Das Brust-Zentrum:

zu den Angeboten

5.  Welche Biopsiemethode ist die geeignete?

HOME: brustkrebsverlauf.info

 

Gewebeproben bei verdächtigem Befund    (Biopsie)

 

 

Um Veränderungen in der Brust, wie zum Beispiel einen Knoten oder nicht tastbare Mikroverkalkungen, unter dem Mikroskop genau untersuchen zu können, ist eine Biopsie notwendig. Dies ist die sicherste Methode, um festzustellen, ob es sich um einen gut- oder bösartigen Befund handelt. Weder Tast-, Ultraschalluntersuchung oder Mammographie reichen aus, um eine verlässliche Diagnose zu stellen.

Nur eine Biopsie mit etwa 5 - 6 Gewebeproben schafft Sicherheit (bei 1 - 2 Proben könnte daneben gestochen worden sein und eine falsche Diagnose ergeben).

 

Die verschiedenen Biopsiemethoden:

Die Feinnadelpunktion/FNP hat den Vorteil, dass das Ergebnis schnell bekannt ist, keine örtliche Betäubung notwendig ist und keine Narbe zurückbleibt. Jedoch kann eine Gewebeveränderung mit dieser Biopsiemethode nicht entfernt werden. Weil durch die feine Nadel nur einzelne Zellen entnommen werden, d.h. wenig Gewebematerial zur Verfügung steht, kann das Resultat oft nicht eindeutig sein.

 

Für die Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie wird eine Betäubung der Haut für den kleinen Einstich benötigt, da die Nadel dicker ist. Es werden 4 – 6 Proben mit dieser Nadel entnommen, es stehen jedoch nur kleine Gewebestücke zur Verfügung, auch kann der Knoten mit dieser Biopsiemethode nicht vollständig entfernt werden.

 

Bei der ultraschallgesteuerten Mammotome® Vakuumbiopsie saugt eine Hohlnadel das Tumorgewebe an, ein scharfes Röhrchen schneidet einzelne Proben ab, welche durch das Vakuum herausgezogen werden. Dies hat den Vorteil, dass unter Lokalanästhesie kleinere Ultraschallbefunde komplett entfernt werden können. Durch die gössere Menge an Gewebe ist eine präzisere Diagnose möglich.

Bei gutartigem Befund in der Gewebeuntersuchung ist danach keine weitere Operation nötig. Zur Kontrolle sollte jedoch einige Monate später ein Ultraschall der behandelten Brust erfolgen.

 

Die stereotaktische Mammotome® Vakuumbiopsie (ein Einstichkanal = mehrere Proben, siehe Bilder), ist speziell für die Untersuchung von Mikroverkalkungen geeignet: mit zwei Röntgenaufnahmen lokalisiert der Computer dreidimensional die verdächtige Stelle und führt unter Lokalanästhesie die Nadel ein, um eine grössere Anzahl Gewebeproben zu entnehmen. Kleine Befunde (< 1 cm) können vollständig entfernt werden.

 

Nach einer Gewebeentnahme wird die Einstichstelle mit einem Pflasterverband verschlossen und ein Kompressionsverband um den Oberkörper angelegt, der nach 48 Stunden abgenommen werden kann. Damit soll ein grösserer Bluterguss vermieden werden. Ein enganliegender Büstenhalter oder ein Sporttop sind dabei ebenfalls sehr hilfreich.

Leichte Schmerzen in der Brust und blaue Verfärbungen der Haut sind übliche Nebenwirkungen. Eine Infektion der Gewebeentnahmestelle ist möglich, jedoch sehr selten.

 

Das entfernte Gewebe wird mikroskopisch untersucht, das Resultat ist etwa 4 Tage später vorhanden. Von der Gewebeuntersuchung hängt das weitere Vorgehen ab:

Wenn es sich um Krebs oder eine Krebsvorstufe handelt, muss der Befund operativ entfernt werden. Dabei wird darauf geachtet, dass Einstichstelle und Einstichkanal, von der Gewebeprobe herrührend, in den Operationsbereich einbezogen, also ebenfalls herausgeschnitten werden.

 

Durch diese Biopsieverfahren können so unnötige Operationen vermieden werden!

stereotaktische Mammotome® Vacuum-Biopsie:

 

unter Röntgenkontrolle

computergesteuerte Nadel

 

 

Gewebeproben mit

Mikroverkalkungen

 

 

entstandene Höhle durch entnommene Gewebeproben

 

 

2/2008 © Erika Rusterholz

(Anmerkung: den Grossteil dieses Textes und die 3 Bilder hat das BRUSTZENTRUM THURGAU übernommen)