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13.  Welche weiteren Therapien helfen?

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Wachstumshemmer: Antihormon- und Antikörpertherapie

 

 

Tumorzellen brauchen bestimmte Wachstumsfaktoren, damit sie überleben und sich vermehren können.

Antihormontherapie

Östrogene können meist mit Hilfe anderer Hormone und Wachstumsfaktoren Brustkrebs verursachen und/oder das Wachstum von Brustkrebszellen fördern. Etwa 75 % der Frauen haben einen zumindest teilweise hormonabhängigen Brustkrebstyp.

Das weibliche Sexualhormon Östrogen koppelt sich an spezielle Rezeptoren dieser Brustkrebszellen und regt deren Wachstum an. Durch die Veränderung des Hormonhaushaltes kann die Metastasierung von Brustkrebs vermindert werden oder bei bereits bestehender Metastasierung eine Tumorrückbildung erreicht werden.

 

Antiöstrogene (z.B. Tamoxifen) sind Medikamente, welche verhindern, dass die Krebszellen Östrogen aufnehmen. Diese Medikamente lagern sich anstelle von Östrogen an bestimmte Bindungsstellen, sogenannte Rezeptoren.

Aromatasehemmer (Wirkstoffe: Anastrozol, Letrozol oder Exemestan) blockieren das Enzym Aromatase, sie verhindern somit den Umwandlungsprozess von Östrogenvorstufen in Östrogene, der Östrogenspiegel im Körper wird reduziert.

 

Im Anschluss an die operative Behandlung und an eine allfällig durchgeführte Chemotherapie wird üblicherweise während mindestens fünf Jahren eine Antihormontherapie verschrieben, welche bei hormonempfindlichem Brustkrebs verhindern soll, dass das Hormon Östrogen noch vorhandene Krebszellen zum Wachstum anregt.

Frauen mit kleinen und mittelgrossen Tumoren, deren Laboruntersuchung eine klare Hormonabhängigkeit anzeigen, können üblicherweise mit einer Antihormontherapie alleine (ohne Chemotherapie) behandelt werden.

Die verschiedenen Möglichkeiten und die optimale Dauer sowie der Umgang mit den Nebenwirkungen einer Antihormontherapie sollten deshalb regelmässig mit einem Brustkrebsspezialisten diskutiert werden.

 

Antikörpertherapie

Etwa 20 - 30 % der an Brustkrebs erkrankten Frauen sind von HER2-positivem Brustkrebs betroffen; die Tumorzellen tragen auf ihrer Oberfläche ein Übermass an HER2-Rezeptoren, diese Tumorzellen teilen sich sehr schnell. Mit einem Rückfall muss häufiger und früher gerechnet werden als bei HER2-negativem Status.

 

Der HER2-Test, eine spezielle Untersuchung des Tumorgewebes, deren Durchführung spezielle Expertise braucht, zeigt, ob eine Überzahl von HER2-Rezeptoren auf den Krebszellen vorhanden ist, welche die Zellteilung aktiviert und zu einer Vermehrung der Krebszellen führt.

Ist der HER2-Test positiv, ist es erfolgsversprechend, die HER2-Rezeptoren mit dem Antikörper Trastuzumab (Herceptin®) zu blockieren. Das Medikament verhindert, dass die Wachstumsfaktoren nicht mehr auf die Krebszellen einwirken können, die Tumorzellen können sich nicht oder nicht so schnell vermehren. Trastuzumab richtet sich gezielt gegen den HER2-Rezeptor auf der Tumorzelle - dadurch werden die gesunden Zellen fast vollständig geschont. Die Herzpumpfunktion sollte aber regelmässig überprüft werden.

 

Zur Zeit laufen mehrere grosse Studien - auch in der Schweiz, welche eine noch weitere Besserung der Anti-HER2-Therapie anstreben, um noch bessere Behandlungsresultate zu erzielen. Fragen Sie einen Brustkrebsspezialisten, um selbst an den Fortschritten der Behandlung teilhaben zu können.

 

 

Auszug aus einer Diagnose:

Mammatome (links)

mit Infiltraten eines invasiv-duktalen Karzinoms.

Positivität

für Östrogenrezeptoren (40 %),

für Progesteronrezeptoren (20 %) und

Nachweis des Her2-Proteins (1+)

 

 

Ausschnitt aus der Diagnose

eines HER2-Tests

 

 

Der HER2-Antikörper bindet an HER2 und verhindert die Überflutung der Brustkrebszellen

mit Wachstumssignalen.

 

2/2008 © Erika Rusterholz  -  in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Beat Thürlimann, BRUSTZENTRUM Kantonsspital ST. GALLEN

(Anmerkung: obigen Text hat das BRUSTZENTRUM THURGAU übernommen)