Ein Brustkrebs und sein Verlauf

 

My Breast Cancer and its History

 

Persönliches

Beschwerden bei Arthrose

November 1999 und 2000:

 

Juni 2016:

 

März 2018:

beidseitiger Hüftgelenk-Ersatz aus Titan

 

Pfannen- und Kopfwechsel bei rechter Hüftprothese

 

Inlay- und Kopfwechsel bei linker Hüftprothese

Ich bin klein, schlank und leide an Arthrose: eigentlich überall, wo solche möglich ist, wohl vererbt von meinem Vater.

 

Während mehr als zehn Jahren erlitt ich grosse Schmerzen beim Gehen; immer stärker ausgeprägte Arthrose in den Hüften, speziell der rechten, war schuld daran. Es schien nichts mehr zu helfen, weder Physiotherapien, noch spezielle "Knorpel-Medikamente" und nicht einmal mehr Schmerzmittel gegen die speziell nachts auftretenden Schmerzen. Ich konnte kaum mehr zehn Meter normal gehen, es war eher ein Mitschleppen des Beins - aber ich hatte Angst vor einer Operation.

Der Orthopäde erklärte anhand der Röntgenbilder die Arthrose-Situation: der Kopf des rechten Hüftknochens war bereits sehr abgenützt. Der Arzt fand, dass eine Hüftprothese meine Situation sehr verbessern würde, jedoch müsse ich ihm den Zeitpunkt für ein Auswechseln des Hüftgelenks angeben.

 

Während des Sommers 1999 erkannte ich, dass die Leidenszeit ein Ende haben musste - eine Operation war jetzt doch unvermeidlich geworden. Im folgenden November - ich war damals 64-jährig, liess ich mir auf der rechten Seite eine Titan-Hüftprothese einsetzen. Anstelle einer Vollnarkose erhielt ich die Spinal-Anästhesie, welche den Unterkörper abwärts gefühllos machte. Aus TV-Sendungen wusste ich den Ablauf; leider wurde mir während der Operation die Sicht auf das Geschehen verdeckt... ich habe also nur zuhören können, wie gesägt, gehämmert und gesprochen wurde - war spannend...

 

Dr. med. Albert Niggli: Operationsberichte November 1999, TEP rechts: und November 2000, TEP links:

 

Einige Zeit nach der Operation des rechten Hüftgelenks war ersichtlich, dass die verwendete Hüftprothese nicht meinem ursprünglichen Gelenk entsprach, die Querverbindung Gelenkkopf — oberes Schaftende war zu kurz, meine rechte Hüfte jetzt zu schmal im Vergleich zur linken (auf meine spätere Nachfrage: der Chirurg hatte zwar das passende Teil bestellt, jedoch nicht nachgeprüft, ob auch die richtige Prothese bei der Operation vorgelegen hatte).

 

Leider stellte sich auch heraus, dass ich zu lange mit der längst nötig gewordenen Operation zugewartet hatte: die Sehnen und Muskeln hatten sich durch das Hinken während recht langer Zeit sehr verändert; nach drei Monaten konnte ich immer noch nicht richtig gehen. Ob ein Zusammenhang mit der zu schmalen Prothese bestand? Auch schien mir, das rechte Bein wäre jetzt etwas kürzer (auf dem Röntgenbild ist ersichtlich, dass Pfanne mit Kugel höher eingesetzt wurden).

Es dauerte über zwei Jahre, bis sich das rechte Bein wieder normal und ohne Schmerzen bewegen liess.

Das linke Hüftgelenk mit noch nicht so fortgeschrittener Arthrose liess ich mir durch die Erfahrung mit dem rechten also schneller ersetzen. Mein Entscheid war richtig: bereits 7 Wochen nach der Operation konnte ich "schön" gehen, kein Nachschleppen des Beins.

 

Vor dieser zweiten Operation war jedoch klar, dass links eine Hüftprothese mit den gleichen Massen wie rechts einzusetzen war, damit ich beidseits etwa gleich aussehen würde. Die beiden zu schmalen Teile veränderten jedoch meinen Körper, beim Beckengürtel sind die Darmbeine nach oben gedrückt bis fast zu den Rippen, und die ehemals schlanke Taille ist weg - die bisherigen Kleider/Hosen passen nun leider nicht mehr.

Jetzt fiel auch auf, dass ich hinkte: das rechte Bein war tatsächlich etwa 15 mm kürzer. Ich versuchte, beim Gehen den Oberkörper gerade zu halten, was im Laufe der Zeit die vormals gerade Lendenwirbelsäule nachteilig verkrümmte.

 

Die beiden neuen Hüftgelenke jedoch machen mir das Leben sehr viel leichter! Sie geben mir nicht das Gefühl, als sei etwas Künstliches vorhanden. Alles ist wieder möglich, auch strengere Gartenarbeiten am steilen Bord. Nur von etwas Höherem auf den Boden hüpfen mache ich nicht mehr, um die Gelenke nicht zu sehr zu belasten.

 

 

Es mussten beidseits der Gelenkkopf und die Gelenkpfanne ersetzt werden, es handelt sich somit um Total-Endo-Prothesen (TEP):

 

Hüftprothese rechts

Beckenansicht

hier ersichtlich: die rechte Pfanne ist höher eingesetzt

Hüftprothese links

 

Mein Rat: Ich habe eine kleine Zusammenstellung gemacht: wann ist die beste Zeit, eine Hüftprothese einsetzen zu lassen? Auf was ist zu achten? Was erwartet mich nach der Operation? mehr:

 

Nach 1, 5 und 10 Jahren wurden die Hüftgelenke geröntgt und auf ihre Beweglichkeit getestet. Ich bin wenige Male gestürzt, einmal sogar so schwer, dass ich angesichts der ausserordentlich schmerzenden rechten Hüfte dachte, die Prothese könnte ausgerissen sein. Eine nachfolgende Untersuchung zeigte glücklicherweise ein immer noch intaktes Gelenk.

 

*****

 

Es ist Oktober 2015 geworden - plötzlich schmerzte mich bei der Fussbelastung ein Punkt an der Aussenseite des rechten Hüftgelenks so sehr, dass ich kaum mehr gehen konnte. Ich hatte mittlerweile die Diagnose "smoldering type Multiples Myelom" erhalten und dachte deshalb, der Knochen könnte sich auch an der Hüfte aufgelöst haben (war leider bereits am Kiefer der Fall).

Ein neues Röntgenbild zeigte dann: beide Hüftgelenke schienen in gutem Zustand zu sein, keine Fraktur sichtbar.

Die Schmerzen beim Gehen hielten jedoch an...

 

Ab Ende April 2016 waren die Schmerzen im rechten Hüftgelenk beim Auftreten mit dem rechten Fuss so stark, dass das Gehen zur Qual geworden und sogar mit Schmerzmitteln auch kaum mehr möglich war. Die Schmerzen waren jedoch nicht immer am gleichen Ort in der Hüfte, sie veränderten sich je nach Bewegung.

 

Ende Mai 2016 - Beurteilung und Procedere:

"Pfanneninstabilität rechts mit grossen actabulären Osteolysen, welche sich vor allem im MRI/MRT (14.5.16) und CT (18.2.16) darstellen. Die Therapie der Wahl ist daher der Pfannenwechsel mit Aufbau des Acetabulums mit Allograft und Abstützung unter Verwendung einer Burch-Schneider-Schale."

Das heisst: die 1999 zu hoch eingesetzte Prothesenpfanne war nicht richtig eingewachsen und deshalb auch nicht stabil und bewegte sich innerhalb des Knochens (Hüftpfanne), was zu den sehr starken Schmerzen in der Hüfte beim Auftreten mit dem rechten Fuss führte.

 

 

18. Juni 2016: Austausch der lockeren Pfanne bei rechter Hüftprothese

 

Dr. med. Otmar Hersche, Operationsbericht:

 

 

 

 

 

Röntgenbild zeigt neue Gelenkpfanne und neuen Gelenkkopf,

auch späteren Bruch des Sitzbeins vom 14. Juli 2016

Skizze, wie operiert werden soll -

rosa Flächen oberhalb Pfanne und am Schaft sind Zysten = Löcher im Knochen

 

Erfreulich: beide Beine sind nun wieder gleich lang, denn

die neue Pfanne ist in einem zusätzlichen Stützring nach unten versetzt worden,

der ebenfalls ausgewechselte Hüftkopf hat eine Verlängerung zum Schaft erhalten.

Ein paar Tage nach der Operation hatte sich ein recht umfangreiches Lymphödem im rechten Knöchel und Fuss eingestellt; neben häufigem Hochlagern des Fusses waren Lymphdrainagen (2 - 3 wöchentlich) nötig geworden.

Ende August: nach 18 Lymphdrainagen ist der Fuss fast wieder normal aussehend, spannt noch bei Fussgelenk und Ferse. Der zweite Fuss wurde dann auch noch dick...

Jedoch sind seither beide Fusssohlen hart, kribbelig, die Füsse kaum mehr beweglich, und es ist, als ob ich ständig Bergschuhe tragen würde.

 

Wie schnell ist doch etwas Unerwartetes passiert!

 

Knapp 4 Wochen nach der Operation "Pfannenwechsel" durchquerte ich das Wohnzimmer ertmals ohne Gehstöcke; das ging recht gut!

Dann, beim Aufziehen einer Schranktüre am Schlüssel, rutschte meine linke Hand ab - es gab im kürzlich operierten rechten Hüftgelenk einen Stoss nach links und einen sehr starken Schmerz in der Leistengegend.

Der Schmerz hielt an, verstärkte sich 3 Tage später noch in Nähe Gelenkpfanne:

 

das Sitzbein/Os ischii hatte einen Bruch auf der einen Seite erlitten und war auf der anderen Seite abgerissen!

 

Möglich ist, dass sich beim Bruch wieder Knochen bildet und das Sitzbein dort anwächst. Was sich auf der anderen Seite beim Abriss noch verbessern kann, ist im Moment nicht klar. Der Arzt hofft, dass sich das jetzt lose Sitzbein stabilisieren wird. Eine Operation ist nicht vorgesehen.

 

Es ist immer noch ein Rätsel, warum der Sitzknochen so leicht brechen konnte. Osteoporose scheint laut Arzt nicht vorhanden zu sein.

Allerdings bin ich im Nov. 2011 sehr schwer auf die rechte Hüfte gestürzt mit länger anhaltenden starken Schmerzen; das damalige Röntgenbild zeigte jedoch nichts Auffälliges...

Neues Röntgenbild vom 9. September:

das Sitzbein/Os ischii ist vom Muskel

nach unten gezogen worden.

Mit dem abgerissenen Sitzbein sind nun alle Stühle zu hart und brauchen Zusatzkissen. Im Bett hilft eine dünnere Daunendecke auf der Matratze, so liegt die Hüftregion weich bei der einzig möglichen Stellung: Rückenlage macht Beschwerden, ich drehe mich somit halbwegs auf die rechte Seite.

 

Wegen meines Multiplen Myeloms darf ich die Nieren nicht zu sehr belasten und bin somit vorsichtig mit Schmerzmitteln. Ich kenne von früher her das Generikum von Voltaren sehr gut, es wirkt bei mir auch schnell, und so nehme ich während des Tages ein Inflamac 50 mg, für die Nacht eines mit 25 mg - es betäubt etwas die Schmerzen.

 

 

Ein Vergleich des Röntgenbildes anfangs September 2016 und 7 Wochen später zeigt keine Veränderung der Position des abgerissenen, nach unten verschobenen Sitzbeins.

Weiterhin ist eine Gehhilfe nötig, denn ohne diese kann ich mit dem rechten Bein auch während des Oktobers immer noch nicht auftreten, so schmerzt es im Hüftbereich. Mit Krücke schmerzt es zwar etwa gleich stark, jedoch hilft diese, um wenigstens etwas vorwärts zu kommen, allerdings nur sehr langsam.

 

Gartenarbeiten sind möglich: im Stehen mit Krücke in der linken Hand oder kniend. Die verschiedenen Bewegungen tun mir gut. Mich dünkt auch, die Leistengegend sei nicht mehr so verhärtet, ich kann mich jetzt besser beugen.

 

Warum es mir im Hüftbereich mal da, mal dort immmer noch so weh tut, wollte ich beim Arztbesuch Ende Oktober wissen. Nach eingehender Untersuchung schien es sich um eine entzündete Sehne auf der Aussenseite der Hüfte zu handeln (sie wurde während der Operation mit Pfannenwechsel aufgeschnitten) - siehe die Skizze mit den möglichen Schmerzausstrahlungen.

 

Es ist November geworden - ich halte es immer öfter ohne Schmerzmittel aus.

Ich kann jetzt doch vermehrt ohne Krücke von einem Zimmer zum anderen gelangen. Die Beinmuskeln sind soweit wieder ok, aber die rechte Hüfte ist immer noch nicht so, wie sie sein sollte, etwas "klemmt" oder scheint verhärtet zu sein (allerdings nicht mehr so ausgeprägt wie noch während des Sommers).

Jedoch am 17. November 2016, nach etwas leichter Gartenarbeit, konnte ich von einer Minute zur anderen nicht mehr auf dem rechten Bein stehen: das war ausserordentlich schmerzhaft etwa dort, wo die neue Pfanne eingesetzt ist. Dieser Zustand dauerte 10 Tage, danach gingen die Schmerzen leicht zurück. Aber weiterhin fehlte die Kraft im rechten Bein, um nach dem Hinknien wieder aufstehen zu können.

 

Der Arztbesuch am 6. Dezember brachte auch mit neuem Röntgenbild keine Erkenntnis zu dieser plötzlichen Verschlechterung. Ich musste im Liegen das rechte Bein nach aussen spreizen, was zu meinem Erstaunen einen starken Schmerz verursachte (ich hatte dies vorher gar nie probiert). Diese Bewegung scheint im Hüftgelenk etwas verändert zu haben, denn am folgenden Tag konnte ich mit dem rechten Bein erstmals wieder wenige Schritte machen - ich übte ab jetzt das Durchqueren der Zimmer ohne Gehhilfe, an Weihnachten konnte ich diese beiseite stelle: die Krücke benützte ich jetzt nur noch ausser Haus, ich möchte ja keinen Sturz riskieren.

Es war ein schlecht durchlebtes 2016 - schön wäre, wenn sich die Normalität doch recht bald wieder einstellte...

 

Anfangs Februar 2017 bin ich erstmals ohne Gehhilfe mit öV nach Zürich gefahren! Aber das Gehen geht immer noch nicht so, wie es normal sein müsste - der rechte Unterschenkel schlenkert nach aussen. Wieso? - Treppensteigen ist ebenfalls unüblich: linker Fuss nach oben, rechter kommt dann nach. Das rechte Bein ist leider immer noch nicht belastbar.

 

Beide Unterschenkel hatten seit einigen Wochen Dellen, diese nur am frühen Morgen, während des Tages sind dann die Knöchel dick. Eine Untersuchung in der Angiologie ergab, dass keine Durchblutungsstörung vorliegt, jedoch wurde eine Muskelvenenthrombose im linken Unterschenkel entdeckt. Das Medikament Xarelto 15 mg/Tag hat diese aufgelöst, wie der Ultraschall 5 Wochen später zeigte.

Ich hoffe, es komme nicht noch dies und das nach...

 

Mai 2017: der Rücken schmerzt immer noch im Bereich der Lendenwirbelsäule mit Ausstrahlung durch das linke Gesäss bis zum Knie (eine zu enge Nervenbahn?) Besuch beim Rheumathologen ergab, dass durch das lange Gehen an der Krücke sich die Muskeln wahrscheinlich sehr verhärtet haben - jetzt habe ich Physiotherapie mit Zerdrücken der Triggerpunkte.

 

*****

 

Herbst 2017: ich kann nur noch wenige Schritte gehen, dann beginnt zusätzlich zu den Schmerzen am unteren Ende der Lendenwirbelsäule auch ein sehr intensiver Schmerz im linken Bein im Bereich der Hüfte.

Ein Röntgenbild im Oktober zeigte jedoch nichts, das auf eine nicht mehr intakte Hüftprothese aus dem Jahre 2000 hinweisen würde.

Ein Arzt meinte, dass die dunkle Stelle am Oberschenkelende im Bereich des Prothesenschafts auf eine Entzündung hindeuten könnte.

 

Bis zum Februar 2018 wurden diese Schmerzen immer stärker, begannen sofort beim Gehen, und sie ähnelten denjenigen vor dem Pfannenwechsel beim rechten Bein im Juni 2016. War jetzt die linke Hüftprothese auch revisionsbedürftig geworden?

Ein CT im Januar und danach noch ein SPECT/CT wiesen auf keinen Defekt und keine Entzündung im linken Hüftgelenk hin. Und doch war das linke Bein nicht mehr einsatzfähig. Eine Operation drängte sich auf: jedoch was/wo operieren, wenn kein richtiger Hinweis vorhanden ist?

Ich hatte mich zwischenzeitlich an einen Wirbelsäulenspezialisten wegen der Rückenschmerzen gewendet, der sich jetzt vorrangig um das Hüftgelenk kümmerte - seine Vermutung: die Schmerzen könnten von einer vielleicht nicht mehr intakten Prothesenpfanne herrühren, es könnte auch Abrieb vorhanden sein...

 

 

 

24. März 2018: Revision der linken Hüftprothese - wo ist der Defekt?

 

Prof. Dr. med. Marius Keel, Operationsbericht:

 

Der Chirurg öffnete die alte Narbe aus dem Jahr 2000 und arbeitete sich bis zur Pfanne durch.

 

Das Polyäthylen-Inlay war vollständig locker und sprang spontan aus der immer noch gut eingewachsenen Hüftpfanne. Darum die enormen Schmerzen.

Die Innenschale – das sogenannte Inlay – wurde damals in die metallene Aussenschale (Hüftpfannenimplantat) eingelegt, der dazu passende Hüftkopf gleitet dann im Inlay.

 

Auch war Abrieb vorhanden - die Vermutung war also richtig.

 

Inlay-Wechsel

Ausgewechselt wurden Inlay und Kopf.

Bild aus dem Internet, Original ist nicht zu ermitteln

 

 

aufgezeichnet im Frühling 2012

aktualisiert ab Herbst 2015

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© Erika Rusterholz