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Das Brust-Zentrum: |
11. Ist eine Chemotherapie notwendig? warum? |
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Onkologie / Chemotherapie
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Die Onkologie ist ein Spezialgebiet oder Zweig der Medizin und beschäftigt sich mit der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von malignen (bösartigen) Erkrankungen. Gut ausgebildete Onkologen sind meist auch Fachärzte für Innere Medizin und damit vertraut, den Körper und den Menschen als Ganzes zu sehen. Onkologen arbeiten interdisziplinär, also fachübergreifend. Sie haben Kenntnisse anderer Fächer, wie Chirurgie, Radiologie, Pathologie/Molekularbiologie usw, um eine optimale Betreuung zu gewährleisten. Die Bemühungen zielen darauf hin, den Krebs zu verhindern oder zu heilen, seine Ausbreitung im Körper zu unterdrücken; wichtig ist, die Biologie und die Risikofaktoren zu kennen und zu erkennen. Durch die Therapien soll entweder das gesamte Tumorgewebe entfernt/zerstört werden oder, falls nicht mehr möglich, das Tumorgewebe zu verkleinern. Das Ziel ist, die Lebenszeit zu verlängern und Beschwerden durch den Tumor zu reduzieren.
Die Chemotherapie ist ein gezielter Einsatz von chemisch hergestellten Medikamenten, es gehören auch zahlreiche Stoffe pflanzlicher Herkunft dazu, welche Zellen in ihrer empfindlichsten Phase stören: der Zellteilung. Da bösartige Tumore rasch wachsen, befinden sich viele Zellen im Teilungsstadium. Die Medikamente, die bei der Chemotherapie eingesetzt werden, wirken stärker auf Krebszellen, als auf gesunde Körperzellen, sie bremsen oder unterdrücken dieses Wachstum der Krebszellen. Bei vielen Tumoren oder Metastasen kann eine deutliche Verkleinerung, evtl. sogar eine komplette Rückbildung, erreicht werden. Gegen ruhende Krebszellen können die starken Medikamente allerdings weniger ausrichten. Diese erfordern andere Therapiemassnahmen, z.B. Antihormontherapie.
Die Chemotherapie kommt heute zu drei verschiedenen Zeitpunkten zum Einsatz: • Die adjuvante Chemotherapie soll allenfalls vorhandene mikroskopisch kleine Tumorherde ausserhalb des OP-Gebietes zerstören sowie die Überlebenschance verbessern und wird nach der Operation eingesetzt, wenn der Tumor zwar schon in das umgebende Gewebe eindringt, aber noch keine Tochtergeschwülste nachweisbar sind. Wenn ein hohes Risiko vorliegt, dass sich bereits kleine Ableger im Körper gebildet haben könnten, wird ebenfalls eine Chemotherapie angewandt.
• Die neoadjuvante Chemotherapie findet vor manchen Operationen statt, vor allem, wenn der Tumor relativ gross ist. Sie schafft günstigere Vorbedingungen für den Eingriff, indem sie den Krebs oder die Metastasen verkleinert.
• Die palliative Chemotherapie dient der Einschränkung des Tumor- oder Metastasenwachstums und verlängert die Überlebenszeit. Zudem lindert sie beispielsweise im fortgeschrittenen Krankheitsstadium Schmerzen, die von Metastasen verursacht werden.
Es ist also wichtig, mit einem ausgebildeten Spezialisten/Onkologen für Brustkrebs die Situation in allen Details zu besprechen. Er kann die Frage beantworten, ob eine Chemotherapie durchgeführt werden sollte. Die verschiedenen Arten werden individuell auf die Krebserkrankung abgestimmt. |
"klassische" Chemotherapien verlaufen zum Beispiel bei kleinem Rückfallrisiko
nach dem
EC-Behandlungsschema (Wirkstoffe "Epirubicin"und "Cyclophosphamid")
oder dem
CMF-Behandlungsschema (Wirkstoffe "Cyclophosphamid", "Methotrexat" und "5-Fluorouracil")
bei hohem Rückfallrisiko:
CEF-Behandlungschema (intensivierte Kombination aus "Cyclophosphamid", "Epirubicin" und "5-Fluorouracil")
zahlreiche weitere Kombinationen sind bei starkem Rückfallrisiko geeignet, etwa mit dem Eibenextrakt Taxan
(Prof. Dr. med. Beat Thürlimann Senologie-Zentrum Ostschweiz, St. Gallen Heft 20/2005 "GesundheitSprechstunde") |