Brustkrebs-Forum:

Rubrik Erfahrungberichte von Betroffenen

Beilage zu:

 

"Weltreise Erika & Willi 28.12.1991 -20.4.1992"

 

 

 

Hinweis zum Tagebuch:

 

VORWORT von WILLI: 

Unser lang ersehnter Wunsch einer ca. 2-jährigen Weltreise wurde kurz vor dem Start verhindert.

 

Nach einem Jahr mit Operation, Chemotherapie und Bestrahlung haben wir uns trotz eines sehr schlechten Bescheids von den Ärzten entschieden, unsere Weltreise doch noch zu starten, und erst, wenn es gar nicht mehr geht, nach Hause zu kommen.

 

Erika hat ein Tagebuch auf Tonband gesprochen und teilweise habe ich dann noch einen Nachtrag gemacht oder, wenn es der Erika schlecht ging, den Tag selber besprochen.

 

Am 7. Juli 1999, zu meinem 50. Geburtstag, hat mir meine Tochter Pascale ein gebundenes Buch mit Bildern geschenkt. Sie hat unsere Mundart-Tonbandaufzeichnungen in einen Buchtext übertragen. Eine riesige Arbeit. Für die Pascale aber sicher auch eine Form, um den frühen Tod ihrer Mutter zu verarbeiten.

 

Nach 18 Jahren ist es mir ein Bedürfnis, diese Erlebnisse als Tagesbericht im Forum 50plus -

Treff Forum für Senioren und die Generation 50plus - weiterzugeben.

 

 

VORWORT von PASCALE (Tochter)

Alles begann mit einem Traum.

Erika und Willi hatten schon sehr lange den Traum, einmal in die weite Welt zu reisen und andere Länder und andere Leute zu besuchen. Der Traum sollte Wirklichkeit werden, sobald die beiden Kinder, Claudia und Pascale, selbständig sind.

Claudia und Pascale wurden älter und der Traum wurde präsenter denn je. Ihre Beziehung hat die alltäglichen "Familien-Problemchen" erfolgreich überstanden, und beide waren bereit, bereit für einen neuen Lebensabschnitt. Sie kauften sich ein Wohnmobil und begannen, Europa zu erforschen. Zusammen machten sie sich Gedanken über ihre Zukunft und träumten von neuen Zielen.

Dann kam ein grosser Tag. Sie haben beide ihre langjährige und erfolgreiche Arbeitsstelle gekündigt und waren bereit, zusammen die weite Welt zu entdecken.

Doch leider kam es anders.

Eine Arztdiagnose hat ihr Leben von einem Tag auf den andern verändert. Es folgte ein turbulentes Jahr mit Behandlungen, Hoffnung und Niederlagen, bis sie irgendwann einsehen mussten, dass sie den Krebs nicht besiegen können.

 

Das Ziel war klar – der Traum. Zum Erstaunen einiger nahestehender Personen (nicht aller) packten sie ihre Sachen und starteten zu ihrer Weltreise. Wahrscheinlich eine der wichtigsten und richtigsten Entscheidungen ihres ganzen Lebens.

Es ist bemerkenswert, wie diese zwei Menschen trotz der schrecklichen Krankheit Krebs eine so interessante, erlebnisreiche und vor allem harmonische Reise miteinander verbringen konnten.

 

Mit einem Tagebuch haben sie uns ermöglicht, an diesem Traum teilzuhaben.

5. Oktober 2008 - Eröffnung

 

 

 

Erika Rusterholz