen drüsenreicher und damit dichter ist, muss der Arzt in solchen Fällen manchmal eine Zweitabklärung mit Ultraschall machen. Das Gleiche gilt für Frauen mit Brustimplantaten.

Meist fertigt der Arzt pro Brust zwei Bilder aus verschiedenen Richtungen an. Der technische Fortschritt hat die Strahlenbelastung bei der Mammographie minimiert. Ohne spezielles Risiko wird die Mammographie nach vierzig Jahren einmalig, danach ab fünfzig regelmässig alle zwei Jahre empfohlen. Bei Vorliegen eines Risikos soll ein individueller Vorsorgeplan vereinbart werden.

 

Mammographie °

Röntgenuntersuchung der Brust (mamma = Brust, grafie = Aufzeichnung/Darstellung), manchmal ergänzt durch einen Ultraschalluntersuch der Brust. Ziel ist es, allerkleinste Veränderungen früh zu entdecken. Um optimale Bilder bei möglichst geringer Strahlenbelastung zu erzielen, muss die Brust kurz etwas zusammengedrückt werden, was einige Frauen als unangenehm empfinden. Dieser Druck und die geringe Dosis Röntgenstrahlung stellen kein Gesundheitsrisiko dar. Die Mammografie ersetztdas monatliche Selbstabtasten der Brust nicht und umgekehrt. Frauen zwischen vierzig und fünfzig Jahren lassen mit Vorteil eine vorsorgliche Mammografie machen. Ansprechpartnerin dafür ist die Frauenärztin. Für Frauen ab fünfzig ist dieser Untersuch jedes zweite Jahr empfehlenswert. In verschiedenen Kantonen der Westschweiz werden Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre eingeladen, beinahe kostenlos eine Mammografie machen zu lassen.

 

Sonographie (Ultraschalluntersuch) *

Ultraschalluntersuchungen sind viel ungenauer als Mammographien. Meist dienen sie nur als Ergänzung. Bei jungen Frauen mit dichtem Brustgewebe oder Frauen mit Implantaten setzt der Arzt ganz auf die Sonographie. Denn die Röntgenstrahlen der Mammographie würden hier unbefriedigende Diagnosen liefern.

 

BIOPSIE (Gewebeprobe) *

Heute existieren verschiedene minimalinvasive Möglichkeiten für eine Gewebeprobe: Feinnadelpunktionen und Vakuum- sowie Stanzbiopsien benutzen dünne Nadeln zur Entnahme. Zurück bleiben nur millimeterbreite Einstichstellen.

 

Am genausten ist die stereotaktische Methode: Mit zwei Röntgenaufnahmen lokalisiert der Computer Knoten dreidimensional und führt die Nadel. Auch ultraschallgesteuerte Biopsien sind möglich.

Vakuum-Biopsie: minimalinvasive Proben-Entnahme. Die Vakuumbiopsie ist relativ neu: Eine wenige Millimeter dicke Hohlnadel saugt den Tumor an, ein scharfes Röhrchen schneidet die Probe ab, das Vakuum saugt sie nach draussen. Kleine gutartige Befunde lassen sich damit komplett entfernen.

 

Biopsie °

Entnahme einer Gewebeprobe aus einem lebenden Organismus zwecks genauerer Untersuchung. Es gibt verschiedene Entnahmetechniken:

- Ansaugen (Aspirationsbiopsie)

- Einstechen (Punktion)

- Schneiden (Probeexzision)

- Schaben (Ausschabung)

- Stanzen (Stanzbiopsie)

Je nach Technik werden unterschiedliche Instrumente verwendet.

 

offene Exzisionsbiopsie / offene Probeentnahme

Der tastbare Knoten oder ein verdächtiger Bereich (Mammographie und /oder Sonographie) wird operativ herausgeschnitten. Es kann während der Operation eine Schnellschnittuntersuchung durchgeführt und bei der Diagnose Krebs die Krebsoperation vervollständigt werden.

Diese Methode birgt jedoch allgemeines Operations-/Narkoserisiko. Im Falle von Krebs könnte dieser angeschnitten oder unvollständig entfernt werden. Der gesuchte Bereich könnte auch verfehlt werden.

Die Patientin wird körperlich (Narkose und Operation) wie psychisch (Ungewissheit, wie die Operation ausgehen wird) stark belastet.

Sollte nur gemacht werden, wenn unklare und verdächtige Befunde nicht durch andere (geschlossene) Biopsieverfahren (Feinnadelpunktion, Stanzbiopsie) abgeklärt werden können.

Viele unnötige Operationen könnten durch Biopsieverfahren vermieden werden.

 

Kernspintomographie *

Diese Magnetresonanz-Tomographie dient als ergänzende Untersuchungsmethode. Allein ist sie zu ungenau. Und sie ist teuer.

 

PET (Positronen-Emissions-Tomographie) *

PET erlaubt eine Analyse des ganzen Körpers. Dafür muss aber radioaktives Material injiziert werden. Diese Methode wird fast ausschliesslich zur Metastasendiagnose verwendet.

 

Skelettszintigraphie

Nuklearmedizinische bildliche Darstellung des Skeletts. Um Knochenmetastasen sichtbar zu machen, werden radioaktiv markierte Phosphonate durch die Vene eingespritzt, die in Abhängigkeit vom Knochenstoffwechsel an den Knochen angelagert werden. Nach etwa drei Stunden wird die Verteilung im Körper mit einer speziellen Kamera (Scanner) aufgezeichnet. In einem einzigen Untersuchungsgang kann das gesamte Skelett dargestellt werden.

Der Stoffwechsel in Tumorzellen ist deutlich erhöht, die Metastasen erscheinen im Szintigramm dunkler. Dadurch lassen sich Knochenmetastasen aufspüren.

 

Tumormarker °

Stoffe - meist Zucker-Eiweiss-Moleküle -, die von gut- oder bösartigen Tumoren ausgeschieden oder provoziert werden und deren Konzentration in Zellen, auf Zelloberflächen, im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten wichtige Aussagen über das Vorhandensein und die Aktivität von Tumorzellen zulässt.

 

Tumormarker: Für erhöhte Werte muss nicht unbedingt ein Tumor verantwortlich sein.

So genannte Tumormarker sind im Blut nachweisbare Eiweisse, die bei einigen Tumorerkrankungen in höherer Konzentration auftreten. Umgekehrt kann auch dann ein Tumor vorhanden sein, wenn der Blutspiegel des Tumormarkers unverändert bleibt.

Am besten sind die Tumormarker als Therapiekontrolle bei der Behandlung von Metastasen geeignet: während einer erfolgreichen Krebsbehandlung lässt sich häufig ein Absinken des Wertes beobachten, bei einer Verschlechterung der Erkrankung ein Anstieg. Absolutwerte sind weniger aussagekräftig als Vergleichswerte über einen längeren Zeitraum, die eine Anstiegs- oder Abstiegstendenz anzeigen. Ohne Vorliegen von Metastasen wird eine Kontrolle der Tumormarker heute nicht mehr empfohlen, weil dadurch zu viel Verunsicherung entsteht.

 

Histologie

Lehre vom Aufbau von Körpergeweben und ihren Zellen. Durch die Anfertigung und mikroskopische Beurteilung von Gewebeschnitten durch den Pathologen lassen sich unsichere Verdachtsdiagnosen meist endgültig absichern, z.B. klärt man die Frage, ob eine Geschwulst maligne ist oder nicht (Untersuchung von Geweben und deren Zellen auf krankhafte Veränderungen unter dem Mikroskop).

 

Pathologie

Lehre von den abnormen und krankhaften Veränderungen des Körpers. Untersuchungsmaterial aus Biopsien und Punktionen wird mikroskopisch beurteilt, um eine endgültige, histologische oder zytologische Diagnose zu stellen.

 

Onkologie

Spezialgebiet der Medizin, das sich mit der Entstehung und Behandlung von Tumoren und den dadurch bedingten Krankheiten befasst.

 

BI-RADS Klassifikation, Bedeutung und Prozedere

Mammographiebilder werden begutachtet und das Ergebnis mit 0 - 5 bezeichnet, siehe BI-RADS-Tabelle

Brust-Ultraschall und BI-RADS (mit Beurteilung im BI-RADS-Ultraschall-Lexikon)

 

STADIENEINTEILUNG (Staging):

Brustkrebs wird entsprechend dem Grad seiner Tumorgrösse, seiner Ausbreitung in die Lymphknoten oder anderer Körperteile eingeteilt.

Es wird zwischen vier Stadien unterschieden. Die Stadien 0 - 2 zählen zu den frühen Brustkrebsstadien, 3 und 4 zu den fortgeschrittenen Stadien.

Das Staging ist wichtig, um die geeignete Therapie festzulegen und die Prognose festzustellen. Für jedes Organ besteht ein gesondertes Einteilungsschema.

 

TUMORGRÖSSE

Um einen Tumor einteilen zu können, gibt es ein System mit den Abkürzungen: T (tumor) N (node) M (metastasis).

 

Tabelle TNM-Klassifikation und Staging für Brustkrebs mit zusätzlichen Erläuterungen und Neuerungen ab 1.1.2003 und weiteren Befundangaben und Abkürzungen:

DCIS-Van Nuys Klassifikation:

Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums hat in seiner Homepage eine ausführliche Beschreibung der im TNM-System verwendeten Kürzel, damit Befunde verstanden und eingeordnet werden können.

 

Behandlung von Brustkrebs erlebt grosse Fortschritte ***

Heutzutage können rund 70 Prozent der Patientinnen brusterhaltend operiert werden.

Eine Therapie umfasst üblicherweise drei verschiedene Behandlungsmethoden: Chirurgie, Bestrahlung und medikamentöse Therapie.

DIE VOLLSTÄNDIGE ENTFERNUNG des bösartigen Tumors gehört immer zur Therapie.

 

Chirurgie °

Die operative Entfernung des Tumors ist die erste Massnahme zur Behandlung von Brustkrebs. Dabei werden oft auch einige Lymphknoten (Sentinel-Lymphknoten) in der betroffenen Achselhöhle entfernt. Heute therapiert man meistens brusterhaltend: Man entfernt den Tumor und einen Saum aus gesundem Gewebe, nicht aber die ganze Brust. Entscheidend ist das Grössenverhältnis von Brust und Tumor.

 

Brusterhaltende Operation mit Gewebeverschiebung

Um ein kosmetisch ansprechendes Ergebnis zu erhalten, wird bei größerer Gewebeentfernung vor allem aus beiden unteren Quadranten eine sogenannte "intramammäre Verschiebeplastik" vorgenommen. Dabei wird die Brustdrüse ganz oder teilweise von Haut und Muskulatur gelöst und so verschoben, dass nach der Operation trotz des Gewebeverlustes eine ausgeglichene Brustform erhalten bleibt.

 

Mastopexie: Das Wort steht für Bruststraffung. Brust wird gehoben, geformt. Dabei werden tief stehende Brustwarzen ebenfalls in eine höhere, jugendliche Position gebracht.

Im Fall einer Tumorentfernung im oberen äusseren Bereich werden die noch vorhandenen unteren Brustanteile nach oben gezogen und mit dem oberen Rest zusammengefügt. Die durch die neue Form tiefer stehenden Brustwarzen werden in eine ästhetische Position gebracht, die feine Narbe verläuft rund um den Warzenhof.

 

Brustentfernung (Ablatio mammae, Mammaamputation, Mastektomie) °

Früher aus Prinzip die Operation der Wahl, da davon ausgegangen wurde, dass die Wegnahme von möglichst viel umliegendem Gewebe die Ausbreitung der Krankheit verhindern könne.

Heute ist klar, dass nicht der Krebsknoten in der Brust, sondern die Tochtergeschwülste (Metastasen) die Prognose bestimmen.

 

Mastektomie: Ist das Grössenverhältnis vom Tumor zur Brust aber ungünstig oder gibt es mehrere Herde in derselben Brust, muss man sicherheitshalber amputieren. Neben dem Krebsbefall bedeutet das eine zusätzliche psychische Belastung für die Patientin.

Auf Wunsch korrigiert man den entstandenen Makel mit Hilfe der plastischen Chirurgie. Entweder setzt der Arzt eine Prothese ein oder er verpflanzt Eigengewebe, meist aus Unterbauch oder Rücken. Dabei transplantiert er die Haut mitsamt der darunter liegenden Fettschicht und den versorgenden Blutgefässen. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile. Die Patientin sollte mit einem oder besser mehreren Experten die für sie beste Lösung suchen.

 

 

Brustrekonstruktion (Mammaplastik) °

Ist die vollständige Entfernung einer Brust notwendig, kann diese mit verschiedenen Methoden neu aufgebaut werden:

- Aufbau mit Implantaten/Prothesen (Silikon, Kochsalz)

- Aufbau mittels Eigengewebe: Haut samt darunter liegendem Fettgewebe und versorgenden Blutgefässen werden zur Rekonstruktion entnommen. Rücken und Unterbauch haben sich als Entnahmestellen besonders bewährt.

Eine Wiederherstellung kann entweder direkt nach der Brustentfernung in der gleichen Operation vorgenommen werden oder dann, wenn begleitende Therapien (Chemotherapie, Radiotherapie) abgeschlossen sind.

Siehe auch:

Aufbau mit Silikongel-gefüllten Implantaten, micropolyurethanbeschichtet (MPS)

Kurzbeschreibung und schematische Darstellung verschiedener Aufbaumethoden

 

Brustprothese:

Frauen nach einer Brustoperation haben in der Regel Anspruch auf die Versorgung mit einer Brustprothese (auch Brustepithese genannt), bzw. einem Brustausgleichsteil, deren Kosten inkl. Beratung und Anpassung dann als medizinisches Hilfsmittel von den Krankenkassen übernommen werden sollte. Als Halterung für die Prothese gibt es spezielle Prothesen-BHs und Prothesen-Badeanzüge mit eingearbeiteten Taschen, die zusammen mit dem Brustausgleich im Sanitätsfachgeschäft erhältlich sind.

(nicht zu verwechseln mit Silikon-Implantaten; manche Ärzte bezeichnen diese ebenfalls als "Prothesen")

 

Achsellymphknoten werden entfernt, wenn der Krebs ins umliegende Brustgewebe einwächst. Sollten die Lymphknoten vor der Operation nicht befallen aussehen, könnte eine Sentinel(=Wächter)-Lymphknoten-Biopsie gemacht werden, damit die Nebenwirkungen vermieden werden, welche nach einer üblichen Entfernung der Achsellymphknoten auftreten können.

 

Sentinel-Lymphknoten-Biopsie:

KREBS breitet sich über das Lymphsystem aus. Früher entfernte man deshalb alle Lymphknoten in der Achselhöhle, um herauszufinden, ob sie befallen sind. Mit der so genannten Sentinel-Lymphknoten-Biopsie ist das heute nicht mehr nötig. Bei der heute allgemein akzeptierten Methode der Wächter-Lymphknotenentfernung spritzt man am Vortag der Operation beim Tumor eine radioaktive Substanz, welche später die ersten Lymphknoten markiert. So kann der Spezialist den "Wächter"-Lymphknoten (englisch: Sentinel) mit einem Geigerzähler aufspüren, entfernen und ihn ins Labor schicken.

Zeigt die Analyse, dass dieser Wächter-Lymphknoten keine Tumorzellen enthält, müssen die anderen nicht enfernt werden. Die Sentinel-Lymphknoten-Biopsie sollte man heute wann immer möglich einsetzen. Sie belastet den Körper weniger und verschafft mehr Informationen über den Krebs. Leider kennen diese Technik aber noch nicht alle Spitäler. Es braucht dazu eine Nuklearabteilung und einen mit dieser Methode sehr erfahrenen Arzt.

(Oft verwendete Abkürzungen: SLB, SNB, SLNB)

Gut verständliche Beschreibung der Sentinel-Lymphknoten-Biopsie

 

Schnellschnittuntersuchung

Der Name kommt daher, dass die Untersuchung in wenigen Minuten während der Operation abläuft. Die übersandten Gewebsproben werden schockgefroren. Von diesen werden dünne Schnitte angefertigt und in besonderen Färbetechniken aufgearbeitet. Somit ist eine diagnostische Aussage über ein Gewebe innerhalb weniger Minuten möglich. Während einer Operation wird mit der Schnellschnittdiagnose des Pathologen die Art und der Umfang des weiteren operativen Eingriffs festgelegt.

 

Hämatom

Blutansammlung aus verletzten Blutgefässen im umliegenden Körpergewebe. Ein Hämatom nennt man auch Bluterguss. Das Blut gerinnt allmählich und wird dann langsam bindegewebig durchwachsen. Der blaue Fleck wird nach ein paar Tagen dunkler, dann grünlich und zum Schluss braun und gelb. Dann verschwindet er. Die typischen farblichen Veränderungen entstehen durch den Abbau des Hämoglobins.

Hämatome sind meist Blutungsereignisse unter der Haut, die durch Gewalteinwirkung von außen entstehen, z.B. Stoß, Schlag, Sturz oder auch Biopsie.

 

Serom

Mit Lymphflüssigkeit gefüllte Höhle (z. B. nach einer Operation an Körperstellen, an denen Lymphknoten entfernt wurden).

Nach entnommenen Achsel-Lymphknoten kann sich nach einigen Tagen plötzlich ein kleiner Tennisball in der Achselhöhle entwickeln = Serom. Wenn dieses schmerzt (zusätzlich kann auch die Schulter durch eingeschränkte Beweglichkeit schmerzen), schafft Punktierung der Flüssigkeit Abhilfe.

 

Narbenspezifikum

Keli-med ist eine Creme (enthaltend Zwiebelextrakt, Bilsenkrautöl, Allantoin, Heparin Natrium u.a.) zur Behandlung von Narbengewebe, d.h. die Inhaltsstoffe von Keli-med fördern eine gute Verheilung der Narben, verhindern eine übermässige Bildung von Hornhaut und verhärtetem Narbengewebe und machen die neu gebildete Haut geschmeidig (siehe Packungsbeilage). Erst 14 Tage nach der Operation anwenden, die Wunde muss sicher verheilt sein.

 

Adjuvante Therapie °

Unterstützende Therapie nach einer potenziell heilenden Tumorbehandlung.

 

CHEMOTHERAPIE wird in drei verschiedenen Situationen empfohlen:

Die adjuvante Chemotherapie wird nach der Operation durchgeführt, wenn ein hohes Risiko vorliegt, dass sich kleine Ableger im Körper bereits gebildet haben könnten, welche man mit den üblichen Abklärungen (Lungen-Röntgen, Leber-Ultraschall, CT usw.) nicht erkennt. Es wird also ein Risiko behandelt.

Die palliative Chemotherapie wird durchgeführt bei bereits vorliegenden Ablegern im Körper. Hier soll die Chemotherapie Schmerzen oder drohende Beschwerden, welche durch die Ableger verursacht werden, verhindern.

Die neoadjuvante Chemotherapie. Hier findet eine Behandlung vor einer geplanten Operation statt, um bessere Voraussetzungen für die Operation zu schaffen (kleinerer Tumor).

 

Chemotherapie ***

soll ebenfalls Krebsreste dezimieren. Weil ein bösartiger Tumor aggressiv wächst, befinden sich viele seiner Zellen im Teilungsstadium. Somit sind sie für die Zellgift-Medikamente der Chemotherapie besonders anfällig. Die Gifte greifen auch die gesunden Zellen an. Allerdings regeneriert der Körper diese. Die Liste der Nebenwirkungen reicht von starker Übelkeit bis hin zu Haarausfall und Beeinträchtigungen des Blutbilds.

Die Patientin bekommt den Chemotherapie-Medikamentencocktail meist als Kurzinfusion in einem bestimmten Rhythmus verabreicht. Zusätzlich verabreicht der behandelnde Arzt Medikamente, welche die Nebenwirkungen der Therapie mildern oder gar verhindern.

Die beiden "klassischen" Chemotherapien für Patientinnen mit kleinem Rückfallrisiko verlaufen nach dem EC- (kurz für die verabreichten Wirkstoffe "Epirubicin"und "Cyclophosphamid") oder dem CMF-Behandlungsschema ("Cyclophosphamid", "Methotrexat" und "5-Fluorouracil").

"Wir setzen bei Patientinnen mit hohem Rückfallrisiko auf das so genannte kanadische CEF-Schema", sagt Prof. Beat Thürlimann, Leitender Arzt des Senologie-Zentrums Ostschweiz, St. Gallen. "Es ist wirksamer als andere, wie EC oder CMF."

CEF steht dabei für eine intensivierte Kombination aus Cyclophosphamid, Epirubicin und 5-Fluorouracil. Zahlreiche weitere Kombinationen sind bei starkem Rückfallrisiko geeignet, etwa mit dem Eibenextrakt Taxan (GesundheitSprechstunde 20/2005).

 

Chemotherapie °

Gezielter Einsatz von Zellgiften, welche Zellen in ihrer empfindlichsten Phase stören: der Zellteilung. Da bösartige Tumore rasch wachsen, befinden sich viele Zellen im Teilungsstadium. Deshalb wirkt die Chemotherapie stärker auf Krebszellen als auf gesunde Körperzellen. Gegen ruhende Krebszellen können die starken Medikamente allerdings nichts ausrichten. Die Chemotherapie kommt heute zu drei verschiedenen Zeitpunkten zum Einsatz:

- Die adjuvante Chemotherapie ist die häufigste Form. Sie wird eingesetzt, wenn der Tumor zwar schon infiltrierend wächst, aber noch keine Tochtergeschwülste nachweisbar sind. Die adjuvante Chemotherapie beginnt in den ersten Wochen nach der Operation und soll der Tumorstreuung vorbeugen sowie die Überlebenschance verbessern.

- Die neoadjuvante Chemotherapie findet vor manchen Operationen statt, vor allem, wenn der Tumor relativ gross ist. Sie schafft günstige Vorbedingungen für den Eingriff, indem sie den Krebs oder die Metastasen verkleinert.

- Die palliative Chemotherapie dient der Einschränkung des Tumor- oder Metastasenwachstums und verlängert die Überlebenszeit. Zudem lindert sie beispielsweise im fortgeschrittenen Krankheitsstadium Schmerzen, die von Metastasen verursacht werden.

 

BESTRAHLUNG ***

ist nach einer brusterhaltenden Operation und bei grossen Tumoren angezeigt. Sie beginnt vier bis sechs Wochen nach der Operation oder nach Abschluss der Chemotherapie. Ziel ist es, mikroskopisch kleine Krebsreste zu zerstören. So minimiert man das Rückfallrisiko. Längere Spitalaufenthalte sind für die Strahlentherapie nicht nötig: Sie wird während fünf bis sieben Wochen in jeweils fünf Sitzungen ambulant vorgenommen.

 

Strahlentherapie (Bestrahlung, Radiotherapie) °

Die Bestrahlung gilt nach brusterhaltender Operation als Standardtherapie. Sie mindert das Risiko einer Krebsneubildung in der erkrankten Brust erheblich. Wurde das gesamte Brustgewebe entfernt, muss man Nutzen und Risiko abwägen. Eine Bestrahlung beginnt frühestens vier Wochen nach der Operation, wenn die Wundheilung schon fortgeschritten ist.

 

Radiotherapie: durch die Bestrahlung kann sich die Brust verhärten. Damit diese wieder weich wird, müssen die harten Stellen einzeln zerdrückt werden, indem man diese zwischen den Fingern "verreibt". Anfänglich schmerzt das zwar etwas, aber die Prozedur lohnt sich sehr. Zusätzliches Durchkneten über längere Zeit hilft mit, die Brust wieder geschmeidig zu machen.

 

Antikörpertherapien ***

gehören ebenfalls zu den Medikamententherapien. Das Her-2-Protein spielt dabei eine wichtige Rolle: Es befindet sich als Empfängermolekül auf den Zelloberflächen. Rund ein Viertel der Betroffenen trägt Brustkrebszellen in sich, die gegenüber normalen Körperzellen das hundert- bis tausendfache dieser Wachstumsfaktor-Rezeptoren besitzen. Ob das der Fall ist, findet man mit den Routinetests des eingesandten Tumormaterials im Labor heraus. Trifft dies zu, ist es erfolgsversprechend, die Her-2-Proteine mit dem Antikörper Trastuzumabum zu blockieren: Er verhindert, dass die Krebszellen Wachstumssignale erhalten.

BEI 75 PROZENT DER FRAUEN mit Brustkrebs lassen Östrogene die Tumore wachsen. Deshalb bezieht man den Geschlechtshormonhaushalt häufig über eine Antihormontherapie in die Behandlung ein. Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten, verabreicht man Gestagene ("Megestrolazetat"), welche die Östrogenrezeptoren auf den Tumorzellen dezimieren.

Frauen vor der Menopause erhalten häufig das Antihormon Goserelin, welches den Zyklus und damit auch die Östrogenproduktion stoppt. Antiöstrogene wie Tamoxifen oder Fulvestrant verhindern, dass die Krebszellen Östrogen aufnehmen. Aromatasehemmer (mit den Wirkstoffen Anastrozol,  Letrozol oder Exemestan) blockieren die Umwandlung von Hormonvorstufen zu Östrogen.

Derzeit entwickeln die Forscher viele neue Hormontherapie-Medikamente. Es genügt erfahrungsgemäss nicht, die frühere Standardtherapie mit Tamoxifen über fünf Jahre zu verschreiben. Praktisch alle sechs Monate werden neue Studienresultate publiziert. Die Patientin sollte ihre individuellen Möglichkeiten deshalb regelmässig mit einem Brustkrebspezialisten diskutieren.

 

Hormontherapie Wechseljahre: °

Die Hormonersatztherapie soll so, wie sie heute eingesetzt wird, dem Körper helfen, sich mit möglichst geringen Beschwerden an das neue hormonelle Gleichgewicht der Postmenopause zu gewöhnen. Es geht also nicht darum, langfristig einen (in der Tat bestehenden) Hormonmangel auszugleichen, sondern lediglich darum, die Symptome der Umstellung zu lindern.

 

Östrogen °

(Follikelhormone) Weibliche Sexualhormone. Die wichtigsten körpereigenen Östrogene sind Östradiol, Östron und Östriol. In der geschlechtsreifen Phase werden Östrogene vor allem in den heranreifenden Follikeln des Eierstocks gebildet. Sie bewirken die Ausprägung der weiblichen Geschlechtsmerkmale, steuern gemeinsam mit Progesteron die weiblichen Fortpflanzungsfunktionen. Nach der Menopause werden noch geringe Östrogenmengen gebildet, vor allem das schwächere Östron. Es wird primär in der Nebennierenrinde und im Fettgewebe produziert. Der Östrogenmangel kann zu klimakterischen Beschwerden und schweren Erkrankungen wie Osteoporose führen.

 

Progesteron °

Weibliches Sexualhormon, wirksamstes körpereigenes Gelbkörperhormon. In der Schwangerschaft wird Progesteron auch in der Plazenta gebildet. Gemeinsam mit Östrogen steuert Progesteron die weiblichen Fortpflanzungsfunktionen und hat eine besondere Bedeutung für den Erhalt der Schwangerschaft. Progesteron und synthetische Hormone, die eine ihm ähnliche Wirkung besitzen, werden als Gestagene bezeichnet.

 

Rezeptor:

für spezielle Reize (z.B. Moleküle) empfindliche Empfangseinrichtung oder Anlegestelle auf einer Zelle.

 

Antihormontherapie °

Das Wachstum von Krebszellen lässt sich über Eingriffe in den Hormonhaushalt bremsen, wenn die bösartigen Tumorzellen Hormonrezeptoren besitzen, über welche sie durch Geschlechtshormone stimuliert werden (z. B. durch Östrogen bei Brustkrebs oder durch Testosteron beim Prostatakrebs). Mögliche Methoden sind:

- Entfernung hormonproduzierender Organe

- Hemmung der Hormonwirkung mit Medikamenten (z.B. Aromatasehemmer)

- Zusätzliche Gabe von Hormonen

Die medikamentösen Verfahren stehen klar im Mittelpunkt des (Forschungs-)Interesses.

 

Aromatasehemmer °

Medikamente, die zur Therapie von hormonempfindlichem Brustkrebs eingesetzt werden können. Das weibliche Sexualhormon Östrogen koppelt sich an spezielle Rezeptoren dieser bösartigen Tumorzellen und stimuliert deren Wachstum. Östrogen wird mit Hilfe des Enzyms Aromatase aus Hormonvorstufen gebildet, die hauptsächlich in der Nebenniere gebildet werden. Aromatasehemmer verhindern diesen Umwandlungsprozess, indem sie das Enzym Aromatase blockieren und dadurch den Östrogenspiegel im Körper reduzieren.

Der Aromatasehemmer wird eingesetzt, wenn der Brustkrebs positive Östrogen-/Progesteronrezeptoren aufweist.

 

Rezidiv (Tumorrezidiv):

Rückfall einer Krebserkrankung. Das Rezidiv kann auf den ursprünglichen Entstehungsort beschränkt sein (Lokalrezidiv), die benachbarten Lymphknoten erfassen oder an einer vom Entstehungsort entfernten Körperstelle auftreten (Fernrezidiv = Metastase).

 

Kontraindikation °

(Gegenanzeige) Umstand, der gegen eine Massnahme spricht, da sie zu einem zu erwartenden Schaden führen wird. Es wird zwischen einer absoluten und einer relativen Kontraindikation unterschieden:

absolute Kontraindikation: Die Massnahme verbietet sich in jedem Fall (z.B. weil der Patient auf einen Wirkstoff bereits einmal allergisch reagiert hat);

relative Kontraindikation: Die Massnahme lässt zwar negative Konsequenzen erwarten; falls der Nutzen aber in einem günstigen Verhältnis zum Schaden steht und keine vernünftige Alternative verfügbar ist, kommt die Massnahme (z.B. Einnahme eines Medikaments) dennoch in Frage.

 

Palliative Therapie

Behandlung, deren Ziel nicht die Heilung ist, sondern die Linderung krankheitsbedingter Symptome und Beschwerden.

 

 

Auch das "virtuelle" Brustzentrum in dieser Homepage kann weiterhelfen:

 

 

Quellenangabe einzelner Beiträge:

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GesundheitSprechstunde 20/2005 - Adrian Schulthess

GesundheitSprechstunde 20/2005 - PD Dr. med. Christoph Rageth

GesundheitSprechstunde 20/2005 - Prof. Dr. med. Beat Thürlimann

GesundheitSprechstunde

 

 

Neu und hilfreich:

Der Verein, der bei Verdacht oder Diagnose Brustkrebs weiterhilft

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