Ein Brustkrebs und sein Verlauf

 

My Breast Cancer and its History

 

Persönliches

Gelenkersatz bei Arthrose

ab 1. Dezember 2011 bis...

neues Mittelgelenk am rechten Mittelfinger

eine ausführliche Dokumentation

Je älter ich werde (ich bin beim Beginn dieses Berichts 76-jährig), je mehr degenerieren meine Gelenke, vorwiegend durch Arthrose - wie dies bei meinem Vater der Fall war.

 

Meine Fingergelenke waren schon vor zehn Jahren mit Arthrose versehen, wie damalige Röntgenbilder zeigen: die einen mehr, andere weniger. Der rechte Mittelfinger machte zusehends Kummer, denn das Mittelgelenk verdickte sich mehr und mehr und schmerzte sehr. Celebrex war mir als Medikament gegen die Entzündung im Gelenk bekannt, ich hatte es ab April 2000 immer wieder in Abständen eingesetzt. Es half recht gut, die rötliche Schwellung ging jeweilen zurück.

Vor einigen Jahren versteifte sich dann das Gelenk des Mittelfingers immer mehr; den Finger zu einer Faust schliessen war nicht mehr möglich, und ich liess deswegen sehr viel fallen. Jedoch nahm die Entzündung im Mittelgelenk ab. Dieses schmerzte nur noch, wenn ich einen Gegenstand in der Hand hielt, welcher gegen das Gelenk drückte (z.B. eine Schere, welche ich während der Gartensaison doch recht viel benütze).

 

Ich hatte bereits vor ein paar Jahren anlässlich eines Vortrags von einem Gelenkersatz auch für Finger gehört. Damals schon schmerzte das Gelenk nicht mehr, der Referent riet, es so zu belassen. Im August 2011, als der Finger mich doch zusehends behinderte, erhielt ich den Rat eines Plastischen Chirurgen, mit einem Gelenkersatz möglichst noch etwas zuzuwarten. Die verwendeten Teile seien aus Silikon - danach wäre mein Finger weniger stabil, als er es jetzt sei.

Im September 2011, am Tag der offenen Türe des Spitals Bülach, hielt ich (wie viele andere auch) die Hand dem dortigen Facharzt zur Begutachtung hin, und er meinte, das Gelenk sei prädestiniert für eine Studie der Schulthess Klinik in Zürich: es werde dort ein Gelenkersatz getestet, der wie ein Kniegelenk funktioniere und nicht aus Silikon bestehe.

 

Das schien mir nun eine gute Sache zu sein, ich meldete mich also als Testperson. Bericht von der ersten Konsultation:

 

Broschüre der Schulthess Klinik in Zürich über Fingergelenkarthrose und neue Pilotstudie - mit Photos der beiden Teile (vergrössert) des CapFlex-Fingermittelgelenks:

 

Skizzen daraus:

rechts das bisher übliche Kunstgelenk aus Silikon am Mittelgelenk

Video: CapFlex-Einsatz

Oberflächenersatz mit minimaler Knochenresektion bei zerstörtem Mittelgelenk

 

Neuentwicklungen beim Oberflächenersatz (ähnlich einem Kunstgelenk für ein Knie) zeigen ebenfalls vielversprechende Resultate mit einer gegenüber Silikon verbesserten Stabilität. Deren Einsatz ist jedoch nur bei guter Knochenqualität möglich und muss im Einzelfall besprochen werden.

 

 

1. Dezember 2011:

Der CapFlexPIP-Finger-Mittelgelenkersatz wird eingesetzt, ambulant, unter Lokalanästhesie durch 4 Spritzen in die Hand

Operationsdauer ca. eine Stunde - Bericht:

 

linke Seite: Bilder vor der Operation mit der sichtbaren Arthrose im Mittelgelenk

 

rechte Seite: Röntgenbilder nach beendigtem Einsetzen des neuen Gelenks am 1.12.2011:

bereits jetzt hätte auffallen müssen, dass das neue Gelenk nicht optimal sitzt; d.h. das Titanteil ragt über den Knochenrand und ist nicht waagrecht, da der Knochen schräg beschnitten worden ist.

 

← vorher

schlecht eingesetztes CapFlex-Fingermittelgelenk

nachher →

Mittelfinger vor Operation

zerstörtes Arthrose-Mittelgelenk

 

CapFlex-Gelenk von oben + der Seite nach Op

 

Die ganze Hand wird zusammen mit einer an der Innenseite angelegten breiten Schiene über das Handgelenk hinaus dick eingebunden. Diesen "Klumpen" soll ich möglichst nach unten halten, was automatisch geschieht durch das zusätzliche Gewicht.

Gegen Schmerzen brauche ich nur wenig Medikamente während drei Tagen anschliessend an die Operation.

 

 

5 Tage später:

In der Ergotherapie der Schulthess Klinik wird der dicke Verband abgenommen, die breite Schiene durch eine dem Finger angepasste ersetzt. Das untere Nahtende macht mir selber keinen guten Eindruck, denn das Gewebe ist wässerig, während der Rest der über 3.5 cm bogenförmigen Naht relativ gut aussieht. Die Ergotherapeutin sieht aber keinen Grund zur Besorgnis und macht einen festeren Verband um den Finger.

 

Eine Schiene soll ab sofort den operierten Finger stabil halten, damit die Gelenkteile gut einwachsen können: flaches Stück Kunststoff (?) leicht in Handform geschnitten, erwärmt und an der Hand angepasst, Voriges wird weggeschnitten. Das neu geformte Teil wird mit kleinen Klettverschlüssen versehen, Bänder angebracht und die Schiene um Hand und Finger festgebunden, zu tragen während 24 Stunden täglich. Nach vier Tagen kann ich sie erstmals für jeweilen einige Minuten abziehen, um 3 - 5mal am Tag Fingerübungen zu machen, denn das neue Gelenk muss immer wieder bewegt werden.

Nur lässt sich das Ersatzgelenk kaum beugen. Zusätzlich schmerzt das Endgelenk sehr bei bereits leichtem Druck auf die Fingerspitze, obwohl da ja nichts verändert worden ist.

Ich hatte mir das eigentlich leicht anders vorgestellt...

 

Jetzt stellt sich auch noch eine Lungenentzündung ein (die siebte wegen Bronchiektasien), die ich mit Antibiotika erfolgreich bekämpfe. Ich stelle mir dabei vor, dass das Antibiotika auch gut sein könnte für den nicht so gut heilenden Finger.

 

schlecht angepasste Fingerschiene,

sie zieht den Mittelfinger zur Seite

vorgegebene tägliche Übungen für das neue Gelenk -

jedoch klemmt es und lässt sich kaum biegen...

3 Wochen nach Operation:

die noch verkrustete Naht

 

 

15 Tage nach der Operation:

In der Ergotherapie (diesmal in meiner Nähe) werden die Fäden gezogen und um den Finger nochmals ein einfacher Verband angelegt, den ich noch eine Woche tragen soll. Zusätzlich wird mir gezeigt, wie ich die Finger nach vorn beugen soll - was ich ja bis anhin bereits zuhause gemacht hatte. Ich hatte mehr an Informationen erwartet, wie ich den Mittelfinger wieder in Gang bringen kann.

Die Schiene kann ich ab sofort tagsüber beiseite lassen, jedoch muss diese nachts zur Sicherheit noch zwei weitere Wochen getragen werden.

Zwei Tage später schmerzt es sehr unter dem Verband, ich entferne ihn und lasse ab sofort die sich krustig zeigende Naht an der Luft heilen. Nach und nach fallen die Krusten ab, am längsten hält es die unterste, dickste aus.

Nach einer Woche soll ich wieder zur Ergotherapie kommen, das sei nötig und üblich. Obwohl ich ständig versuche, den Finger zu biegen - es will einfach nicht richtig gelingen. Nicht nur die dabei entstehenden Schmerzen stören, sondern irgend etwas hemmt im Gelenk. Ob da etwas nicht gut ist? Ja, ich mache mir Sorgen, zumal der Finger sehr dick ist und dunkelrot über dem Gelenk.

 

Ich will nichts unversucht lassen und suche die Ergotherapie also wieder auf. Dabei bitte ich, doch ein Röntgenbild des Fingers zu machen, jedoch der dazukommende Arzt findet das nicht nötig (was im Nachhinein gesehen doch richtig gewesen wäre...). Der Finger wird noch rundum massiert, verhärtetes Gewebe zerdrückt, denn durch die Operation sei das Gewebe vernarbt und soll gelockert werden.

Diese recht schmerzhafte Prozedur wiederhole ich zuhause täglich mehrmals. Mich dünkt jedoch, dass nach dem Kneten der Finger noch dicker/röter werde.

 

Wiederum eine Woche später: die Leiterin der Ergotherapie behandelt jetzt das aufgeschwollene Gewebe seitlich des neuen Fingergelenks mit Ultraschall und würde dies gerne wiederholen, ist aber nicht sicher, ob diese Idee von Vorteil ist. Auch erhalte ich einen kleinen Finger-Kompressionsstrumpf, der helfen soll, die Geschwulst abzubauen, und den ich immer tragen soll.

Eine Anfrage beim Handchirurg ergibt dann, dass Ultraschall weggelassen werden kann, dies würde keine Verbesserung bringen. Ich streiche somit weitere geplante Sitzungen in der Ergotherapie.

 

 

11. Januar 2012:

erste Kontrolle 6 Wochen nach der Operation mit Röntgen des Fingers und Begutachtung - Bericht:

 

Ich gehe mit gemischten Gefühlen in die Schulthess Klinik, denn ich frage mich jetzt doch, ob ich einen falschen Entscheid getroffen habe mit dieser Gelenkoperation, denn das Gelenk lässt sich immer noch nur mit Schmerzen etwas biegen: nicht mehr, als es mit dem Arthrosegelenk möglich war, welches aber nur weh tat, wenn etwas stark dagegen drückte.

 

Das Röntgenbild zeigt, dass beide Gelenkteile gut eingewachsen sind. Aber das obere Gelenkteil ist jetzt seitwärts verschoben - vielleicht, weil das untere Titanteil nicht waagrecht aufgesetzt ist? Das würde heissen, dass das obere Teil nicht richtig über das untere gleiten kann - war das der Widerstand, den ich die vergangenen Wochen wahrgenommen hatte?

 

 

schräg aufgesetztes und über den Knochenrand ragendes Titanteil - ev. zu gross ausgewähltes Gelenk?

Der operierte Finger wurde durch die Schiene mit dem schrägen Fingerteil wohl auch zur Seite gezogen...

 

Nach dieser Konsultation - mit dem Hinweis, wenn immer möglich den Finger auf/ab zu bewegen, Ergotherapie-Besuche seien nicht nötig - überlege ich mir auf dem Weg zur Strassenbahn: das Gelenk ist also festsitzend - so kann ich mir sicher erlauben, den seitwärts verschobenen oberen Gelenkteil zurückzustossen, damit dieser wieder mit dem unteren übereinstimmt. In der Strassenbahn beginne ich also, leicht massierend und sanft stossend, den vorstehenden Knochen an den ursprünglichen Ort zu schieben.

Etwa drei Stunden später - nach anfangs recht harzigem Auf- und Zu-Training mit dem neuen "Gelenksgefühl" - fahre ich nochmals zurück zum Arzt, um ihm diesen Erfolg kurz vorzuführen: den sich jetzt doch gut beweglichen Mittelfinger.

Um die Geschwulst zu reduzieren, soll ich ab sofort nachts einen silikonbeschichteten engen Fingerstrumpf tragen und gleichzeitig Mittel- und Zeigefinger mit einem schmalen Bändchen zusammenbinden.

 

Seither sind gute Tage vergangen: ich mache sehr fleissig meine Auf/Ab-Übungen, der Finger ist auch bei allerlei Arbeiten in Bewegung. Pausen tun nicht gut, sie erschweren das neuerliche Beugen des Fingers; er schmerzt dann, bis er wieder genug bewegt worden ist.

Zwischendurch denke ich jedoch gar nicht mehr daran, dass ich ein neues Fingergelenk erhalten habe. Ich kann alles wieder gut in der Hand halten, auch Kugelschreiber und Gartenscheren. Dieser Fortschritt ist nun recht schnell eingetroffen.

 

Der Finger ist zwar immer noch dicker als normal, auf der Gelenkoberseite auch noch rötlich, eine kleine Erhebung beim unteren Narbenende schmerzt auf Druck.

 

Wie die Aufnahme vom 23. Januar 2012 um 08.30 Uhr zeigt: Eine Faust zu machen, ist bereits am Morgen recht gut möglich (abends sowieso) - der Finger mit dem CapFlex-Gelenk erfüllt seine Erwartungen. Ich freue mich sehr darüber und bereue meinen Entscheid doch nicht!

 

 

22. Februar 2012:

zweite Kontrolle nach weiteren 6 Wochen mit Röntgen des Fingers und Begutachtung - Bericht:

 

Das neue Röntgenbild zeigt jetzt wieder verschobene Gelenkteile, darüber bin ich jetzt doch erschrocken. Dabei hatte ich während der vergangenen 6 Wochen so sehr darauf geachtet, dass das obere Gelenkteil gut auf dem unteren sitzt.

Der Mittelfinger macht dem Arzt einen guten Eindruck. Viele Bewegungsübungen waren allerdings sehr nötig, damit sich das Gelenk besser als mit dem ursprünglichen beugen lässt. Aber immer noch nur mit Mühe erreicht die Fingerspitze die Handinnenfläche.

 

Ende Mai 2012 wird die nächste Kontrolluntersuchung sein, also Halbzeit - denn es könne ein Jahr dauern, bis die Schwellung verschwunden sei. Diese macht mir grössere Sorgen, denn das Gelenk ist zu dick, um in Winter-Handschuhe zu passen. Auch ein Gartenhandschuh aus Leder mit doch breiteren Fingern ist noch zu eng.

Die Naht auf dem Finger ist gut verheilt; ich hatte sie täglich mit dem Narbenspezifikum Keli-med eingerieben, sie ist kaum zu sehen.

 

CapFlex-Mittelgelenk von oben an rechter Hand

von oben gesehen

CapFlex-Mittelgelenk Seitenansicht

von der Seite

 

 

23. Mai 2012:

Kontrolle nach weiteren 3 Monaten mit Röntgen des Fingers und Begutachtung - Bericht:

 

Ich war nun schon darauf vorbereitet, dass das Röntgenbild wieder verschobene Gelenke zeigen würde, und so war es dann auch. Ich erfuhr, dass noch viel Narbengewebe rund um die Ersatzteilchen vorhanden sei und daher die Gelenkteile noch nicht richtig zusammenpassen würden. Bis das Narbengewebe abgebaut ist, könne das bis zu einem Jahr dauern, es bestehe also noch Hoffnung auf einen etwas geraderen Finger...

 

Zusätzlich habe ich ein Bild des Fingergelenks in gebeugter Position anfertigen lassen. Ich war neugierig, ob das obere Teil gut über das untere gleiten würde, denn beim starken Beugen besteht immer noch Widerstand, wahrscheinlich durch verhärtetes Gewebe. Das nebenstehende Bild zeigt aber, dass das Gelenk gut funktioniert.

Ich werde also weiterin mit dem Finger fleissig Bewegungsübungen machen, es lohnt sich!

 

CapFlex-Fingermittelgelenk in gebeugter Stellung

 

Nächste Kontrolluntersuchung wird in einem halben Jahr sein, d.h. ein Jahr nach dem Einsetzen des künstlichen Fingergelenks.

Die Zeit bis zur Sprechstunde Ende November soll ich mit vielem Fingerbeugen ausnützen, den Finger also immer wieder bewegen.

Nur leider ist das besser gesagt, als getan: der Finger lässt sich zusehends schlechter einsetzen.

 

ursprüngliches Gelenk: waagrecht

verlaufender Knochen

 

Op-Bild zeigt:

schräg, verkürzter Knochen

 

Im August 2012 fühlt sich der untere Teil des Mittelfingers nun doch etwas weicher an, und jetzt lässt sich plötzlich der obere zur Seite gleitende Teil des Gelenks entgegengesetzt bewegen. Nur leider bleibt das Gelenk nicht in dieser Stellung, wenn ich den Finger beugen will. Der obere Knochen mit dem fast flachen Teil des Gelenkersatzes verschiebt sich dann automatisch wieder zum Ringfinger hin.

 

Bereits das während der Operation vom 1. Dez. 2011 gemachte Bild zeigt die schräge Haltung des Fingers - der Knochen wurde ziemlich abgeraspelt, und, wie mir scheint, auf der einen Seite etwas zu viel, so dass der untere Teil des Gelenks nicht mehr waagrecht aufgesetzt werden konnte. Der Titanteil sitzt leider auch nicht mittig auf dem Knochen, sondern ragt auf einer Seite über den Knochenrand hinaus. Zusammen mit dem oberen zur anderen Seite abrutschenden Gelenkteil ergibt sich jetzt ein aussergewöhnlich breites Fingergelenk. Der Finger, jetzt auch noch um einige Millimeter kürzer, ist nicht mehr gut einsetzbar, er stört sehr beim Gebrauch.

 

Nach 3/4 Jahren kann ich den rechten Mittelfinger nicht mehr voll zu einer Faust schliessen, das Gelenk "klemmt" und schmerzt leicht.

Da der Mittelfinger recht oft automatisch einbezogen wird, z.B. beim Halten eines Gegenstandes, gelingt mir speziell das Nähen und das Schreiben von Hand nicht mehr richtig. Auch das Aufheben von kleinen Sachen ab einer Fläche ist schwierig geworden, der Mittelfinger hilft nicht mehr mit; die Fingerspitze lässt sich nicht mehr lenken.

 

Ob sich noch etwas verändern wird bis zur nächsten Kontrolle? Verbessern wahrscheinlich nicht...

 

 

28. November 2012

1-Jahreskontrolle im Rahmen der CapFlex-Studie - Bericht:

 

Mein ehemaliges Arthrose-Gelenk am rechten Mittelfinger schmerzte nur noch, wenn ich es an etwas Hartem angeschlagen hatte. Es war jedoch nicht mehr gut beweglich; ich glaubte, der neue CapFlex-Fingergelenkersatz würde mir also eine grosse Verbesserung bringen beim Einsatz der Hand. Leider ist dies nun nicht der Fall, wie die heutigen Bilder zeigen:

Mittelfinger mit neuem Gelenk, Bild 1

 

Mittelfinger mit neuem Gelenk, Bild 2

 

Mittelfinger mit neuem Gelenk, Bild 3

 

Mittelfinger mit neuem Gelenk, Bild 4

vollgestreckter Mittelfinger

 

dickes Gelenk, seitlich verschoben

 

Kralle, Mittelfinger bleibt gerade

 

voller Faustschluss nicht möglich

 

Den mit neuem Gelenk versehenen Finger kann ich eingeschränkt bewegen. Das sehr verdickte Gelenk auf der Seite zum Ringfinger hin schmerzt jedoch bei jeder stärkeren Beugung, auch bei seitlichem Druck durch einen in der Hand gehaltenen Gegenstand (z.B. Baumschere).

Die Studie ist abgeschlossen - und ich frage mich jetzt: wie weiter?

 

Es ist jetzt Mitte Februar 2013 - nichts hat sich zwischenzeitlich betreffend Verbesserung des Fingers ergeben.

Beugen geht heute kaum mehr, wie das nebenstehende Bild zeigt. Der Finger mit dem Gelenkersatz ist immer schlechter einsetzbar - erst jetzt wird mir bewusst, wie sehr der Mittelfinger doch gebraucht wird: z.B. beim Halten von Gegenständen (Zeige- und Ringfinger sind zusammen zu wenig stark, ich lasse vieles fallen). Auch schmerzt das Gelenk schon bei minimalster Belastung des Fingers.

 

Der behandelnde Arzt will keinen Austausch des CapFlex-Gelenks vornehmen. Er schlägt vor, die Gelenkteile zu entfernen und den Finger zu versteifen. Oder ein Silikongelenk einzusetzen... solches wollte ich jedoch von vornherein nicht, es wurde mir früher immer wieder davon abgeraten.

heutige maximale Beugung

 

Verhandlungen waren für Ende September 2013 angesetzt betreffend Auswechseln des CapFlex-Gelenks. Eine zufriedenstellende Lösung konnte damals, aber auch jetzt, anfangs März 2014, nicht gefunden werden.

 

Eine Zweitmeinung hat ergeben, dass das Titan-Gelenkteilchen auf einer schrägen Gelenkfläche montiert worden ist. Dies sei bereits auf dem anschliessend an die Operation am 1. Dez. 2011 gemachten Röntgenbild gut zu erkennen.

Infolge der also schon sehr lange dauernden Fehlstellung hätten sich wahrscheinlich die Sehnen und Bänder verformt. Diese könnten zwar verkürzt werden, was jedoch bei dem schräg verlaufenden Gelenk nicht sinnvoll wäre. Es müsste ein dem Knochenstumpf angepasstes Teilchen angefertigt werden können - einseitig dicker - welches nach dem Einsetzen eine waagrechte Fläche ergeben würde.

 

November 2014: ich hatte auf eine solche Möglichkeit gehofft, muss jedoch feststellen, dass kein Chirurg dieses Wagnis eingehen möchte - der Ausgang wäre doch sehr unsicher.

 

November 2015: vor vier Jahren hatte ich sehr viel Hoffnung in das neue CapFlex-Gelenk gesetzt - heute schmerzt mich der rechte Mittelfinger bei jeder Bewegung. Er kann nicht mehr gestreckt werden, sondern lehnt nach hinten. Das Mittelgelenk ist wegen der seitlich verschobenen CapFlex-Teile sehr breit geworden und lässt sich leider nicht mehr biegen.

 

Das heisst für mich: ich werde mit dem deformierten und kaum mehr einsetzbaren rechten Mittelfinger leben müssen. Die rechte Hand hat dadurch an Kraft verloren, ich brauche jetzt vermehrt die linke...

 

 

Röntgenbilder:

Schulthess Klinik Zürich

ich freue mich auf Ihren

© Erika Rusterholz